Band 
Sechster Band. K bis L.
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528
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528 Leiningen

rigaer Samen gewonnen, wenn er in einen Boden gesaet wird, der andre Reiz-,Mittel zur Vegetation besitzt, als derjenige hatte, worin der Same keimte, der daherein wichtiger Handelsartikel ist. Diesem an Güte folgt der aus Zeeland kommendesogenannte zcew sche Lein. — Wenn die Stängel des Flachses anfangen, eine gelb-liche Farbe zu bekommen, und die Knoten sich bräunlich färben, ärntet man ihn,d. h. »nan rauft die Siängel mit der Wurzel aus, bindet sie in Bündel, stellt diesezum Abtrocknen auf, bringt sie nach Hause und streift die Knoten oder Samenkap-seln davon ab. Dann werden die Siängel von Neuem in Bündel gebunden und infließendes Wasser gelegt (in die Röste gebracht), in welchem sie 6 bis 8 Tageliegen .Nüssen. Hier scheidet das Wasser die Flachsfasern, oder den äußern Bast,von dem holzartigen Stängel, mit welchem sie mittelst einer klebrigen, gummi-arrigen Masse verbunden sind. Dieser bindende Stoff wird durch das Wasser auf-gelöst. Je mehr die Röstung von der Sonne beschienen wird, desto besser geht sievon statten. Die Röstung im Thau scheint Vorzüge vor der im Wasser zu haben.Nach der Röste wird der Flachs gedörrt, damit die Stängel sich leicht zerbrechen,und die Holzblüttchen und übrigen Theile sich leicht von den Fasern absondern lassen.Das Zerbrechen der stängel, wobei jedoch die Fasern nicht zerrissen werden dürfen,heißt das Braken und geschieht auf einem einfachen hölzernen Instrumente, wel-ches Br ake oder Breche heißt. Dann folgen die übrigen Zubereitungsmittcl, unterdenen das, wodurch der Flachs bis zur Feinheit der Seide verarbeitet wird, vielleichtnicht allgemein bekannt sein dürfte. Es besteht darin, daß man die in dem Flachsenoch voi handenen Holziheilchen durch einen Aufguß von siedender Aschenlauge, inwelche Leinsamen, vcnetianische Seife, Glasgalle, gelbes Harz , Weißwurz undKochsalz geworfen werden, abzusondern sucht. Alsdann wird der Flachs gehecheltund zu Leinengarn gesponnen, aus welchem Leinwand, Drell u. s. w. gewebt wird.Von der Feinheit des Flachses hängt ebenso sehr als von der Geschicklichkeit derSpinnereien die Feinheit der gewonnenen Garne ab. Im RavcnSbergischen, dasFriedrich II. sein gutes «rpinncrländchen zu nennen pflegte, werden in Deutschland aus dem Flachse die feinsten Garne gesponnen, von da ins Bergische verführt (nachBarmen, Elberfeld u. s. w.), wo sie gebleicht und zubereitet, und nun weiter alsZwirne in den Handel oder gleich dort auf den Weberstuhl gebracht werden. Auchdie feinsten bradanter Spitzen werden aus diesem Garne geklöppelt. Da man auseinem einzigen Pfunde Flachs 7000 Gulden gewinnen kann, so ergibt sich, daßdiese Art Spitzen den Werth des Goldes weit übertreffen. In der Krause'schenFabrik zu Wolkenburg bei Ehemnih hat man 1825 den Flachs auf Maschinen, dieein Wasserrad irieb, zu spinnen oder in Garn zu verwandeln, gelungene Versuchegemacht; allein der Absatz deckte nicht die Kosten. Auch hat 1817 die von Girardzu Hirtenberg bei Baden in Östreich erfundene Flachsspinnmaschine, undnachher die Ehristian'sche, Aufmerksamkeit erregt. 1827 verfertigte in Mün-chen der Mechanicus Semler eine solche, von dem Tiroler Hofer erfundene,Maschine. — Vgl. H. Schubarlh's „Erfahrungen und Beobachtungen überFlachscultur und Flachsbereitung' (Leipz. 1829).

Leiningen, 1) Ein mediatisirles Grafenhaus (der Wetterauischen Bank),stammt von dem Schlosse Leiningen im Westerreiche, aus dem 13. Jahrh. Dieerste Hauptlinie, LeiningemHardenburg-Dachsburg, ward 1779 in den Reichgfür-stenstand erhoben. Sie besaß einen Theil der alten Grafschaft Leiningen im WormS -und Speiergau, erhielt dafür 1803 als Entschädigung einige mainzische Ämter;Amorbach (s. d.), Milrenberg, Seligenstadt , und. die pfälzischenÄmterMos-dach und Lopberg (zusammen 25d)M., 90,000 Einw., 15 Städte, 9 Marktfi.,172 Dörfer, 314,000 Gld. Eink.). Das Fürstenth. steht seit 1806 zu « unterbadischer, und zu z unter dänischer und hessischer Oberhoheit. Das Haus ist lu-therisch. Des Fürsten Mutter, Viciorie, geb. Prinzessin von Sachsen--Koblirg,