Leicesier
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Zinsen und allemal die Zurückzahlung des ganzen Capitals erspart. (Dgl. An-nuitäten und Renten.) Belehrung findet man in TetenS's „Über Leibrenten"(2 Bde.) und in II. Z. H. Mcyer's „Anleitung zur Berechnung der Leibrentenund Anwartschaften" (Kopenhagen 1823, 2 Bde.). X.
Leicester (Robert Dudley , Graf v.), jüngster Sohn des Herzogs v. Nort-humberland, geb. 1531, war ein Mann, der unter Frauenherrschasr sein Glückmachen mußte; eine reizende Gestalt, ein zierlicher, geschmeidiger Hofmann, eingewandter Schmeichler. Die Königin Elisabeth (s. d.), die ihn schon währendihrer Gefangenschaft im Tower kennen gelernt hatte, schenkte ihm gleich nach ihrerThronbesteigung ihre Gunst. Sie überhäufte ihn mit Ehren und Reichthum, under hatte so viel Einfluß auf sie, daß man ihn gewöhnlich das Herz des Hofes nannte.Er war Oberstallmeister, Geheimerralh, erhielt die Herrschaften Kenilworth, Den-bigh und Chlrk und wurde zum Baron Denbigh , dann zum Grafen von Leicestererhoben. Er wagte es, auf Elisabeths Hand zu hoffen, wiewol er heimlich verhei-raihet war/und allgemein ging das Gerücht, der Tod seiner Frau (1560) sei nichtnatürlich gewesen. Der Vers. des „Waverley" hat jenen Verdacht und die schreck-lichen Umstände, die Aubrey in den „Aiiliguilies »lllc, Killn v" von dem Tode derUnglücklichen erzählt, in seinem Romane „Kenilworth" benutzt, obgleich er nicht sel-ten von der Geschichte und der Überlieferung abgewichen ist. L. scheint der Vermäh-lung der Königin mit dem Erzherzoge von Östreich entgegengearbeitet zu haben, un-ter dem Verwände, daß Verbindungen mit ausländischen Fürstenhäusern immerverderblich für England gewesen seien, und er rief ihr das Beispiel ihres Vaters zu-rück, der es nicht verschmäht hatte, einer Untenhanin seine Hand zu geben. Spä-terhin verband sich L. ohne der Königin Vermissen mit der Witwe des Lord Shef-field, aus dem Hause Douglas; aber obgleich eine förmliche Ehe geschlossen gewe-sen sein soll, so wollte doch L. sie nie zu seiner Gemahlin erklären, ja man behaup-tet, erhübe sie zu vergiften gesucht. Endlich zwang er sie, einen Andern zu Heim-chen. Auch warf man den Verdacht auf ihn, er habe sich durch Gift von seinemfurchtbarsten Feinde Devereup, Grafen von Essep, befreit, mit dessen Witwe ersich verheirarhete. Ein Abgeordneter des Herzogs von Anjou, der um ElisabethsHand warb, entdeckte der Königin das Geheimniß dieser Ehe, um den Alaun aufdie Seite zu schaffen, den er für da» größte Hinderniß der Ansprüche seines Gebie-ters hielt. Elisabeth schien sehr aufgebracht zu sein und wollte ihn ins Gefängnißschicken, ließ sich aber besänftigen. Als in der Folge eine heftige Schrift den Günst-ling eines Anschlags gegen die Landesverfassung und andrer Verbreche» beschuldigte,befahl die Königin ihrem Slaatsrathe, jene Anklagen amtlich für grundlos zu er-klären, wodurch der «türm gestillt wurde, wenn auch die Rechtfertigung Nieman-den überzeugte. L. veranlaßte um dieselbe Zeit eine Verbindung des Adels, welchedie Verpflichtung übernahm, Jeden anzuklagen, der den geringsten femts ligen Ver-such gegen Elisabeth machen würde. Diese Maßregel zielte auf das Verderben dergefangenen Maria Stuart , gegen welche L. eine tiefe Erbitterung hegte, seil sieseine Hand, die Elisabeth treulos ihr antrug, mit Verachtung abgewiesen hatte.Elisabeth übergab ihrem Günstlinge den Oberbefehl über die Kriegevölker, welchesie den Niederländern gegen Spanien zu Hülfe sandte. Sein Eintritt in Holland glich einem Siegeszuge, und die Niederländer ernannten ihn zum Oberbefehlshaberder vereinigten Provinzen. Die Königin war über diese ihrem Unterthan ohneihre Zustimmung anvertraute Gewalt unwillig, der Graf aber betheuerte seine Un-terwürfigkeit so demüthig, tH er leicht Verzeihung erlangte. Sein Eifer für denprotestantischen Glauben unfeine verschwende» ische Freigebigkeit halten ihn denNiederländern sehr beliebt gemacht; die Unfälle aber, welche die Engländer unterseiner Anführung erlitten, schwächten bald jene günstigen Eindrücke. Lein Klein-muth und seine Unfähigkeit wurden nun offenbar, und einem so großen Feldherrn