"Lichtrver Liebe 585
des Hohenpriesters Simon: „Ein Licht, zu erleuchten die Heiden", in feierlicherProcession umhergetragen werden.
L i ch t w e r (MagmiS Gottfried), Fabeldichter, geb. den 30. Jan. 1719 zuWürzen, studiere zu Leipzig die Rechte, ward in Wirrenberg l). ders. und starbals preuß. RegierungSralh und Mugl. der Landesdeputation u. s. w. zu Halber-stadt den 7. Juli 1783. Er gab zu Leipzig 1718, doch ohne seinen Namen, vierBücher äsopischer Fabeln heraus, von welchen 1758 zu Berlin tue 2. Verb. Ausl.erschien. Ramler, der in diesen Fabeln manches Gute bei vi. lein Schlechtenfand, unternahm, wie es damals hieß, mir einigen Freunden, ebenfalls ohnesich zu nennen und ohne Dorwissen des Berf., 1761 zu Leipzig eine Auswahlderselben mit Verbesserungen herauszugeben. Darüber entstand ein heftiger Streitzwischen L. und seinen Verbesserern. Jener fand sich dadurch bewogen, zu Berlin 1762 eine 3. rechlmäßige und vcrb. Ausg. seiner Zabeln erscheinen zu lassen, inwelcher er jedoch von keiner der 'Änderungen Ramler S Gebrauch machte, vielmehreine Vorrede mit heftigen Ausfällen auf diesen beifügte. Nun mischte sich Lessing in den Streit und nabm sich Ramler'S gewissermaßen gegen L. an. Außer diesenFabeln, welche dem Verf. einen großen Ruf verschafften, und von denen mehre sichdurch Leichtigkeit, Lebendigkeit und Zierlichkeit empfehlen, hat L. noch herauSgeg.:„Das Recht der Vernunft", ein didaktisches Gedicht in 5 Brich. (Leipzig 1758),in welchem er Wolf'sche Lehren versificirte.
L > ctoren (iwl,»e>), bei den Römern, öffentliche Diener der obrigkeitli-chen Personen bei ihren AmtSverrichkungen. Sie halten ihren Namen (li-»,»»,-,)daher, weil sie die Missethäter an Händen und Füßen binden mußten, ehe sie ge-geißelt wurde». RoinuluS entlehnte sie von den Etruskern, deren vornehmsteMagistraispersonen sich von Dienern, die müBeilen und Ruthenbündeln (i-isvec)bewaffnet waren, begleiten ließen. Er ließ deren zwölf vor sich hergehen. Diekönigl. Würde in Rom ward zwar abgeschafft, aber ihre äußere Pracht beibehalten.Daher wurden auch die Consuln, Dietmaren, Präkoren, >l-iP,st'i enultu», ro.(doch nicht die Censoren) von Lictoren begleiiet. Wen» eine höhere Magistrats-person sich öffentlich zeigte, gingen die Lictoren in einer Reihe, einer nach demandern, vor derselben her. Es war ihr Amt, das zuströmende Volk zurückzuhaltenund aus dem Wege zu schaffen (tu,b-n„ inbnxnerc), wobei sie die Formeln:(iulliw, uo,i,ul klai,! VUINI (loouix) coinuli, u. a. gebrauchten. Ging
die Magistratsperson wieder nach Hause, oder in ein andres Haus, so schlugendie Licioren mit ihren Ruthen an die Thür. Ferner sahen sie darauf, daß denMagistrakSpersonen die gehörige Ehrerbietung erwiese» wurde. Dieses Geschäfthieß: -unnuxlee, tare. Die Ehrerbietung bestand darin, daß ein Reiter, welcherder Magisiratsperson begegnete, vom Pferde steigen, Zeder das Haupt entblößen,aus dem Wege gehen mußte u. s. w. Endlich vollzogen sie die Strafen. DieLic-toren waren zwar freie Leute, aber aus der niedrigsten Dolksclasse, gewöhnlichFreigelassene der MagistimSpersoncn, bei denen sie ihre Dienste verrichteten. Übr»»gens gingen vor dem Dictator 24, vor den Consuln, Decemvirn und Kriegsrribu-nen mit consularischer Gewalt 12, vor dem Präior 6, ebenso viel vor dem >Ia-^>5w, ugxliux,, und einer vor einer Vestalin voraus.
Liebe. Dieselbe Kraft, welche Welten verknüpft und zusammenholt, istes auch, durch welche der Mensch zu dem Verwandten seiner Gattung mit Freiheithinstrebt. Schon die Alten sagten daher: „die Welt wird durch Liebe regiert";aber sie fügten hinzu: „und durch denHaß" (Eros und Eris , s. d.), weil sie sichnicht über den Gegensatz streitender Erscheinung zu dem Wesen aller Wesen erhebenkonnten, welches selbst die Liebe ist. In jener engern Bedeutung dagegen, alsZuneigung zu dem Gleichartigen und Verwandten, ist Liebe nicht ohne Abneigungund Abstoßung des Fremdartigen und Entgegengesetzten (Haß im weitesten Sinne),