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„volkreich und geräumig". Damals mag die eigentliche Stadt schon die jetzigeGröße gehabt haben; denn 1454 führte bereits der Stadtgraben rings um die Stadtherum. Die Vorstädte waren bloße Hütten. Die lange Ruhe nach deni dreißigjäh-rigen Krieg« und der dadurch entwickelte Wohlstand begünstigte die Anlegung dermeisten großen, noch jetzt vorhandenen Gärten und der Lindenalleen auf den Wäl-len. Als nach dem siebenjährigen Kriege eine ähnliche Ruhe eintrat, so fielen dieFestungswerke, der Graben ward zum Garten, und statt der Wälle umzog einGarten die ganze Stadt. Wie der damalige Bürgermeister C.W. Müller (s. d.)dabei, wie bei so vielem Andern, thätig war, ist bekannt. Der immer steigendeWohlstand der Einw. begünstigte diese Verschönerungen nicht weniger. Unschein-bare Straßen der Vorstädte wandelten sich in die schönsten um, z. B. Quergaste,Neugaffe u. a. Die von Fachwerk gebauten Häuser in der Stadt wichen steiner-nen, zum Theil prachtvollen Gebäuden, in der Art, wie sie bereits zu Anfang des18. Jahrh, einzeln entstanden waren. — Leipzig liegt (nach Oberreit, da« Obftrva«torium: 51° 20' 19" N. B., 30° 1' 52" östl. von Ferro, oder 40' 1" in Zeitöstl. von Paris ) in einer großen Ebene, die fruchtbar und von wohlhabendenDörfern belebt ist. Selten steigt die Kälte auf 20 Grad. Gewöhnlich bleibt siezwischen 10 —17 Grad. Die Luft in der Stadt war ehemals ungesund, und dieSterblichkeit größer als in andern Hauptstädten; allein mit dem Abbrechen derhohen Mauern und Errichtung zweckmäßiger Anstalten für die Gesundheitspflegehat sich das so geändert, daß seit 1815 jedes Jahr mehr geboren wurden als star-ben. Vorher mußte nian im Durchschnitt 332 Überschuß von Gest. gegen Geb.jührl. annehnien. L. hat 123,307 ^Ruthen Flächeninhalt und 40,700 Einw.nach der Zählung von 1828. Die schnell wechselnde Witterung, die aus der ge-lindesten Temperatur oft in 24 Stunden in heftige Kälte übergeht, und umge-kehrt, erzeugt rheumatische, gichtische, katarrhalische Leiden, Keuchhusten, Ma-sern u.s.f.— Stürme und Orkane, heftige Gewitter sind in der Umgegend sel-ten, und Erdbeben gar nicht zu spüren. Außer dem Gemüse-, Taback- und Kar-toffelbau, der besonders getrieben wird, sind unter den Obstarten die borsdorferApfel berühmt: wie denn der Obstbau alle Jahre neue Fortschritte macht. VierFlüsse bewässern L.'S Fluren: die Pleiße kommt aus dem Voigtlande und gehtzwischen Stadt und Vorstadt nach N. zu, wo sie eine kleine «tunde davon indie Elster fällt, nachdem sie unfern der nördlichen (Halleschen) Vorstadt die vonO. herbeikommende Parde aufgenommen hat. Die (weiße) Elster kommt ausdem Voigtlande; ein Arm von ihr geht durch eine» Theil der westlichen Vorstadt,der, nachdem er alle leipziger Gewässer empfangen hat, bei Röpzig, zwischen Mer-seburg und Halle, in die Saale fällt. Die öuppe ist ein zweiter Arm, der dieStadt nicht berührt. Diese kleinen Gewässer sind öfters nach Regen und Thau-wetter nicht wenig gefährlich und verheerend. Die Stadt selbst hat, ohne Vor-städte, 8945 Ellen im Umfange, und 4 Thore, nebst 5 Pforten für Fußgänger-Man theilt sie in 4 Viertel: das grimmaische, Peters-, ranstädter und Hallesche.Wir finden in ihr 7 freie Plätze, 10 Hauptgassen und Straßen, 12 kleine Gassen ic.Die 4 Vorstädte haben 22 Gassen und Gäßchen. Die Zahl der Häuser in Stadtund Vorstadt beträgt 1420 und stieg seither alle Jahre. Die bedeutendsten Ge-bäude, zum Theil in schönem, edlem Style aufgeführt, sind das 1599 erbauteRathhaus, die Börse, Thomas-und Nicolaikirche, die 1829 erneuerte Thomas-schule , das Thomä'sche Haus, der Aucrbach sche Hof, die Pleißenburg mit derSternwarte, das Theater, der Koch'sche und Hohenthal'sche Hof, dasGeorgen-haus, Gewandhaus , Paulinum u. a. m. Die Peters- und grimmaische Vor-stadt sind die größten und schönsten; in jener zeichnet sich die schöne Esplanade mitdem Standbilde des verstorbenen Königs (von Öser) und der Roßplatz auq. DerRcichelssche Garten mit seinen großen Gebäuden, warmen Bädern, verschiedenen