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Sechster Band. K bis L.
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Keiiinilis

Lemnos

Bühne erhalten. Es fehlt L.'s Llrbeiten nicht an Feuer und Leben, aber zu den,Befall, den das franz. Publikum ihnen eine Zeit lang schenkte, trug sehr viel bei,daß er die tramat. Wirkung durch gu, berechnete Dekorationen zu verstärken wußte.Den Leser, der einen wohl angelegten Plan, gut durchgeführte Situationen, einereine Diction sucht, befriedigen sie nicht. Besonders ist die Spräche die schwacheSeite des Bss.; doch findet mal, in allen s. Trauerspielen Deise, die sieb durch kräf-tige Gedanken und edeln Ausdruck auszeichnen. Unter s. übrigen Dichtungen sindauch die über die Malerei (1169) und die JahreSgebräuche („I.es ü.5ws n» ><-,?iw.igc; <le l'uuue-e", 1119) nicht Shne schöne Einzelheiten. L. erwartete nachVoltaire s Tode die Aufnahme in die Akademie; aber noch empfindlicher als dieerste Täuschung, die er erfuhr, als ihm Ducis vorgezogen wurde, war ihm 2 Jahrenachher die zweite, und et sagte bitter von dem ihm vorgezogen-» Chabansn: „KeinWunder, daß er gesiegt hat, er spielt die Geige, ich nur die Leier". Erst 1181 warder, als Batteux gestorben war, Mitgl. der Akademie. Die Gräuel der Revolutionwarfen ihn in eine Art von Betäubung, und er starb im Juli 1192, fast aller Mit-tel zu seinem Unterhalte beraubt. Seine Werke wurden 1810 von Perin in 3 Bdmgesammelt.

Lemnius (Simon), eigentl. Lemchen, Epigrammatistund beißender Satyri-ker, geb. zwischen 1510 — 20 zuMargadant inGraubündten, studirke 1533 zuIn-golstadt, lebte dann 5I. in Wittenberg , wo er sich durch nicht gemeineSprachkennt-nisse auszeichnete. Er war so eng nnt Melanchthon verbunden, daß er diesem, als1535 wegen der Pest die Universität nach Jena verlegt wurde, dahin folgte und mitihm wieder nach Wittenberg zurückkehrte. Aber s. feuriger Geist überließ sich eini-gey,Ausschweifungen; daher wurden s. Wunsche, eine Professur in Wittenberg zu er-halten, allenthalben Hindernisse in den Weg gelegt. Am meisten schadete ihn, seine1538 herausqeg. Sammlung von Epigrammen, in welchen nicht nur mchre Wit-tenberger verspottet, sondern auch der Card. Erzbischof Albrecht, Luiher's bittererFeind, als ein Beschützer der Wissenschaften gepriesen wurde. Diese poct. Spiele er-regten Luthers Zorn, welcher, nicht zufrieden mit der Wegnahme der noch vorhan-denen Exemplare und der Bestrafung des Druckers, durch s. fortgesetzten Verfol-gungen L. nöthigte, die Flucht von Wittenberg zu nehmen. Man verfolgte ihn mitSteckbriefen und verwies ihn, da diese fruchtlos blieben, förmlich von Wütende, g.L. wandte sich nach Basel , wo er vermuthlich in einer Buchdruckerei als Corrcctors. Unterhalt fand. Kaum hatte er jedoch das Relegaiionspatent gelesen und vonLuther's heftiger Strafpredigt wider ihn gehört, als er s. Epigramme, mit einem2. Buche vermehrt, aufs Neue herausgab, sich darin die gröbsten Ausfälle aufLutherund s. andern Feinde erlaubte und Schmähungen mit Obscönitäten abwechseln ließ.Eamerarius schrieb dagegen eine nicht heftige, aber ernste und würdige Gegenschrift(„l'Wgi.is !>,»1<>i;>n, ikus"). Hierauf gab L. seine „Apologie" heraus, in welcher ertheils s. ersten Epigramme in Schutz Nimmt, theils neue heftige Angriffe aufLutherthut. Diese Apologie gehört unter die größten literar. Seltenheiten. Noch seltenesaber ist seine u. d. N. I.noiur Linien; Ouveiiali, erschienene „älc>„3cbyj>»i onm.i-cbi->" („Der Mönchs-Huren-Krieg"), in welcher er, wie er schon längst gedrohthatte, wenn man ihm keine Ehrenerklärung gäbe, „die Gräuel des wollüstigen Wit-tenbergs" aufdecken wollte. Diese schmutzigen Bogen sind Luther'n dedicirt, und dasGanze ist eine Art von Komödie der niedrigsten Art, worin Venus, Luther , Ivnas,Spalatin, ihre Frauen nebst ihren Liebhabern und einigen Nebenpersonen die un-züchtigsten Gespräche führen. 1540 gelang es endlich s., bei dem neuerrichtctenGymnasium zu Chur in Graubündken als Lehrer angestellt zu werden. Hier gab erpoct. Schriften, u. a. eine Übersetz, der „Odyssee" (Basel 1519, 2 Bde.) heraus, diebesonders in Italien s. literar. Ruf verbreitete. Erstarb d. 21. Nov. 1550 an der Pest.

Lemnos (jetzt Stalinwne), die nördlichste griechische Insel ini Archipe-