Band 
Sechster Band. K bis L.
Seite
550
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Lenorinand

Lenotre

landeü ün Allgemeinen, sowie s. „Obrerr-it. ,nr la peinturo »ur verre el «urrer 6illcieii; pioceäer" (PariS 1824) und s. Werk: „län vr^ie rciciico 6c« ar-lizlc.<>, o» cnrpz cronplct 6c <I>» jFli,c8 «ui leg nrtz 6cpeil6,ni» ,In 6ei»li>"(Paris 1823 fg.). Das gewesene Museum hat L. in s. ,I1usee 6es i»nnu,iie,u>sr 2 »c.->iV' (8 Bde.) beschrieben, wozu die unter seiner Aufsicht verfertigte Kupfer-stichsämml. in 22 Platten (Paris , bei Panckoucke) gehört. 12.

Lenormand (Mademoiselle). Diese in der vornehmen und allervornehm-stenWelt bekannt gewordene pariser Wahrsagerin ausEaffecsah, Karten u. dgl. ver-dankt ihren Ruf der Gewandtheit und Schlauheit, mit welcher sie die vulgaire Neu-gierde zu täuschen verstand. Während der kaiserl. Regierung ward ihr Salon — denndiese Sibylle lebte auf großem Fuß—von den vornehmsten Damen häufig besucht;als jedoch die Prophetin sich in politische Umtriebe einließ, so wurde die Pykhia des19. Jahrh, des Landes verwiesen. Böse über dies Epil, schrieb Mile. L. die „Sou-venirs propbclüsues 6'une Nli^IIo sur les oauses 6c sou u, rest.ilio», Ic 11 6c-nembrs 1809", die sie aber erst nach der Restauration 1814 herausgab. In dieserProphezeihung post !e-tu>n wird der Sturz des Welttyrannen und seines ?lnhan-ges und der Triumph der Legitimität verkündet. Eine beißende Kritik dieses Mach-werks, das bei einer gewissen Classe viel Beifall fand, von dem Journalisten Hoff-mann, verwickelte die reizbare Verfasserin in einen Federkrieg. Seit ihrer Rückkehrnach Frankreich hat sie mehre „(Imclcs sil-gilius" in Druck gegeben. Aufsehen er-regten ihre ,Ilcn>oircs bisloriczucs ct sccectcr 6o l'i,»i>cr.i Ii >cs.1osc>6ni>c" fihrerGönnerin^j (Paris 1820, 2Dde.). (Vgl. Bonaparte.) Während des Congresseszu Llachen fand sich Mlle. L. auch daselbst ein und soll sich hier der Proteclion einesgroßen Herrschers erfreut haben. Sie erzählt dies in ihrer Schrift: „l)c lu 81!>^llv:>u coiigrcs 6'Xir-I.i-(..I>opeIIe, suiri 6'un coup 6'ocil sur celui 6c Lai Isl>.>6".In ihren neuesten Schriften enthüllt sie selbst die einfachen Grundlagen, aus denensie das Schicksal des Menschen voraussagt: ,,l.e moiset le «zu.inlicmc 6e I.i „ais-

rsuce, I'äge, les zireuiieies lettres 6er zircnouis st 6u licu oü I'ou cst ne, lucouleur üivorite, I »ninial prekere, celui rzu'on liait, Ir> lleur 6s cboix".

L e n o t r e oder L e N o t r e (Andreas), Gartenkünstler, geb. 1613 zuParis, wo sein Vater Oberaufseher des Gartens der Tuilerien war, kam zu demMaler Simon Vouet , wo er mit Lebrun eine Freundschaft auf das ganze Lebenknüpfte. Bald zog ihn aber die Gartenkunst an, die ihm ihre Vervollkommnungverdanken sollte. Er zeigte sein Talent zuerst im Schlosse Vaux, am glänzend-sten aber in der Anlegung der Gärten zu Versailles . L. ließ sich durch die Schwie-rigkeit des Bodens nicht abschrecken. Als er seinen Entwurf gemacht hatte, ließsich Ludwig X IV. an Ort und Stelle führen, um den Plan zu prüfen. Bei jederAnlage., die L. bezeichnete, rief der König: „Lenotre, ich gebe Ihnen 20,000 Fr.".Diese Äußerung des Beifalls ward so oft wiederholt, daß L., der nicht eigennützigwar, bei der vierten Wiederholung den König plötzlich unterbrach und erklärte, erkönne nicht fortfahren, weil er den König zu Grunde richten würde. Nach derVollendung der Anlagen zu Versailles wurden die Gärten zu Chantilly, St.-Cloud,Meudon, Sceaup, in den Tuilerien, zu Fontainebleau , und die herrliche Terrassezu St.-Germain theils verschönert, theils geschaffen. Amiens verdankt ihm denschönen Spaziergang, Autri genannt. Er reiste 1678 nach Rom , wo Papst In-neren; XI. ihn mit Auszeichnung aufnahm und sich von ihm den Grundriß derAnlagen von Versailles zeigen ließ. Der König gab ihm einen Adelsbrief und denMichaelsorden und wollte ihm auch ein Wappen geben, der bescheidene Künstleraber lehnte es ab. Dom Alter gebeugt, wünschte er Ruhe zu genießen, aberLud-wig, der ihn mit Wohlwollen überhäufte, gewährte ihm seinen Wunsch nur unterder Bedingung, daß er von Zeit zu Zeit den Hof besuche. Er starb 1700 zu Paris .Seine Büste von Coysevox befindet sich in der Sammlung franz. Denkmäler.