Band 
Sechster Band. K bis L.
Seite
559
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Lepanto Lernäische Schlange 559

greß nach Erfurt. Nur die äußersten Drohungen Napoleons konnten ihn dahinbringen, 1810 seine Stelle im russ. Heere niederzulegen. Er widmete sich von jetztan den Angelegenheiten s. Hauses, den Künsten und Wissenschaften. Unter andernunterhandelte und schloß er 1811 zu München mit dem besten Erfolge einen Grenz-vertrag mit Baiern. 1812 begab er sich nach Wien. Italien und der Schweiz . In-zwischen hatte sich die Lage der Sachen geändert. Während zu Anfang 1813 derregier. Herzog nach Berlin eilte, sandte er s. Bruder Ferdinand und Leopold nachWien und München. Letzterer ging von dort im Februar nach Polen zum KaiserAlexander und erstattete Bericht von dem Zustande des franz. Heeres und der Stim-mung in Deutschland . Er blieb jetzt bei dem russ. Heere bis zur Einnahme vonParis , entwickelte während des Feldzugs ebenso viel Feldherrntalent als persönlicheTapferkeit, begleitete die Monarchen nach England und begab sich zu Anfang Sept.zum Congrcsse nach Wien. Don dort ging er, nach Napoleons Rückkehr, zur Rhein-armee, welche bald zum zweiten Male in Paris einzog. Hier hielten ihn Familien-angelegenheiten einigeZeit zurück, worauf er sich überKoburg nach Berlin verfügte.Hier meldete ihm eine Einladung des Prinzen Regenten von England die hohe Be-stimmung, zu der er berufen sei. Seine Vermählung mit der Prinzessin v. WüleSward den 2. Mai 1816 vollzogen. Aber der Tod dieser Fürstin (6. Nov. 1811)zerstörte die schönen Hoffnungen, welche die engl. Nation auf ihn gebaut hatte.Er lebt seitdem unvermählt mit einer engl. Pension von 50,000 Pf. gewöhn-lich in London .

Lepanto , Hafen und Schloß, das alte NaupaktoS, in dessen Nähe eineder Venus geweihte Grotte sich befindet, in welcher heirathslustige Witwen dieGöttin um einen zweiten Ehemann anflehten. Lepanto und Palras (auf Morea)sind die Schlüssel des Golfs von Lepanto . Am 8. Oct. 1511 siel hier eine See-schlacht zwischen den Türken und der ital.-span. Flotte unter Juan d'Austria vor.Die türk. Flotte bestand aus 250 Galeeren, 10 Fregatten und Brigantinen; diechristliche dagegen aus 210 Galeeren, 23 Transportschiffen und 6 Galeassen mitschwererem Geschütz beseht. Noch vereinigte sich mit der span. Hauptflotte eine vonden Venelianern gesandte Hülfsfiottille, und einige päpstl. Galeeren. Beide Flot-ten suchten gegenseitig zum Entern zu gelangen. Man focht mit Bogen, Wurf-spießen, Enterhaken, aber auch mit Kanonen, Musketen, Piken und dem Schwerte.Johann v. Östreich, der Oberbefehlshaber, und Veniero, der Befehlshaber desvenetianischcn Geschwaders, griffen den türkischen Admiral Ali an, eroberten seinSchiff und machtewihn zum Gefangenen. Sie schlugen ihm sogleich den Kopf abund steckten diesen auf die Spitze seiner eignen Flagge. Der Sieg erklärte sich fürdie Ehristen. Die Türken verloren an 160 Schiffe, mehr als 15,000 von ihnenwurden geiödtet, und 5000 christliche Sklaven in Freiheit gesetzt. Aber auch dieChristen verloren an 5000 Getödtete und Verwundete.

Lernäische Schlange (1,ei „ara l>>clia), die, vom Tvphon und derEchidna erzeugt, hauste in dem Sumpfe Lerna int PeloponneS und verwüstete dieumliegende Gegend. Sie hatte nach Diodor 100, nach Simonides,50 , n. A. abernur 9 oder 1 Köpfe, von welchen der mittelste unsterblich war. Hercules bekamvom EuivstheuS den Auftrag, sie zu tbdten, Er verband sich zu dieseln Endzweckemit dem Ivlaus, verjagte sie aus ihrem Lager mit seinen Pfeilen, ergriff sie mit denHänden und fing an, ihr die Köpfe abzuhauen. Aber zu seinem Erstaunen kamenan der Steile jedes abgeschlagenen Kopfes 2 neue hervor. Außerdem schickte Junoder Hydra noch einen ungeheuern Krebs zu Hülfe, welcher den Hercules an den Füßenverwundete. Diesen erschlug er, und befahl darauf dem Iolaus, einen nahe gelege-nen Wald in Brand zu stecken. Beide fuhren daraufjedeö Mal mit glühenden Brän-den über dieEtelle eines abgehauenen Kopfeshin, wodurch dieWunden ausgebranntwurden, sodaß kein »euer Kopfaufsprießen konnte. So schlug Hercules endlich alle