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dingungen einluden. Der Aufenthalt hier, wo er seine nach unübertroffene Drama-turgie" schrieb, wurde ihm durch Uneinigkeit der Vorsteher und selbstgefällige Unge-lehrigkeit der Schauspieler sehr verleidet. Zu gleicher Zeit kam er mit Klotz, aufVeranlassung von dessen Schrift: „Über das Studium des Alterthums", und ei-ner andern: „Über den Nutzen und Gebrauch der alten geschnittenen Steine undihrer Abdrücke", in den berüchtigten Streit, welchen er mit der literarischen Ver-nichtung Klotz's endigte. Im höchsten Mißmuthe über seine Lage beschloß erendlich eine Reise nach Italien , und nur der Vortheilhafte Rufnach Wolfenbüttelals Bibliothekar, welchen ihm, auf Veranlassung des Pros. Eben und des dama-ligen Erbprinzen von Braunschweig , der dasige Hof zukommen ließ, ein Hof, derzu jener Zeit fast der einzige in Deutschland war, an welchem neben der franz. Li-teratur auch die deutsche geliebt und befördert wurde, verhinderte die Ausführungseines Vorsatzes. Er verließ Hqmburg im April 1769, nachdem ihn seine Ver-bindung mit Madame Königs der Witwe ejnes Hamburger Kaufmanns, so langezurückgehalten hatte. Auf der wolfenbüttler Bibliothek entdeckte er die Handschriftdes ExsubstantiarorS Berengarius von Tours, worin dieser das Werk desTrans-substantiators Lanfrancus widerlegt. Hier gab er auch die „Wolfenbüttclschen Frag-mente eines Ungenannten" (Sam.ReimaruS), theologischen Inhalts, heraus, undward dadurch in Streitigkeiten, besonders mit Melch. Götze (s. d.) verwickelt, indenen er seinen regen Geist und seine Kunst in der Polemik bewährte. Unter denArbeiten, die ihn in Wolfenbüttel beschäftigten, zum Theil aber nicht über den An-fang hinauskamen, verdient sein Aufsatz über das Alter der Ölmalerei genannt zuwerden. Aussichten, die man ihm in Wien eröffnete^ bestimmten ihn 1775eine Reise dahin zu machen. Von da begleitete er den Prinzen Leopold von Braun-schweig, der eben nach Italien reist?, in dieses Land, welches so lange das Zielseiner Wünsche gewesen war. Vor seiner Abreise hatte die Kaiserin MariaThere-sia eine Unterredung mit ihm und gab ihm ein Empfehlungsschreiben an den Gra-fen Firniian in Mailand. Den 25. April 1775 ging er nach Italien ab und warin der Mitte des Dec. schon wieder mjt dem Prinzen in München . Ehre und Ge-winn, die ihm von dein manheimer Hofe angeti-agen wurden und ihn 1777 eineReise dahin zu machen bestimmten, blieben bei dem Mangel an freisinnigenIdeen, welcher ihm bei mehren Vornehmen im Wege stand, nur leere Verspre-chungen. In Wolfenbüttel selbst kam es bei seinen theologischen Streitigkeiten,die ihn als Unchrist verhaßt machten, endlich dahin, daß man ihn unter den schärf-sten Censurzwang setzen wollte. Seiner theologischen Polemik setzte er mit dem„Naihan" die Krone auf. Unter diesen Arbeiten litt er an immer wachsenderKränk-kichkeit, welche ihm bei den Verfolgungen, die er wegen seiner theologischenStreitigkeiten erfuhr, auch den jovialischen Gleichmuth raubte. Sein Übel, wel-ches sich durch Engbrüstigkeit äußerte, endigte am 15. Febr . 1781 sein thätigesLeben. Weine sämmtl. Schriften erschienen : Berlin 1771 fg.; in einer neuenAnst. ebendas. 1796 fg., in 30 Bdn. Daran schließt sich s. „Briefwechsel" in 2Thln., Berlin 1798; sowie eine n.Aufl. seiner „Sämmtl. Wchriften", Berlin beiVofi, 3t Bde., 182t fg., wovon der 31. Bd. das von Schink bearbeit. „LebenLcssing's und seine Charakteristik" enthält. Eine Taschenausgabe erscheint seit1825 ebendaselbst. Über sein Denkmal s. Kamenz . 1). 51.
L'Estocq (Johann Hermann), ein Günstling der Kaiserin Elisabeth,den das Glück 2 Mal erhob, um ihn 2 Mal zu stürzen. L'E. war im Hanöver-schen 1692 von franz. Älter» geboren, die sich vor den Religionsverfolgungen Lud-wigs X I V. dahin geflüchtet hatten. Er lernte von seinem Vater die Wundarznei-kunst und begab sich nach Rußland , wo es geschickten Ausländern damals leichtward, sich emporzuschwingen. Er trat als Wundarzt in die Dienste Peters desGroßen, dessen Vertrauen er in weitem Umfange genoß. Aber die Gesinnungen