Band 
Sechster Band. K bis L.
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Licht

stanz., auf ein Jahr gültige Freibriefe, unter der Bedingung, Getreide in Eng-land einzuführen; seit 1809 aber wurden Licenzen unter der Bedingung gegeben,englische Fabrik - und Colonialwaaren auszuführen. Nun verkaufte auch Frank-reich Licenzen, vorzüglich uni Marinebedürfnisse zu erhalten. Man bot zugleichfalsche Schiffopapiere aus. Endlich bewilligte England (2. Sept. 1810) den-jenigen nicht franz. Schiffen Licenzen, welche schon mit sranz. Freibriefen versehensein möchten, unter der Bedingung, ein Drittel ihrer Ladung an englischen Maa-ren auszuführen, wogegen sie ebenso viele franz. einfuhren durften. Frankreich er-theilte ebenfalls Licenzen, um franz. Waaren aus - und dagegen Colonialwaaren(ausamcrikan. Schiffen) einzuführen, «eit 1811 enheilie Rußland Licenzen zumHandel mit England; Schweden that dasselbe 1812. M» dem Sturze desTon-tinentalsysiem« (s. d.) fiel dieser Noihbebelf von selbfi weg.

Licht, im Allgemeinen und in Beziehung auf das Auge d>r Menschen undThiere, das Medium der Sichtbarkeit, oder das Phänomen des Leuchtens, d. h.»es Offenbarwerdens der Körper durch den Sinn des Gesichts. In dieser Be-ziehung unterscheidet man die Körper in selbfileuchkende (aus eigner Kraft Licht ge-bende oder zeugende) und erleuchtete, müleuchtende (für sich dunkle), die nur leuch-ten, wenn sie von einen: Selbfileuchter, erleuchtet, d. h. zum Mitleuchlen erregtwerden. Bei der Frage nach der Entstehung des Lichts kommt es darauf an, zuwissen, was das Licht an sich sei? In dieser Hinsicht konnte es bisher unter denPhysikern zu keiner Aufklärung kommen, weil sie einander mit unsichern Hypothe-sen bekämpften. Einige betrachten das Licht als einen Stoff, de» von den leuch-tenden Körpern, namentlich von der Sonne, ausgehe oder ausfiieße (Newton'»Emanatienssystem); Andre setzen die Natur des L-chts in die Erschütterung einerfeinen durch den Raum verbreiteten Materie (des Äthers), ähnlich der Erschütte-rung oder schwingenden Bewegung der Lust bei der Entstehung und Fortpflanzungdes Schall« (Huygens's Hypothese, von Euler entwickelt, daher das Euler'sche Vi-brarionssystem genannt); noch Andre lassen das Licht auf chemische Weise sich inder Sonne entwickeln und durch fortschreitende Zersetzung der Sonnenatmosphäreund des Äthers von der Sonne bis zur Erde und den übrigen Planeren sich fort-pflanzen. In allen diesen Theorien wird das Licht bloß materiell als (todter)Stoff betrachtet, ohne zu berücksichtigen, daß ohne Thätigkeit eine Erscheinung inder Welt so wenig möglich ist, als ohne räumliches Bestehen, k. h. ohne Stoff.Dagegen sind einige Physiker aus die entgegengesetzte Einseitigkeit geraihen, indemsie die Inimaterialität desLtchis b> Häupten, letzteres als bloße Thätigkeit betrach-ten, und also bei der Erk'ärung des Lichrs von allem Stoff abstrahiren zu müssenqlauben. Die wahre Ansicht von der Natur des Lichts kann nur die sein, welche,alle Einseitigkeit vermeidend, von allgemein geltenden Principien ausgeht oder sichdarauf stutzt. SolcheGrundwahi Hecken sind z.B. folgende: nichts in derWeli, keineErscheinung, kein Ding kann auf bloß negative Weise eyistiren, z. B. durch bloßesRuhen im Raume, durch todte Materialität. Dieses ist sogar ein Widerspruch,denn jeder Körper z. B. kann nur dadurch eyistiren und sich in seiner Existenz be-haupten, daß er einen bestinunten Raum auf bestimmte Weise erfüllt. Dazu ge-hört aber eine raumcrfüllende Thätigkeit, wod' i cb er seine Umgebungen (nämlichandre Körper), die gleichen Raum mit ihm einn-hmen wollen, beständig von sichabhält (von sich zurückstößt). Auch hak jede, sisie Körper von Natur «n:e be-stimmte Gestalt; diese konnte nur durch Krystallilaiion (krvstallisirende Thätigkeit)entstehe, und er kann sich nur durch Cchäsion (eine Thätigkeit, durch welche seineTheile zusainmcnhängen) und Uudurcbdringlichkeck (zurückstoßende Thätigkeit) inseiner Gestalt behaupten. Die Dinge sind also nur räumlich, materiell oder kör-perlich durch ihren Geist, d. h. durch iss e Thätigkeit, durch ihr zeitliches Wirken»der Leben. Andrerseits kann aber auch keine Thätigkeit rein für sich, ohne Mate -