Band 
Sechster Band. K bis L.
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Les»e»r (Eustache)

dkg Kaisers änderten sich plöhlich, und L'E. ward aus unbekannter Veranlassungnach Kasan verbannt. Katharina I. riefihn noch Peters Tode zurück und ernannt«ihn zum Wundarzt an dem Hofe ihrer Tochter Elisabeth . Mit unverbrüchlicherTreue seiner Gebieterin zugethan, bot er ihr schon nach dem Tode Peters II. sein«Dienste an, um sie auf den Thron zu sehen; damals wurden seine verwegenenPläne verworfen. Als sich aber 11 I. später (1740), zur Zeit des unmündigenIwan und seiner die Regierung verwaltenden Mutter Anna, neue Gelegenheitdarbot, fand sein Antrag Gehör. Gewandt und staotSklug leitete L'E. das kühneUnternehmen, verlor in den gefahrvollsten Augenblick«: nie seine Ruhe und Kalt:blütigkeit, und Elisabeth bestieg den Thron am 24. Nov. 1741. Die neue Kasse»rin ernannte ihn zum wirkl. Geheimenrath, ersten Leibarzt und Director sämmtl.Medicin. Anstalten; der König von Polen erhob ihn in den Grasenstand und über:sandte ihm sein Bildniß, um es wie einen Orden im Knopßoche zu tragen. AberL'E. mußte sich nach dem Willen der Kaiserin auch in Angelegenheiten mischen, dieaußer seinem Wirkungskreise lagen. Dadurch und durch seine Freimüthigkeit ver-mehrte er die Zahl seiner Feinde und Neider, denen es gelang, ihn der Kaiserin alsstrafbar vorzustellen. L'E. ward 1748 verhaftet und in die Petersburger Festunggebracht, um gerichtet zu werden. Anfangs ertrug er diesen Wechsel des Glücksmit Glcichmuth und Heiterkeit; als er aber durch die Folter zum Gesiändniß ge-bracht werden sollte, bekannte er sich für schuldig. Er wurde aller Ebrenstellen undGüter beraubt und nach Uglissch verbannt, wo er 3 Jahre zubrachte, hieraufnach Ustjug Weliki, wo er 9 Jahre unter Aufsicht verlebte. «Leine dritte Ge-mahlin, Maria Aurora, geb. Freiin v. Mengden , theilte das Schicksal ihres Ge-mahls mit musterhafter Aufopferung. Als Peter III. den Thron bestieg, wardL'E. zurückberufen und erhielt seine Ehrenstellen wieder. Auch Katharina II. ließihm seinen Gehalt, entfernte ihn aber von allen Geschäften. Erstarb 1767, ohneKinder zu hinterlassen.

Lesueur (Eustache), einer der größten Maler der Franzosen, geb. zu Pa-ris 1617, erhielt Unterricht in der Zeichnenkunst von seinem Vater, einem Bild-hauer, und kam dann in die Schule des Simon Vouet , des eigentlichen Stiftersder sranz. Malerschule. Er zeichnete sich bald durch mehre Gemälde in echt itak.Styl aus; allein sein Ruhm wurde erst durch seine Gemälde für die Karthäuser inParis völlig gegründet. In 22Bildern stellte er (1649—51) die Hauptscenen ausdem Leben des heil. Bruno, des Stifters dieses Ordens, dar. Dieses Werk istkürzlich (Paris 1822—23) lshographirt erschienen. 1660 malte er für die Gold-schmiedgilde die Predigt des Apostels Paulus zu EphesuS , ein Gemälde, welche«der Kirche Notre-Dome zum Geschenk gemacht und späterhin alle Jahre am erstenMai daselbst öffentlich aufgestellt wurde ; dann eine Magdalena und den heil. Lau-rentiuS; 16.71 zwei Vorstellungen aus dem Leben des heil. Martin und a. Bilder.Unter seine vorzüglichsten später» Arbeiten gehören mythologische Vorstellungen imHotel Lambert: Scenen aus dem Leben des Amor, und die Musen nebst Apollo.Nach Vollendung dieser Arbeit starb er 1655 m: 38. I. seines Alters. Zu anhal-tendes Studium, zu angestrengter Fleiß und der Neid seiner Kunstgenossen hattendie Lebenskraft des jungen Künstlers ausgezehrt. Seine Lank Sleute nennen ihn densranz. Rafael; wenigstens ist nicht zu läugnen, daß er ein Maler von großen Ver-diensten war. Seine Ideen sind edel und erhaben, seine Compcsition ist einfach,überlegt und wohlgeordnet; die Zeichnung ist richtig, in gutem Geschmack und be-weist sein fleißiges Studium derAntike und der größten italien . Meister, besondersdes Rafael; seine Gewänder sind künstlich, in großem Styl und wahr behandelt.Der Ausdruck seiner Figuren ist voll Lebhaftigkeit und Charakter; ihre Stellun-gen sind mannigfaltig, und nichts ManierirteS daran zu bemerken. Er arbeitetemit allgemeiner Fertigkeit und Freiheit des Pinsels, seine Farbengebung ist lieblich