L84 Licylenffeiii Lichrmefse
scheu, sodaß er sei» Zimmer nicht verließ, auch Niemand bei sich sehen wollte. Erstarb an einer Brustcntzündung im 77. I. seines Lebens am 2 t. Febr. 1799. L.war ein origineller Kopf. dem kein Gegenstand der Wissenschaften fremd und ohneInteresse war. Streng wissenschaftlicher Geist und poetischer Sinn waren aufeine seltsame Weise in ibm verschmolzen und brachten eine überraschende Erschei-nung hervor. Das Höhere im Menschen aber, der Glaube an das Göttliche, warin der Stunde der Specularion von ihm gewaltsam verdrängt worden; daher seinAchten auf Ahnungen, Träume und Borbedentungen. So stellte er sich in denfragmentarischen Darstellungen uns dar. Übrigens war er, zufolge seiner Indi-vidualität, einer unserer wenigen Humoristen, und besaß jenes geheimnißvolle,bezaubernde Gemisch von lachendem, unerschöpflichem Witz, trefflicher Satyre undtiefein Gefühle, welches wir Humor nennen.
Lichtenstein (Martin Heinrich Karl), Sohn des als Sprachkenner undNaturforscher geachteten Generalsuperintendenten in Helmstädt, geb. zu Hamburg d. 10. Jan. 1780, ward von Jugend an von seinem Vater zum Studium der Na-turgeschichte angeleitet, studiere Medicin in Jena und Helmstädt, wo er 1801promovirte. Im Begriffe, die medictnischen Studien durch eine Reise nach Wien zu vollenden, erhielt er den Antrag, den holländischen General Ianssen, der zumGouverneur der Cap -.Tvlonie ernannt war, als Erzieher seines Sohnes und Haus-arzt zu begleiten. Gegen Ende 1802 am Cap angelangt, verschaffte ihm dieGunst seiner Vorgesetzten Gelegenheit, die innern Gegenden der Colonie kennenzu lernen. Er begleitete den Generalcommissair Uilenhage de Miß auf einer 7 mo-natlichen Reise, nahni 1801, benn Ausbruche des Kriegs, die Stelle eines Chi-rurgie»-Major beim Bataillon hottentvttischer leichter Infanterie an, und ward,nachdem er einige kleinere Lureifzüge gemacht hatte, 180.7 als einer der Regie-runzscommissaire zu dem wenig bekannte» Völkerstamme der Beetjuanen (200geogr. Meilen im Nordosten der Capstadl) gesandt. Zwei Monate nach s. Rück-kehr wurde die Colonie von den Engländern erobert, und er kehrte im Gefolge desGenerals Ianssen nach Europa und gegen Ende 1806 nach Deutschland zurück.Er ordnete seine Sammlungen und handschriftl. Materialien, unter wechselndemAufenthalt in Braunschweig, Helmstadt, Gotlingen und Jena . 1810 begab ersich nach Berlin , um dort seine Reisebeschreibung herauszugeben, von welcher diebeiden ersten Bde. 1811 erschienen. Als im Herbst 1810 die Vorlesungen bei derneu gestuft. Universität eröffnet wurden, schloß er sich derselben als Privatdocent anund erhielt 1811 eine Anstellung als ortentl. Pros. der Naturgeschichte, währendfin vieljähriger Freund Illizer die Direction des mit der Universität verbundenenzoologischen Museums führte. Nach dessen Tode 1813 wurde ihm auch diese über-tragen; 1814 ernannte ihn die Akad. der Wissensch. zu ihrem ordentl. Mirgl.; erlieferte seitdem mehre Abhandlungen in den von ihr herausgeg. Memoiren. 1819lernte er auf einer Reise durch England, Holland, die Schweiz und Frankreich die berühmtesten naturhistorischen Institute kennen, und knüpfte Verbindungenan, die ein schnelles Wachsthum des seiner Leitung anvertrauten Museumszur Folge hatten. Einige kleine Schriften über dasselbe, die Forksetz. des Zimmer-mann'schen „Taschenbuchs der Reisen ' in Gemeinschaft mit Rühs (durch dessenTod wieder unterbrochen), sowie einzelne Abbandlungen und ein naturhistori-scher Anhang zu „Eversmann s Reise nach Buchara " sind seine neuesten Ar-beiten.
Lichtmesse, ein vom Papst GelasiuS 1 . 492 zum Gedächtniß der Dar-bringung Ckristi im Tempel und der Reinigung Mariens, vielleicht an die Stelledes von ihm erst gänzlich abgeschafften rohen heidnischen Volksfestes der Lupercalien(k.Pan ) eingesetztes Kirchenfest, welches auf den 2. Februar fällt. Es bar seinenNamen v»n den geweihten Kerzen, welche dabei, mir Anspielung auf die Worte