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Leopold II. (deutscher Kaiser)
in seinem Benehmen und die Nachsicht gegen s. Minister, denen er die Geschäfteganz überließ. Alle Zweige der Staatsverwaltung kanien unter ihm in Verfall;doch Ausländer, wie Montecuculi, Prinz Ludwig v. Baden und Prinz Eugen stützten das zerrüttete Reich. L. besaß viel Herzensgüte, aber schwache Geistes-kräfte, war ausReligwnseifer grausam gegen die Protestanten, bis zur Verschwen-dung wohlthätig gegen dürftige Müßiggänger und in seinem Privatleben big zurÜbertreibung einförmig. Der kaiserk. Würde verschaffte er wieder Ansehen und Ein-fluß in Deutschland . Er erhob während s. Regierung 13 gräfliche Häuser in denReichsfürstenstand; er ertheilte ungeachtet vieler Widersprüche dem Hause Braun-schweig - Hanover die neunte Kurwürde und erkannte den Kurfürsten von Branden-burg, Friedrich, als König von Preußen an. L. stiftete die Universitäten Inns-bruck und BreSla». Er liebte die Musik mit Leidenschaft und componirte selbst.Nachdem er in s. Todesstunde schon sein letztes Gebet verrichtet hatte, ließ er nocheinmal seine Musiker eintreten und verschied unter dem Klänge der Instrumente.Von s. 3 Gemahlinnen überlebten ihn 2 Söhne: Joseph I. (geb. 1678), s. Nach-folger, und Karl (geb. 1685), der 1711 Kaiser wurde.
Leopold l>., einer der menschenfreundlichsten und kcnntnißreichsten vstreich.Fürsten , geb. 1747, ward nach seines Vaters, des Kaisers Franz I., Tode (1765)Großherzog von Toscana. Während einer 25jähr. Regierung schuf er dieses Landi-m. Durch Beförderung der Landwirthschaft, Emporbringung der Gewerbe unddes Handels, Verbesserung der Landstraßen u. s. w. hob er den Wohlstand seinerUnterthanen, sowie er durch Aufhebung der Inquisition (1787), Anlegung der Bes-serungshäuser und sein vortreffliches Ci iminalgesetzbuch für die Sittlichkeit derselbenwirkte. Leopolds StaatSwirthschast in Toscana war musterhaft; er selbst zeigtekeinen Hang zum Luxus. Früher als sein Bruder Joseph, aber behutsamer, alsdieser, unternahm er Reformen in Kirchensachen, zum großen Mißfallen des römi-schen Hofes. (Vgl. Ricci, Scipio.) Auch hatte er mit (.Minister Gianina denvollständigen Entwurf einer repräsentativen constitutionnellen Regierung ausgear-beitet, die er Toscana geben wollte. Der Tod Josephs I I. rief ihn auf den Kaiser-thron. Er fand die ösir. Erbstaaten in einer mißlichen Lage. Mitten unter denHuldigungs- und Krönungsfeierlichkeiten ging er, in Folge der mit Preußen (27.Juli 1790) geschlossenen reichenbacher Convention, mit den iTürken einen Waffen-stillstand ein, auf welchen 1761 der Friede zu Szistowe folgte, worin Ostreich alleEroberungen an die Türken zurückgab. Die empörten Niederländer, die LeopoldsVorschläge nicht geachtet halte», wurden durch die Waffen zuni Gehorsam gebi scht;doch bewilligte ihnen L. ihre alten Vorrechte und die Wiederherstellung vieler vonJoseph aufgehobenen kirchlichen Einrichtungen. Er dämpfte die unruhigen Bewe-gungen in Ungarn und stellte ein friedliches Verhältniß mit Preußen wieder her.Im Innern sorgte er für seine Unterthanen durch Verbesserung der Justiz, Polizeiund der öffentlichen Erziehung; auch ernannte er eine Gesetzcommission. Der rascheFortgang der Revolution in Frankreich beunruhigte auch ihn. Er hielt daher 1791in Pillnih eine Zusammenkunft mit dem König von Preußen, und beide Monar-chen erklärten, daß die Lage des Königs von Frankreich ein allgemeines Interessefür alle Souveraine von Europa habe; doch nahm L. nur Dertheidigungsmaßre-geln. Vieles, was Josephs rascher Geist zu frühzeitig zerstört hatte, baute er wie-der auf, um den Federungen seiner Völker mit kluger Mäßigung nachzugeben.Aber eben da die Augen Aller auf ihn gerichtet waren, starb er, am Vorabendeiner verhängnißvollen Zeit (1. März 1792). Wenn man liest, was L. als Groß-herzog von Toscana gethan hak, wie er über Regentenpfl>chken und Regentenweis-heit sprach und sie ausübte, wie s. Aufmerksamkeit sich auf sich selbst und alle Theileder Staatsverwaltung erstreckte, so scheint es, als läse man einen Regentcnspiegel,worin ein weiser Mann den Herrschern zeigen wolle, welche Pflichten ihnen oblie»