Band 
Sechster Band. K bis L.
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Erzbischof, welche mit der röm. Kirche vereinigt sind, einen evangelisch-luth. Super-intendenten , wir auch den obersten Landesrabbiner. Bonden ehemal. 33 Klösternsind noch 10 vorhanden. Außer den Gymnasien befand sich hier eine Universität,welche nach Krakau verlegt, 1817 aber wiederhergestellt ward (llm.i ».nxusaramit 26 Lehrern, 220 Studenten). Auch wurde in dcms. I. eine Realschule für denBürger-und HandelSsiand eröffnet. Auch gibt es hier eine ständische Akademie,2 kheol. Seminarien rc. Die gräfl. Ossolinsk. Bibliothek ist eine öffentliche.

Lemercier (Nepomuk Ludwig), Mitgl. der stanz. Akad., Dichter, undvielleicht der genialste Dramatiker des jetzigen Frankreichs , geb. 1770 zu Pari«,schrieb schon in seinem 16.1. ein Trauerst., ,.Meleager", das jedoch nur eine Vor-stellung erlebte. Bald folgten andre, diezumTheil dauernden Beifall fanden, z.B.s. „Agamemnon", s. Schaust. „Pinto", „Christoph Columbus ", „l.-r journeslies llu,,cs" rc. Llußerdem haben noch s. „Louis dv iitlör.ilure" und s. philos.'.satyr.Gedicht, „s,.i ?unlivpnc-risi!>üe", Aussehen erregt, wennschon die Kritik über letz-teres besonders den Stab brechen zu müssen glaubte, und in dem Eifer, dem DichterVerstöße nachzuweisen, die Schönheiten und die Masse von Kenntnissen übersah, dieL. eben in dieser Dichtung aufeine crstaunenswürtige Art entwickelt. Ein Charakterwie der seine, dessen Bestreben dahinging, eine scharfe Opposition gegen Mißbräuchezu bilden, mußte viele Anfeindungen erfahren; am meisten verfolgte ihn die Censurals dramat. Dichter. L. machte endlich s. Vertruste Luft in einem viel gelesenensatyr. Vorspiele zu s. Komödie: „l-e cnri upteur", daS u.d.T. „u.ime ee»»»re,ou 1.1 ooiiuptrioe" , Paris 1823) die Kleinlichkeit und das Gehässige dieser Be-schränkungsanstalt für den Geist mit der schärfsten Ironie geißelt. Bis jetzt hat L.einige 30 Trauer-, Schau-und Lustspiele für die Bühne geliefert, ungerechnet seineandern theils metrischen, theils prosaischen Schriften. Sein neuestes histor. Dramain b Acten, „kx-liurd III. et.le.iimc Niore" (Paris 1824), nach ShaksteareundNowe, ist mit wahrer Genialität entworfen, findet aber in Paris nicht den Beifall,mit welchem man des jungen Dichters Liadu rcS Trauerspiel „Jane Shore " auf-genommen hat. L. dichtet nämlich nicht im Sinne des herkömmlichen, nach Aristo-teles und Bodeau geregelten Geschmacks; er verletzt oft das System der stanz. Ein-heiten, am meisten hat er dies in s. „Columbus" gethan; er glättet s. Verse nichtfleißig genug; daher wollen viele s. Landsleute ihn nicht verstehen, und es hat sichnur ein Trauerspiel von ihm auf den stanz. Theatern erhalten, sein „Agamemnon ".Seine Lustspiele fallen immer durch. 1826 gab er in 2 Bdn. „Llumts bc,ox,uo,ot popul-dres des roldulz et milelots greos, Iuxl. en vers Iruoeiis" heraus.Sein Trauerspiel: „Ue, m.iitvis de 8oul>, ou l'IPire moderne", in 5 Aufz.(Paris 1826), ist nicht aufgeführt worden.

Lemierre (AntonMaria), Schauspieldichter, geb. den 18.April 1733zuPari«. Sein Vater, ei» Sporer, legte sich jedes Opfer auf, ihm eine gute Erziehunggeben zu lassen. Die Anlagen, die der junge Dichter verrieth, bewogen den Finanz-pachter Dupm, ihn mit dem Titel eines Secrelairs zu sich zu nehmen, um ihm, ohnes. Zartgefühl zu beleidigen, die Mittel zu geben, s. Hange zur Dichtkunst sich zu über-lassen. Mehre s. Gedichte wurden von Akademien gekrönt, u. a. sein Gedicht überden Handel, worin der Vers: „l.e tiideot de >«?j>tui>eest >e scepti e d» Monde ",vorkommt, den man den Vers des Jahrhunderts nannte. Sein erstes dramat. Stück,„Hypermnestra ", fand 1758 einen außerordentl. Beifall. Man hält dieses Stückfür diejenige s. Arbeiten, welche die beste Anlage hat. Doch sagt ein Spötter nichtmit Unrecht: „Es ist ein Trauerspiel zum Malen": ein Witzwort , das mon ausdiemeisten Arbeiten des VfS. angewandt hat. Unter s. spätern dramat. Werken nenntman vorzüglich „Wilhelm Teil", der in der neuen, vor dem Anfange der Revolutionauf die Bühne gebrachten Bearbeitung außerordentl. Beifall gewann, und „DieWitwe von Malabar". Nur diese 3 Stücke haben sich, trotz ihrer Fehler, aus der