Band 
Sechster Band. K bis L.
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Leibrenten

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oben erwähnten Schreiben L.'S an Newton vom21.Iuni 1671, unb 15 Jahrenach Bekanntmachung des ebenfalls erwähnten Aufsatzes im Octoberheft 168! d.,,.V. Ic.", zuerst Fatio de Duillier (s. Newton gegen den Schluß) erhob und dieErfindung dieser Rechnung Newton vindicirte. Das eigens zu diesem Zwecke ver-faßte Schriskchen war so anzüglich geschrieben, daß sich L, zu einer Antwort in d.„veranlaßt fand, die den Streit für einige Zeit beendigte; als aber Newton5 Jahre spater (1704) seine Optik erscheinen ließ, und Zu deren Schlüsse eineDar-stellung der Fluxionenmethode publicirte, deren Erfindung er schon 1b6k gemachtzu haben behauptete, so gaben d. „4. I'." im Jahre darauf einen Auszug diesesWerks sammt einer für Newton ungünstigen Vergleich»») seines uiO des Dtffercn-tialverfahrens, wodurch die unte? dei' ?lsche brennende Glut aufs Neue angefachtwurde. Keill, Pros. der Astronomie zu Oxford , entblödete sich sogar nicht, in den„l'I.ilo'Mpliio',! Ir.nns.-iclio»;" für 1708 geradezu zu sagen, Newton sei nicht nurder alleinige Erfinder des neuen Verfahrens, sonder» L. habe das seinige, mit bloßerVeränderung der Ausdrücke und Bezeichnungen, danach gebildet. Dies veranlaßteden Letzter», an Hans Sloane, derzeitigen Secretair der königl. Societät zu Lon-don , zu schreiben und die Entscheidung derselben zwischen ihm und .steill zu ver-langen. Diese Gesellschaft ernannte sofort eine Commission, deren Ilrtheil dahinausfiel, daß die Differential-und Fluxionenmethode wesentlich nicht verschiedenseien, und daß es also nicht auf die Erfindung der einen oder der andern, sondernauf die Priorität ankomme, in welchem letzter» Bezug aber fest stehe, daß Newtondas Verfahren 15 Jahre vor Bekanntmachung des Leibnitz sehen Aufsatzes in d.

luuüii." in Besitz gehabt habe. Daher könne Keill's Behauptung von L.weder als eine Verleumdung noch auch nur als eine Unwahrheit betrachtet werden.Durch diese Entscheidung der Societät aber ward die Spannung zwischen ihnen nurnoch größer, und wir führen mit Bedauern an, daß es namentlich L. war, welcherdurch einen zur Mittheilung an Newton bestimmten Brief an den damals in Eng-land befindlichen, den Vermittler spielenden Abbe Conti das Mißvexstäi.dniß un-heilbar machte, indem er darin, neben andern beleidigenden Äußerungen, zu ver-stehen gab, daß Newton den Algarirhmus unendlich kleiner Größen vor ihm nichtmöchte gekannt haben. Newton replicirte durch Conti; so ging die Sache hin undher, bis L. die Augen darüber schloß. Die vollständigste und sorgfältigste Ausg.von L.'s Werken hat Ludwig Dutens, LegationSsecrekair in engl. Diensten, besorgt:

6uil, I^ilmitii operu vlnuiu" (Genf 1768, 6 Bde., 4.). (Es ist zu be-merken, daß in der Dutens'schen Ausg. alle diejenigen Philosoph. Schriften fehlen,welche RaSpe sAmsterdam 1760, 4.^ u. d, T.: „Oeuvres pl>ll>>rupl>iguesZ1. I.eibnit/.", edirt hat. Man muß also beide Sammlungen vereinigen.) Mitje-ner Sammlung ist Dutens nicht ohne große Mühe zu Stande gekommen, und erverbreitet sich über die Schwierigkeiten der Vereinigung so vieler und so zerstreuterSchriften und über die diesfallsige Correspondenz mit Voltaire in s. „äI0n,,irs8<I'uu vo^u-zeur gul 88 reposo" (Bd. 1, S. 248 fg.) auf eine höchst anziehendeWeise. Außerdem sind noch die Briefsammlungen von Gruber, Feder nachzusehen.Das Leben dieses außerordentlichen Mannes, der das ganze Gebiet der Wissen-schaften mit genialem Blick übersah, hat zuerst sein vertrauter Freund, Ioh. Georgv. Eccard, nach L.'s Tode Bibliothekar zu Hanover , beschrieben, welche Biographiejedoch erst im P Bde. von Murr's „Journal der Kunstgeschichte und allgemeinenLiteratur" abgedruckt worden ist, Derselbe Eccard hat auch Fontanelli die Mate-rialien zu seiner Lobschrift as' L. verschafft. Außerdem erwähnen wir der Lobschrif-ten auf ihn von Kästner (1769) und von Bailly und Fontenelke.

Leibrenten (vitMilniin, rciilo8 virileres. unnuities upcm liveH,lebenslängliche Einkünfte eines Capitals, das unter der Bedingung dargeliehen wird,daß der Anleiher dem Glnuhiger für seine Person davon höhere (nach dem Verhält;