Band 
Sechster Band. K bis L.
Seite
519
JPEG-Download
 

Lcibrritz 51 ft

ftines LlufenthalkS im Auslande bewilligte. Dem gemäß kehrte er auf 15 Monat,„ach Paris zurück, wo er nur der Mathematik lebte, und ging dann über Englandund Holland »ach Hanover, wo er 1676 eintraf und sogleich an fein Hauptge-schäft, die Einrichtung der dortigen Bibliothek, eilte. Hier erschien bald auch seinTraerat ,,s>6 jui>' uo logatioins prii>c:>>>uiri (!cr,m,i,i->e"; zugleich

rmteiPützte er den Plan der „äot-, oinüiwrum" auf da» eifrigste. Inzwischenwar der Herzog von Braunscbweig gestorben. Sein Nachfolger trug auf, dieGeschichte des Hauses Braunschweig zu schreiben. Um die dazu nöthigen Doeu-mente einzusehen, ging L. (1687) nach Wien und (weil die alten Markgrafen vonLigurien, Toscana und Este mit dem Hause Braunschweig einerlei Ursprung haben)von da nach Italien ; 3 Jahre, welche diese Reise dauerte, verschafften ihm eineunermeßliche Wammlung polnischer und diplomatischer Materialien, wovon sichder geringste Theil auf das unternommene Werk selbst bezog, und deren übrigeer, 1693 und 1790, u. t. T.-' „(Hex jurir zg. nli»,» >Ilpi»i»uti<ui?" und„älaniftsu cmliW" edirke. Gleichzeitig beschäftigte er sich mit Ordnen der aufjenen historischen Hauptgegenstand bezüglichen Schätze, welche er eingesammelthatte, und nachdem er vorläufig eine Schrift über die Verwandtschaftsverhältnisseder Häuser Braunschweig und Este hatte erscheinen lassen, welche seine Ernennungzum gehemren Iustizrathe und Historiographen zur Folge hatte, so traten von1707 — 11 die ,Hei'ss>tnre<i rernni I!, n»>iviron»iu>n" in 3BdN., Fol., ausLicht. Allein auch dieses wichtige Werk ist nur als eine Vorarbeit anzusehen; dieeigentliche Geschichte ist nie herausgekommen, und es hat sich nach L.'S Tode nurder Plan dazu in seinen Papieren vorgefunden, der in den „ Im. vnulitorun?' für1717 abgedruckt worden ist. Diesem Plane zufolge härten wir eine sehr weit aus-holende, den ursprünglichen Zustand Deutschlands , ja der Erdkugel, beschreibendeEinleitung zu erwarten gehabt, nach Ansichten, die L. in seiner „Nntouue.," ((. d.„ Vctu Ll uOito, u»," für 1693) näher entwickelt. Aus der nämlichen Quelle sinddie „ bizloi ir^r" und die 1715 zu Hanover erschienene „itft.iulütu,

Oo oriIuo lä .,,1001 vin" dieses außerordentlichen Kopfes gestoffen. Wie nun L.durch diese Arbeiten die tiefsten historischen Kenntnisse bewährte, so zeigte er nichtwmiger seine theologischen Einsichten bei Bearbeitung des zur Vereinigung derProtestanten und Kaiholiken damals entworfenen Plans, um welches große W-rkersieh, in Verbindung mit Molanus und Bossuct, unsägliche, doch vergeblicheMühe gab. Auch darf man zu diesen Plänen für das Wohl der Menschheit seineBemühungen um Erfindung einer allgemeinen Charakteristik und philosophischentluiversalsprache (Pasigravhie) rechnen. Besser war ihm indessen seine Theil,-a-rneau einer andern rcinwistenschaftlichen Unternehmung gelungen. Der Kurfürstvon Brandenburg, nachheriger König von Preußen, Friedrich I. , hatte nämlichseinen Rath bei Errichtung der könizl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin gefo-dert, und ihn, nachdem diese, seinen Vorschlägen gemäß, zu Stande gekommenwar, zum Präsidenten derselben ernannt (1700). In dieser Eigenschaft lieferte L.einen großen Theil derjenigen Aufsätze, welche die Pli-ioMbnmn Il,-r>>U,lo,i8n,"zieren, und welche die neue Akademie 1710 erscheinen ließ. Als ober 3 Iah - nach-,her der König starb, und L. die Auslosung der Gesellschaft unter seinem den Wisscn-schaften wenig geneigten Nachfolger voraussah, eilte er nach Wien , um bei KaiserKarl VI. ein Asyl für dieselbe auszuwirken. Seine Anstrengungen waren frucht»los, wiewol er für seine Person die schmeichelhafteste Aufnahme vom Kaiser erfuhr,der ihn schon früher zum Baron und Reichshofrathe, mit einer Pension von 2000Gulden, ernannt hatte. Ebenso >var er vom Zaar Peter I. für die von ihm, zurCivilisation jenes unermeßlichen Landes, bei einer persönlichen Unterredung zu Tor-gau (1711) ertheilten Rathschläge zum geh. Rath erhoben und mit emem Jahr-gehalte von 1000 Rubeln begnadigt worden. So überhäuft mit äuß ilichen Ebre»,