I^emui-es
Lenclos
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nedig, den Carousselplah in Paris schmückt», und die bereits erwähnte ReitersiatueHeinrichs l V. in Bronze. Seine vortrefflichen Skulpturarbeilen an dem Triumph-,bogen zu ChalonS sur Marne wurden 1814 mit dem ganzen Kunstwerke zerstört.—Sein neuestes Werk ist die kolossale, 11 Fuß hohe Reirerstalue Ludwigs XI V. inheroischem Costum, sür die Stadt Lyon , 1824. Ein reiner und strenger (Geschmack,gute Ideen in der Erfindung und Kraft in der Ausführung' zeichnen L.s Werke aus.Unter der kaiserl. Regierung erhielt er den Orden der Ehrenlegion, 1817 den desheil.Michael. Auch schrieb er die „Xotice I>i;lo>iguo sur I» ville ei le obäteauclo Oüiktmi, o» vorige pitioresgue llans le boeuge lle Ir> Vcinlee (Paris 1817,4.). L. starb zu Paris im Mai 1827. 12.
1. e m n r e »(Kuniae, l.amiae), bei den alten Römern die Seelen der Der:storbenen, und zwar diejenigen, welche in der Nacht als Gespenster die Menschenbeunruhigten, daher ihnen auch der Beiname der nächtlichen oder der schwarzengegeben wurde. Um sie zu verbannen, feierte man in den Nächten des 9., 11.und 13. Mai ein Fest, welches Lemnrien (I.eniuein, 1^cm»r:>Ii,i. Idemuri-,) hieß.Um Mitternacht, wenn Alles schlief, stand der Hausherr auf und ging barfuß, leiseund stillschweigend zu einen» Brunnen. Durch ein Schnippchen, welches er ebenso stillschweigend schlug, wehrte er die Schatten ab. Am Brunnen wusch er dieHände, ging »nieder zurück, nahm schwarze Bohnen in den Mund und warf solche,ohne sich nmzusehkn, 9 Mal über den Kopf hinter sich, indem er jedes Mal dabei dieWorte aussprach: llace <go initio. in; OOii; ine ineoigue reünno (dies sei füreuch, mit diesen Bohnen kaufe ich mich und die Meinigen los). Daraufwusch er sichnochmals die Hände, schlug an ein kupfernes, hohles Gefäß und sagte dabei 9 Malmit bittenden» Tone: älunes exil«! z-mcnn (zieht von bannen, ihr Seelen meinerVorfahren)! Nun sah er sich um, und die Feier war vollendet. Man glaubte, dieGeister kämen und sammelten die Bohnen auf.
Lenclos (Anne, genannt Ninon de), die Aspasia der Franzosen , wurde1615 zu Paris von adeligen Altern geboren. Nach dein frühen Tode ihrer Alternihrem Schicksale überlassen, bildete sie sich durch sich selbst und durch das Stu-dium der Werke Montaigne's und Charron's. Schon danials war sie ihresWitzes und Scharfsinnes wegen berühmt. Sie spielte das Elavier und andre In-strumente meisterhaft, sang mit Geschmack und tanzte mit großer Anmuth. Siepflegte zu sagen, Schönheit ohne Grazie sei ein Fischangel ohne Lockspeise. Beisolchen Vollkommenheiten fehlte es ihr weder an Liebhabern noch an Ehelustigen.Doch widerstand ihre Liebe zur Unabhängigkeit jeder ernstern Verbindung. Umgänzlich ungebunden zu sein, lieh sie ihr Vermögen auf Leibrenten aus und lebtevon diesen mit Sparsamkeit, doch mit Anstand. Ihr Einkommen betrug 8 bis10,600 LivreS jährlich. Ohne einen verächtlichen Handel mit ihren Reizen zutreiben, gehörte sie Denen, die ihr gefielen, so lange an, als ihre Neigung dauerte.Unbeständig in der Liebe, aber treu in der Freundschaft, gewissenhaft in Allem, wasRedlichkeit betraf, von stets gleicher Laune, reizendem Umgänge, fähig, jungeLeute zu bilden, aber auch, sie zu verführen, geistreich, ohne mit ihrem Geiste zuprunke», schön bis in das höchste Alter, fehlte ihr nichts als die weibliche Tugend.Und doch handelte sie mit einer Würde, als wenn sie diese Tugend selbst wäre.Niemals nahm sie Geschenke zum Lohne ihrer Gunstbezeigungen an; in diesenschien sie überhaupt nur das Körperliche, nie das Geistige zu beobachten. So gabsie sich stets aus blinder Sinnlichkeit einem vorübergehenden Rausche hin, ohnedaßsie sich darum kümmerte, ob der Gegenstand desselben ihrer werth sei oder nicht.Nach und nach alle berühmte und ausgezeichnete Männer ihrer Zeit begünstigend,bewies sie ihnen allen, daß nur der Hang zur Sinnlichkeit, nicht Eitelkeit an ihrenLiebesbezeigungen Antheil habe. Ungeachtet des Rufs der Unbeständigkeit undGalanterie, in welchem Ninon stand, bemühten dennoch die liebenswürdigsten und
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