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besonders angenehm machte, verloren, auch Mylius sich »ach Berlin begebenhakte, ging er ebenfalls 1150 dahin. Hier nahm er an einer Wochenschrift desLetztein Antheil und gab mit ihm die „Beiträge zur Historie und Aufnahme desTheaters", sowie eine iLammlung seiner Gedichte u.d.T. „Kleinigkeiten" heraus.Aufsehen machte auch der Briefwechsel, in welchen er mit Voltaire gerieth, alsihm dessen Vecretair, Richter, ei» Exemplar von der „Vio »>e tN-irlini XII." ausFreundschaft früher mitgetkeilt hatte, als dies Werk öffentlich bekannt gemachtwerden sollte. L. ging endlich, dem Wunsche seiner Ältern zu genügen, nachWtttenberg, wo er mit seinem jungem Bruder, deni »achherigen Eonrector inChemnitz , in eifrigster und fröhlichster Gemeinschaft studirte und die Magister-würde annahm. Zn dieser Zeit übersetzte er das Werk des Spaniers Huarte„Von der Prüfung der Köpfe", schrieb eine Kritik der „Messiade" und faßte denEntschluß, eine Obers, derselben in latein. Hexametern zu fertigen, um zu bewei-sen. daß die Sprache in derselben keineswegs so schwer sei, als man behauptenwollte. Hier sammelte er auch seine Verbesserungen und Zusätze zu dem1150 und1151 in 4 Bdn., 4., erschienenen Zöcher'schen „Gelehrtcnlexikon". 1153 ver-tauschte er Wittenberg wieder mitBerlin, und weil Mylius nicht länger daselbstbleiben wollte, übernahm er statt seiner den gelehrten Artikel der Voß'schen Zei-tung. 1153—54 erschien der 2. und 3. Thl. seiner „Kleinen Schriften", sowieauch das erste und zweite Stück seiner „Theatralischen Bibliothek". 1755 machteer mit dein Buchhändler Nicolai und Moses Mendelssohn Bekanntschaft, begabsich jedoch einige Zeit nach Potsdam , um dort in ungestörter Einsamkeit seinTrauerspiel „Miß Sara Sampson " auszuarbeiten. 1155 ging er abeimalsnach Leipzig , trat mit dem dasigen Kaufmann Winkler, als dessen Gesellschafter,eine große Reise an, welche aber, da der siebenjährige Krieg ausbrach, nur bisHolland fortgesetzt ward. Bei der Rückkehr verbitterte ihm seinen Aufenthalt inLeipzig eine Streitigkeit mit Winkler , welcher sich der beim Antritte dieser Reiseübernommenen Verbindlichkeiten aus Geiz zu entziehen suchte, so daß L. deren Er-füllung nicht anders, als nach einem Processe, zu erlangen im Stande war. Erward jedoch schadlos gehalten durch die Bekanntschaft mit dem berühmten Dichter,MajorKleist, welchen damalsDiensiverrichtungen in Leipzig festhielten, und mitdem Frecherm v. Brawe. 1151 sing er mit Nicolai und Moses Mcntclösohn an,die „Bibliothek der schönen Wissenschaften" herauszugeben. Auch begann er seine„Virginia", welche später u. d. N. „Emilia Galotti" vollendet wurde, unstreitigunter sämmtlichen Stücken L.'s dasjenige, das am fleißigsten ausgearbeitet ist,und mit Ausnahme des „Nakhan", welcher in eine ganz andre Sphäre gehört,das geistreichste. Als Kleist 1159 zum Heere abging, und Weiße den Vorsatz ge-faßt halte, nach Paris zu reisen, ging L. wieder nach Berlin , wo er mit Mendels-sohn und Nicolai die „Likeraturbriefe" herausgab und 1150 Mitglied der königl.Akademie der Wissenschaften wurde. Nicht lange darauf ward er Secretair beidem General Tauenzien i» Breslau . Hier entwarf er „Minna von Barnhelm",sein militairisches Lustspiel, dem bald zahllose niilitairifche Dramen derNüchahinerfolgten. Hier entstand auch seine Schrift: „Laokoon , oder über die Grenzen derPoesie und Malerei", sowie er auch schon tiefere philosophische und theologischeUntersuchungen anstellte, während er doch zugleich sich manchen Vergnügungen,z. B. seinem Hange zum Hazardspiele, mehr als sonst hingab. 1165 verließ erBreslau und wandte sich wieder nach Berlin , um von Neuem den Wissenschaftenzu leben. Allein bisher an ein freieres, nicht immer sitzendes Leben gewöhnt,wollte ihm dies anfänglich weniger behagen, ja im Mißmuth über seine Lage soller einmal den Plan gehabt haben, sich an die Spitze einer reisende» Schauspieler-gesellschaft zu stellen. Zu verwundern ist daher nicht, daß er 1181 sich nach Hom-burg begab, wohin ihn die dasigen Theateruiilernehiner unter voi thcühaften Be-