Band 
Sechster Band. K bis L.
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Leiscwitz

Vorstadt und ihr Thor, jene so wütige Elsterbrücke gewonnen. Allein 15—20,000Mann in geschlossener Ordnung, mehr als 200 Stück Geschütz und zahlloses Ge-päck blieben diesseits(s. „Napoleons Feldzug in Sachsen im Z^1813", von O. v.Odeleben, Dresden 181 6) und vermehrten die Tropäen der Lsieger. Zwar ver-suchten PoniatowSkiS und Macdonald's Heldenscharen über die schmalen Drückender Pleiße zu entkommen und dann, von Neuem wieder durch die Elster gehemmt,eine Lanfbrücke im Reichenbach'schen Garten zu schlagen. Aber sie genügte nichtfür die Masse, die sich hinüberdrüngte. Der größte Theil ertrank in den Fluten derPleißc oder Elster, worin auch Poniatowski den Heldentod fand; die übrigen san-ken unter den Streichen ihrer Überwinden Macdonald entkam glücklicher. Nachund nach erlosch der Widerstand, die badischen Truppen konnten die innere Stadtnicht halten, die verbündeten Monarchen an der Spitze ihrer Krieger zogen ein.—Man hat den Verlust der Franzosen an Gefangenen, Todten und Verwundeten auf60,000 M. geschätzt, wobei gegen 3000 Officiere; man hat 300 eroberte Kanonengezählt und eine unermeßliche Menge Gepäck u. dgl. erbeutet. Den Siegern soll dieSchlacht bei Leipzig gegen 45,000 M. gekostet haben (nämlich 8000 Ostreichen,21,740 Russen, 14,950 Preußen und 300 Schweden). An Napoleon's Nieder-lage bei Leipzig knüpfte sich eine Reihe Folgen von welthistorischer Bedeutung undinsbesondere für Sachsen an. (Dgl. d. Art. Sachsen u. Russisch-deutscher Krieg,) S. Aster'sPlan v. d. Schl. bei Leipzig und den Situationsplan der StadtLeipzig , von §. W. Gerlach. Über Das, was Blücher vom 6.—19. Oct. geleistet,s.C. v.W. (Gen. v. Müffling):, Zur Kriegsgeschichte derI. 1813 u. 1814" (Ber-lin 1824); außerdem die Schriften von v. Odeleben, von Plotho und die „ÜbersichtdesFeldzugs im 1.1813 ic." mitCharten (Weimar 1814, 4.); überSachscn ins-besondere die „Acten- und thatmäßige Widerlegung einiger der gröbsten Ünwahr-heiten und Verleumdungen" (Deutschland 1815) und die Erzählung von dem Über-gänge der Sachsen , in der „Iena'schen Lilcralurzeitung", 1814, Nr. 3. 5.

Leisewitz (Johann Anton), geb. d. I.Mai 1752 zu Hanover , studirte dieRechte zu Göttingen und lebte mit Boje, Bürger, Hölty, Miller, Stolberg , Voßu. A. in freundschaftlichem und literarischem Verkehr. 1777 wurde er zu Braun-schweig als Landschaftssecrekair, 1790 als Hofrath bei der geheimen Kanzlei ange-stellt, 1801 zum geh. Iustizrarh und Referenten im geh. Conseil, und 1805 nochzum Präsidenten des Obersanitätscollegiums ernannt. In diesen Ämtern erwarber sich durch seine mit der strengsten Rechtschaffenheit verbundene und durch diegründlichsten Einsichten geleitete Thätigkeit ausgezeichnete Verdienste. Als Schrift-steller hat sich L. durch ein einziges, aber meisterhaftes Trauerspiel: „Julius vonTarent " (Lpz. 1776), einen bleibenden Ruhm erworben. Früher hatte er an einerGeschichte des dreißjähr. Kriegs gearbeitet, aber die Handschrift noch vor s. Tode(10. Sept. 1806) vernichtet. Seine Schriften sind (Wien 1816, beiArmbrusier)zusammengedruckt worden.

Lekai » (Henri Louis), tragischer Schauspieler, geb. 1728 zu Paris . SeinVater, ein Goldschmied, wollte ihn demselben Berufe widmen. Der Knabe hattebereits im 16. I. so große Fortschritte gemacht, daß man s. Arbeit suchte. Dabeigenoß er Unterricht im täOIe^e sie >I,iL,iin. wo die Schüler zu Ende des Schul-jahres ein Schauspiel aufführten. L. konnte die dabei erfoderlichen Kosten nicht be-streiten und übernahm daher das Geschäft des SoufstirenS. Er brauchte dabei imNothfalle kaum das Buch, so ganz prägten sich die Schauspiele seinem Gedächtnisseein, wenn er sie mehre Male gehört harte. Sein größter Genuß war, Sonntagsdas französ. Theater zu besuchen. Als nach dem Frieden von 1748 die geselligeUnterhaltung in Paris neues Leben erhielt, bildeten sich einige Privattheater; auchL. verband sich mit einigen jungen Leuten zu einem in der Straße St.-Mery, dassich bald über die andern erhob. L. zeichnete sich durch sein Spiel aus, und Arnau -