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1492 nahm Giovanni als Mitglied des heil. Colkegiums seinen Wohnsitz m Rom .Bald hernach starb s. Vater, dem in Floren', sein ältester Sohn Pietro folgte. Dader junge Cardinal sich der Wahl Alexanders V l. zum Papste widersetzt hatte, ver-tauschte er Rom mit Florenz , wo er in großem Ansehen lebte, bis die Vertreibungseiner Familie ihn nöthigte, nach Bologna zu flüchten. 1499 besuchte er Venedig ,Deutschland und Frankreich, verweilte in Genua und kehrte nach Rom zurück, woer den Vergnügunani einer ausgesuchten Gesellschaft lebte und sich mit den Kün-sten, besonders der Musik, und der schönen Literatur beschäftigte. 1505 beganns. Theilnahme an den öffentlichen Angelegenheiten. Papst Julius II. ernannteihn zum Statthalter von Perugia und stellte ihn 1511 unter deni Titel eines Le-gaten von Bologna an die Spitze seines Heeres in dem heil. Bunde wider Frank-reich . Da indeß s. Ansichten bei den spanischen Feldherren der vereinigten Heerewenig Eingang fanden, mußte er sich darauf beschränken, gute Ordnung im Lagerzu erhalten. In der Schlacht von Ravenna , 1512, ward er von den Franzosengefangen. Als aber bald darauf das Heer des Siegers sich auflöste, machte er sichfrei und kehrte nach Bologna zurück, wo er als Legat die Verwaltung übernahm.Hierauf wirkte er kräftig mit zur Herstellung der Mediceer und blieb in Florenz ,bis IuliuS's II. Tod ihn nach Rom rief. Die Wahl fiel unerwartet auf ihn, undso bestieg er (1513) in s. 38. Jahre unter dem Namen Leo X . den päpstl. Stuhl.Sofort ernannte er zwei der vorzüglichsten Schriftsteller s. Zeit, Bembo und Sa-dolet, zu päpstl. Secretairen. In der auswärtigen Politik befolgte er das Systems. Vorgänger, der fremden Herrschaft in Italien möglichst entgegenzuarbeiten. Erbewirkte die Vertreibung der Franzosen aus Italien , endigte den Zr spalt in derKirche und nöthigte Ludwig Xll. zu einer förmlichen Unterwerfung^ 'Nachdem dieäußere Ruhe schon im ersten Jahre seiner Regierung gesichert war, wandte er seineganze Sorgfalt aufFörderung der Literatur und der Wissenschaften, welche s. Vor-gänger vernachlässigt halte. Er stellte die Universität zu Rom wieder her. stattetesie mit Gütern und Freiheiten aus und berief die ausgezeichnetsten Männer zu Leh-rern. Zr gründete unter Ianus Laskaris's Leitung ei» eignes Collegium zur Her-ausgabe griech. Schriftsteller. LaskariS, den er von Venedig kommen ließ, undMarcus Musurus brachten ihm eine Colonie junger Sprachgelehrten, die zur Ver-breitung des Geschmacks an der classischen Literatur beitrugen. Er lud die Besitzeralter Handschriften in allen Ländern ein, sie ihm zur Bekanntmachung znitzuthei-len; die Herausgabe der 5 ersten Bücher von Tacitus's „Annalen" gehört zu denschönsten Ergebnissen dieser Einladung. Dem Beispiele des Papstes folgten mehrePrivatpersonen; unter ihnen zeichnete sich der Kaufmann Chigi aus, der eineKunstsammlung anlegte und unter s. Aufsicht den Pindar und den Theokrit her-ausgeben ließ. Um ein etwaiges Bündniß zwischen Frankreich, Spanien undOstreich zu hindern, begünstigte L. die Aussöhnung der Könige von England undFrankreich und gab sich den Schein, selbst Ludwigs Plan auf Mailand zu beför-dern. Seine Absicht, das Königreich Neapel einem Zweige seiner Familie, undeinem andern die Herzoglhümer Ferrara und Urbino zu verschaffen, machte ihm dieFreundschaft dieses Monarchen nothwendig und veranlaßte selbst ein geheimesBündniß zwischen Beiden. Als aber ein franz. Heer an seinen Grenzen erschien,begnügte er sich nicht damit, durch den AnkaufModenas von dem Kaiser Maximi-lian seine Macht zu verstärken, sondern er sandte auch Bembo nach Venedig , umdie Republik von dem franz. Bündnisse zu trennen, was jedoch nicht gelang. DieseArglist und Bundbrüchigkeit hieß damals allgemein Politik. Als nach Ludwigs All.Tode Franz I. den Thron bestiegen harte, und ein Krieg vorauszusehen war, trat L.denzBunde mit dem Kaiser. demKönig v. Aragon, den Staaten v. Florenz und Mailand und der«chweiz bei; nach der Schlacht von Marignano aber entsagte er demselben,hatte (1515) in Bologna eine Zusammenkunft mit Frgnz und schloß mit ihm ein