Band 
Sechster Band. K bis L.
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Leipzig (Schlachten bei)

linken Flügel der Verbündeten litt jedoch bedeutend durch die Standhastigkeit derPolen, die jeden Übergang über die Pleiße wehrten und, durch das Terrain begün-stigt, ein wirksames Feuer unterhalten konnten. Auf dem franz. linken Flügelgab das von Holzhausen herangezogene 12. Corps Macdonald's einen sichern An-halt, und Napoleon ordnete auf den Höhen von Liebertwolkwitz den Kampf. Erentrif, den Verbündeten ihre Vortheile und beabsichtigte ihre Mitte zu sprengen;schon drangen seine Colonnen gegen Gossa und Gräbern vor. Dadurch ward esnöthig, dem Grafen Witgenstein, der hier befehligte, die Reserven, welche aufdem linken Ufer der Pleiße der dort fechtenden Colonne beistehen sollten, zuzusen-den, um dem Andränge des Feindes kräftiger zu begegnen. Es glückte; alleinMacdonald ließ die sogenannte Schwcdenschanze erstürmen und sicherte dadurchdem linken Flügel der Franzosen einen wesentlichen Vortheil. Am hartnäckigstenwurde bei Wachau gestritten. Don hier aus wirkte Napoleon fort und fort gegendie Mitte der Verbündeten, und seine Anstrengungen schienen in der That Erfolgzu versprechen, hätte er ihnen mehr Nachdruck geben können, zumal auch Ponia-towski bei Markkleeberg , wo man sich mit der größten Hitze schlu^nicht zumWanken gebracht wurde. Nun hätte zwar das Corps von Ney, jetzt von

Delitzsch her anlangte, den Ausschlag geben können; alleinzeigte sich. Es war am 16. Ock. von Halle nach Schkeuditz gerückt, Ame den Her-zog von Ragusa bei Wahren, Lindenkhal und Breitenfeld angegriffen, bei Möckernnach hartem Widerstände enlücheidend geschlagen und bedrohte nun Leipzig vondieser Seite her. Also mußte Ney ihm entgegengeschickt werden, und der entschei-dende Moment ging verloren, ja der Kaiser Alexander ließ durch den muth-genAngriff seines GardekosackenregimentS dem Feinde eine eroberte Batterie wiederabnehmen, die russischen Grenadiere stellten zwischen der Pleiße und Wachau dasGleichgewicht der Kräfte wieder her, und ungeachtet Napoleon bereits zur Feierseines Sieges die Glocken in Leipzig läuten ließ, halte er doch, wenn man denGewinn einer kurzen Strecke Terrain nicht dafür gelten lassen will, keinen Nutzendavon, denn es befanden sich bei Einbruch der Nacht beide Parteien so ziemlich inderselben Stellung, wie vor der Schlacht. Allein die Ankunft der Nordarmee,die Napoleon so gar nicht erwartet hatte, setzte ihn in sichtbare Bedrängniß; ermochte jetzt einen Ausweg wünschen. Er erfuhr sie früher als die Verbündeten,die ihrerseits zwar nicht besiegt waren, aber doch die Tapferkeit der Franzosen aufallen Punkten anerkennen mußten, denn auch die Entsendung Giulay'S nach Lin-denau halte ihren Zweck nicht erreicht und dort einen Widerstand gefunden, demsie nicht gewachsen war. Man ließ daher durch ein stillschweigendes Übereinkom-men am 17. Oct. die Waffen ruhen, die Verbündeten erwarteten die Ankunft ih-res dritten Hauptcorps unterBenningsen von Dresden über Grünma, und Napo-leon dachte an einen ehrenvollen Rückzug, zu welchem Ende er durch den gefange-nen östr. Grafen Meerveldt mit den Verbündeten zu unterhandeln suchte. Ersoll einen Waffenstillstand angetragen, ungehindert über die Sasse zu gehen ver-langt, dagegen die Herausgabe der Oder-und Weichs.lfestungen und die Geneigt-heit zum Frieden angeboten haben. Man schloß daraus aus s. Schwäche und gabden Anträgen kein Gehör, um so weniger, als den Verbündeten nun auch die Ankunftder Nordarmee kund ward, vor welcher sich Neu und der Herzog von Ragusa überdie Parde nach Schönfeld zurückzogen. Napoleon ward am 18. Oct. zu einemDertheidigungskampfe gezwungen und mußte sich uni den Rückzug schlagen. Ernahm eine Stellung mehr rückwärts zwischen der Pleiße und Parde, gedeckt durchdie Dörfer Konnewitz, Probstheida, Holzhausen , Paunsdorf und Schönfeld.Die »örtliche Vorstadt von Leipzig ward durch eine Batterie, hinter der Parde inden Gärten aufgestellt, und durch DombrowSki und den Herzog von Padua (Arrighi)vertheidigt. Bertrand hielt noch immer den Paß bei Lindenau frei, durch welchen.