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Leinwand
an den Vortheilen der Handclsschifffahrk nimmt, sein fiskalisches Interesse leichtdem allgemeinen Vortheil eine geraume Zeit vorziehen, ehe die Gemeinschaft ein-schreitet. Sehr wahr heißt es in der „Neuen Organisation der SchifffahrtS - undHandelsverhälinisse auf dem Rheinstrom" (Basel 1822), daß das in dem von Preu-ßen vorgelegten Gesetzentwürfe für die Rheinschifffahrt vorherrschende Princip, soviel wie möglich Alles den Regierungen, im Vertrauen auf Berücksichtigung ihreseignen Interesse, bei guten Schifffakrtsanstalten zu überlassen, auch in Hinsichtder Leinpfade, selbst nicht einmal in Holland , allgemeine Anwendung finde, wiedurch ein Beispiel gezeigt wird. — So schlecht die Leinpfade an den deutschen Strö-men in früherer Zeit waren, so sehr beeifert man sich jetzt, sie nach dem Vorbildeder Klinsistraßen zu vervollkommnen. Die neueste zweckmäßige Arbeit dieser Art istder 1824 von Rüdesheim im Rheinga» bis Biberich angelegte Leinpfad, um dieVortheile des Lpeditionshandcls mit Umgehung des Mainzer Stapels für das Her-zogthum Nassau zu gewinnen. — Noch müssen wir des Bedürfnisses gedenken, daßgesetzlich, jedoch ohne Monopol, eine für die Bergschifffahrt zu regelnde Anstalt be-stehe, um von Station zu Station sicher und schnell gegen eine vorgeschriebene Taxeden Gebrauch der Leinpfadpserde wechseln zu können, falls nicht billige Preise durchdie Concurrenz erhalten werden können. 13.
Leinwand. Deutschland ist der Hauptsitz dieses Gewerbzweiges. Deutsche Leinen aus Westfalen, Schlesien, Sachsen, Böhmen -c. gehen in die entferntestenWeltgegenden, wo ihr unmittelbarer Absatz, zumal in Amerika , um so leichter jetztbefestigt werden kann, da der britische Minister Huskisson 1822 „mit Widerwillenund Bedauern", wie er im Parlamente sich ausdrückte, auf die Einfuhr fremderLeinen in England noch 8 Jahre lang einen hohen Zoll, zu Gunsten der irischenLeinenmanufaciur, bestehen lassen mußte, während welcher Zeit England diese»Theil seine«Fracht-und Eommissionshandels ganz verlieren wird, wenn der deut-sche Kaufmann den direkten Verkehr mit Leinwand nach den fremden Welttheilenthätig betreibt. (Vgl. Deutscher Handel.) Die deutsche Lemwand hat denVorzug vor der irischen. Die Ausfuhr der gebleichten und gefärbten Leinen ausEngland belicfsich 1822 auf 32 Mill., und aus Irland auf 12 —13 Mill.Pards;die Einfuhr des fremden Flachses auf 62 Mill. Pfund.
Leipzig. Es gibt vielleicht keine Stadt in Europa , die bei so beschränktemUmfange, bei verhältnißmäßig geringer Zahl ihrer Einwohner dennoch so allgemeineBedeutung in den Wissenschaften, im Handel, in der Geschichte gewonnen hat,als diese. Zu Ende des 10. Jahrh, stand ein slawisches Dörfchen (der Sorben-wenden, welche die ganze Gegend herum bewohnten) in dem Winkel, wo dieParde in die Pleiße fallt; es erhielt seinen Namen von den vielen Linden, die inder Nähe gewesen sein mögen. Im slawischen heißen diese UP, IH,-,; undDörfr nach der im nahen Walde häufigen Baumart zu benennen, war bei diesemVolksstamme sehr gewöhnlich. Ale Heinrich I. um 928 die Burg Meißen gegrün-det hatte, »in die Sorbenwenden zu unterjochen, scheint er auch in L.'s Ebene eineBurg angelegt zu haben, unter deren Schutze Freunde und Verwandte der Burg-leute sich ansiedelten. Indessen finden wir L. erst im 12. Jahrh., unter Ottod-m Re-chen, als eine feste Stadt mit Mauer und Graben. Es wurden ihr vondiesem Markgrafen zwei Märkte zu halten gestaltet, der Oster-und Michaeli«'markt, und die Zahl der Einw. betrug 5— 6000. Der Sohn dieses Markgrafen,Dietrich, welcher von 1197 —1221 regierte, lag mit seinen Nachbarn in Fehde,Und die leipziger Bürger hatten gegen ihn so viel Antheil genommen, daß er, sie inSchranken zu halten, drei Schlösser anlegen ließ (1218), von denen sich die Plei-s-'nburg erhalten bat. Da wir unter L.'S Bewohnern auch Juden finden, soscheint dies auf nicht unbedeutenden Handel hinzudeuten. Auch nenn: die Bulle,welche Alexander V. für die Stiftung der Universität 1409 ausfertigte, Lipzk