Band 
Sechster Band. K bis L.
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Lemberg

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Bacukard ließ 1780 sein Lustspiel: „Der schlechte Reiche", zuerst von dieser - ^

schüft aufführen. Voltaire, Arnaud'ö Gönner, war bei der Vorstellungund lud L., der die Rolle des Liebhabers spielte, zu sich ein. Der junge Schaust-erschien blöde vor dem berühmten Manne, der ihm aber entgegenkam M>tWorten: „Dem Himmel sei Dank, ich habe zum ersten Mal Jemandder mich bewegt und gerührt hat, selbst als er schlechte Verse sprach!" M« ^widerrieth ihm jedoch, Schauspieler zu werden, ja, um den jungen Mann iOwegen, das Gewerbe seines Vaters nicht zu verlassen, wollte er ihm 10 , 00 » 0vorschießen, um ihn in eine bequemere Lage zu setzen. L. schwankte, überfein'" ,rer Trieb zur Kunst siegte. Als Voltaire sah, daß der Entschluß des jungen 2) ^nes unerschütterlich war, erbot er sich ihm wenigstens die Kosten der Lehrjadss ^ersparen und ihm in seinem Hause ein Theater bauen zu lassen, wo L. mit st!" „jungen Freunden spielen könne. L. wohnte nun bei Voltaire , dessen zweimitspielten, und zuweilen übernahm der Dichter selbst eine Rolle. Die ausgastnetsten Männer strebten nach dem Vorzüge, diesen Vorstellungen beizuwed" ^Hier sah man die Rolle des Cicero in dem „Geretteten Rom" von Voltaire einer Kraft und Wahrheit gespielt, wovon die Überlieferung noch immer zu erMst,

weiß, und, von dem Beispiele eines solchen Musters begeistert, glänzte L. als

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Während der 6 Monate, die er in Voltaire's Ich he verlebte, machte seine Ku»st^tigkeit die größten Fortschritte, und er selbst sagt in seinen von seinem Sohne her"^gegebenen „ä-Iemvires clo 11. Uelc.iin" (Paris 1801, neue Allst., piceöo- ^retlexions sur cet aoteur et 8nr I'srt tlie-itral, pur'I'ul ma, PariS 1828)' ^habe in jener Zeit die Geheimnisse seiner Kunst ergründet. Vor seiner Abreist nBerlin (1750) erlangte Voltaire für seinen Schützling die Erlaubniß, aufIbeätro irnncnie aufzutreten. L. erwarb großen Beifall, lernte aber bäM ,Schwierigkeiten kennen, die jeder ausgezeichnete Mensch auf seiner Laufbahn 5"^,und es gelang Neidern und heimlichen Feinden, trotz den Äußerungen des öffeM^chenBeifalls, L. s Aufnahme so lange zu verzögern, daß er nicht eher als ändert«) 1Jahre nach seinem ersten Auftreten Mitglied der Bühne wurde. Seine Zeitgen,sen, die ihn in seinen glänzendsten Leistungen sahen, und nicht, wie Marmo" ^feindselig gegen ihn gesinnt waren, rühmen einstimmig das tiefe Studium,in allen Theilen seiner Kunst zeigte, sein richtiges Urtheil und vor Allem die r^Empfänglichkeit seines Gefühls. Bis ans Ende seiner Laufbahn überstimmte^Bewunderung den Neid. Eine seiner glänzendsten Darstellungen war MäV^ ^in Voltaire's gleichnamigem Stücke., Das Gebürdenspiel, worin er Meister >rerhöhte die Täuschung. Er war die Seele der Bühne, sobald er auftrat, und l ^gemessene Declamation gab den Mitspielenden den Ton an. Man weiß, daßin seinem „Versuche über die Musik" Stücke von L.'s Rollen aufNoten gesetztVoltaire nannte ihn den einzigen wahrhaft tragischen Schauspieler. Er esi""" g.Leben hohe Achtung, wozu sein edles Wesen nicht weniger als s. Kunstgaben be> r ^Seine letzte Leistung: Vendvme in Voltaire s „Adelaide ", bewunderte manst^zals Alles, und die Anstrengung- die er dabei machte, war die nächste Ursache) ^Todes. Er ging bei rauhem Wetter sehr erhitzt aus dem Schauspielhaus' ^diese Unvorsichtigkeit, derer eine noch größere hinzugefügt haben soll, zogentzündliches Fieber zu, das ihn in wenigen Tagen, 1778, ins Grab st""^^,PjUdem Tage, wo er starb, kehrte Voltaire Nach einer Abwesenheit von 30 J-.""AAt-ris zurück, und die erste Neuigkeit, womit man ihm entgegenkam, war dieternde Nachricht von dem Tode seines Schützlings.

Lemberg (poln. Lwow ), HaUptst. mit 47,500 E., worunter 18,249 A ^und nach Brody die wichtigste Handelsstadt im Königreich Galizien , in deM^^sgl. N., am Bache Peltew, mit Bergen umgeben, ist der Sitz des östr.Guber 'und andrer Landeskollegien. L. hat einen küth., einen griech. und einen armen I