Band 
Sechster Band. K bis L.
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558
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558 Leopold l. (Fürst v. Dessau ) Leopold (Prinz v. S.-Koburg)

gen, und wie sie diese erfüllen können. S. Schlichtegroll's „Nekrolog auf 1792",1. Bd.; Hormayr's „Plutarch ", 11. Bd.

Leopold I., Fürst von Dessau , als preußischer Feldherr noch seht unterdem Namen des alten Dessauerg bei dem preuß. Heere in lebendigem Andenken,wurde 1676 geb. und zeigte schon in seiner Jugend, in welcher man ihn demCivilstande zu widmen gedachte, den unwiderstehlichen Hang zum Militair. Inseinem 12.1. gab ihm Kaiser Leopold l. ein Regiment, und in seinem 16. erhielter das Regiment seines Vaters, welcher preuß. Generalfeldmarschall und Gouver-neur von Berlin war. Nachdem er 2 Jahre gereist war, machte er 1696 sei-nen ersten Feldzug am Rhein . Im spanischen Erbfolgekriege zeigte er sich als einenüberaus klugen, tapfern und beharrlichen General, und in der Schlacht bei Hoch-siädt hatten die Preußen unter seiner Anführung rühmlichen Antheil an dem erfoch-tenen Siege. Nicht minder tapfer focht er das Jahr daraufals Anführer der preuß.Kriegsvölker in Italien . Nachdem ihm späterhin der Oberbefehl der Preußen inden Niederlanden übertragen worden war, ward er 17I2Generalfeldmarschall undgeh. Kriegsrath. Des Königs Nachfolger, Friedrich Wilhelm I. , war ihm so zuge-than, daß er fast stets um den-'elben sein mußte; auch war er durch seine Mutter(eine Schwester der ersten Königin von Preußen) nahe mit deni preuß. Hause ver-wandt. Der König zog mit ihm wider die Schweden zu Felde; allein Leopoldwar der eigentliche Heerführer und ärntete auch hier Ruhm. Nach dem Tode sei-nes königl. Freundes schenkte ihm Friedrich II. ein gleiches Zutrauen. Er übertrugihm, als er seinen ersten Fcldzug gegen Schlesien unternahm, die Deckung der bran-denburgischen Lande wider einen befürchteten, jedoch nicht erfolgten Einfall vonHanover, und 1742 den Oberbefehl in Schlesien . Bei dem neuen Einfalle inBöhmen (1744) stand L. bei Magdeburg mit einemHeere, welches er nachher nachSchlesien führte, wo er bei der Abwesenheit des Königs befehligte, das Jahr dar-auf das östreich. Corps, das in Schlesien einzubrechen drohte, zum schleunigen Rück-züge zwang, endlich von Magdeburg aus über Leipzig bis gegen Dresden vordrangund am 1b. Dec. den Sachsen die blutige Schlacht bei Kesselsdorf lieferte, woraufDresden in preuß. Hände siel, und der Krieg durch den dresdner Frieden beendigtwurde. L. begleitete den König nach Berlin und ging darauf nach seiner Residenzzurück, wo er, so öfter nicht im Felde war, besonders in Rücksicht aufLantesöko-nomie und nützliche Baue, für sein Land Lwrge trug. Hier starb er 1747 am-Lchlagflusse. Er war zuletzt königl. preuß. und zugleich Reichögeneralfeldmarschall,auch Gouverneur von Magdeburg . Mit seiner Gemahlin, Anna Föhsin, einerApothekersiochter aus Dessau , die 1701 in den Reichefurstenstand erhoben wor-den war, hat er 9 Kinder gezeugt und in einer vollkommen glücklichen Ehe ge-lebt. Die Sitten dieses Fürsten waren rauh, oft pöbelhuft; aber sein Charakterwar brav und herablassend, sowie er selbst, besonders bei dem Heere, außerordent-lich beliebt. S. sein Leben in Darnhagen von Ense's „Biograph. Denkmalen"(Berl. 1825, Thl. 2), in Büsching's „Beiträgen zu der Lebcnsgeschichte merkwür-diger Personen", Bd. 1, und Stenzel's „Handb. der anhalt. Geschichte".

Leopold (Georg Christian Friedrich), Prinz von SachsemKoburg-Saal-feld, Witwer von der Prinzessin Charlotte von Wales und zweiter Bruder desregiekenden Herzogs von Koburg-Goiha, Ernst, ist den 16. Dcc. 1790 geb. Erempfing die sorgfältigste Erziehung, ward, als die Vermählung seiner Schwester,Anna Feodoroibna, mit dem Großfürsten Konstantin das Koburgische Haus mitRußland verband, als General im russischen Heere angestellt, und befand sich 1806». it seinen Ältern in Saalfeld , als der unglückliche Krieg sich über Norddeutschlandbis an die Grenzen Rußlands verbreitete. Als 1808 der regierende Herzog NachRußland reiste, nahm für diese Zwischenzeit Prinz Leopold an den Regicrungsge-fchästen Theil; in demselben I. begleitete er den Kaiser von Rußland auf den Con-