Band 
Sechster Band. K bis L.
Seite
520
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ftht« ,r seinem literarischen Ruft die Krone auf durch seinen berühmten „L-n-n ,1«:'1 (1710), worin er die bekannte vorherbestimmte Harmonie und den

-Optimismus lehrte, worauf (1715) der ,,^s5»i <>in I'ei>te»,Iei»knt Inii>n,in"folgte. Das vom (Glücke so reich begünstigte Leben dieses Mannes sollte indeßnicht frei von Widerwärtigkeiten bleiben: der unglückliche Streit, in den er mitNewton über die Erfindung der Differentialrechnung gerielh, in Verbiüdung mitpodagraischen Beschwerden, verbitterte das Ende des thätigen Lebens dieses außer-ordentlichen Mannes. Erstarb in seinem 70.1., am 14.Nov. 1716, und ruht ander Esplanade ani Ende des Exercierplahes zu Hanover in einem tempelförmigenMonumente, welches die einfache Aufschrift: „O-i.-, l-eibiütii", führt. L. warvon mittlerm Wüchse, mager, aber von fester Gesundheit; er trug sich gebückt;sein in der Jugend schwarzes Haar halten Anstrengungen früh gebleicht, abersein Auge, obwol kurzsichtig, war noch im Alter vortrefflich. Er hatte eineeinnehmende Gesichtsbildung, einen heitern Charakter und ebenso viel Leichtig-keit im Vortrage als in der Arbeit; er studirte meist des Nachts und schlum-merte oft bloß in seinem noch auf der Bibliothek zu Hanover verwahrten Stuhle.Alles ohne Unterschied lesend, begnügte er sich mir kurzen Excerpten auf kleineZettelchen, die er in einem besondern Schranke verwahrte, ohne ihrer, bei derDortrefflichkeit seines Gedächtnisses, hernach je wieder zu bedürfen; einen großenTheil seiner Zeit raubten ihm auch die bis nach China ausgebreitete Correspondenzund andre Verbindungen, in denen er mit verschiedenen Menschenclassen stand.Dabei war er im Umgänge bescheiden, weder ruhmredig noch mißgünstig; nurwird ihm Zorn, große Geldliebe und einige Eitelkeit vorgeworfen. Sein Haus-wesen vernachlässigte er gänzlich; verheirathet war er nie. L. wurde durch denZeitgeist, durch die Dergleichung der frühern philosophischen Systeme, unter denenihn namentlich die der Griechen früher Zahre lang beschäftigt hatten, vorzüglichaber durch die mathematische Richtung seines Geistes auf das ihm eigenthümlichephilosophische System geleitet. Er gedachte die Philosophie durch jene Richtungzu reformiren und ihre Grundsätze dergestalt festzustellen, daß der Widerstreit zwi-schen den Parteien damit von selbst aufhören müsse; darum war er für den Ra-tionalismus (s. d.) in dem Sinne, wie ihn Plato auffaßt, und für die Me-thode der Demonstration; was ihn auch verhinderte, die Scholastik ganz zu verwer-fen. Es gibt, wie in der Mathematik, so auch in der Philosophie nothwendigeWahrheiten, deren Gewißheit nicht aus der Erfahrung entstehen kann, sondern inder Seele selbst gegründet sein muß, indem sie auf Principien beruhen, deren Be-weis nicht vom Zeugnisse der Sinne abhängig ist. Diese richtige Ansicht bildet dieGrundlage des Leibnitz 'schen Rationalismus, dessen Hauptcharakter in einer eigen-thümlichen Theorie der Erkenntniß, in der Monadologie und Theodicee (dem -Opti-mismus) besteht. Zn Bezug auf die Erkenntniß sind nach L.'s Systeme 1) dienvthwendigcnWahrheiten der Seele angeboren, zwar nicht dem wirklichen Bewußt-sein, aber der Anlage nach; denn es gibt dunkle, klare, verworrene und deutliche Vor-stellungen; alles Sinnliche ist verworren, und nur die deutliche Erkenntniß ist ein Ei-genthum des Verstandes. (Durch diese Ansicht stellte er sich dem Locke'schen Empi-rismus entgegen, was vorzüglich in jenem „tlsssi" geschah.) Um zur Wahrheit zugelangen, bedarf es aber der Anwendung der Regeln der Logik, wie sie auch die Ma-thematiker gebrauchen, indem der-Lah durch Analysis in einsachereWahrheiten auf-gelöst wird, bis man zu den Grundwahrheiten gelangt; das Cartesianische Krite-rium: Klarheit und Deutlichkeit, reicht dazu nicht hin. „Unsre Schlüsse", sagt L.(Op. 1>, 24), „sind auf zwei große Principien gebaut: den Sah des Widerspruchs(kraft dessen wir als falsch beurtheilen, was einen Widerspruch enthält, und alswahr, was dem Falschen entgegengesetzt ist), und den Satz des zureichenden Grun-des (dem zufolge keine wahre Behauptung »xistirt, wenn es keinen zureichenden