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und kam bei der Theilung 1677 an S.-Meiningen . Don diesen Ruinen herab ge-nießt man einer herrlichen Aussicht über die Berge des Thüringerwaldes, einigewilde Thäler desselben, das sanfte Werrathal und die fernen, blauen Berge des Bleß,der Gera und der fernern Rhdn Frankens. Das Fürstenhaus, Sommerwohnsih derherzogl. Familie, ward 1804 in einem edeln «tyl erbaut. Vorzüglich schön ist dermit 12 Säulen gezierte, unter einer runden Dachkuppel angebrachte Versammlungs-saal. Das Schauspielhaus ist ebenfalls gut gebaut; die Musik besorgt die herzogl.Capelle. Das Gasthaus, jenen Gebäuden gegenüber, hat 3 Stockwerke, 72 Zimmerfür Badegäste, ein Billard - und Gesellschaftszimmer. Auch in den übrigen Häu-sern des Dorfes findet der Fremde gutes Unterkommen. Das Stallgebäude hat inseinem obern Stockwerke 9 Zinuper für Badegäste höhern Standes, mit ebenso vie-len Nebenbehältnissen. Hinter demselben ist eine Reitbahn. Das Brunnenhaus, inForm eines Tempels, ist stets offen. Der Sauerbrunnen ward zuerst bekannt unterdem Herzog Tasimir zu Koburg, mag aber schon siüher benutzt worden sein. 1614faßte man den Brunnen, und der Herzog bestellte einen Aufseher. Im dreißigjähr.Kriege sank sein Ruf. Als der Herzog von Gotha 1673 Liebenstein erhielt, grubman den Brunnen neu auf, faßte die vorzüglichste Quelle besonders, und die 4 an-dern ebenfalls. Besondere aber hob den Brunnen der Herzog von Meiningen 1800aus seiner Vergessenheit. Er ließ die obigen Gebäude anlegen, Kunststraßen bauen,Baumgänge einrichten und für Bequemlichkeit sorgen. Die Quelle hat 47° Fahr.,ist hell, schmeckt angenehm säuerlich und etwas zusammenziehend. Trommsdorfffand in 6 Pfund Wasser 27z Gran Kalkerde, 151 Gr. Talkerde, 19; Gr. auf-lösende Salze und 10 Gr. Eisenoxyd. Vorzüglich hülfreich ist der hiesige Sauer-brunnen bei schwacher Verdauung, Übermaß von Schleim, chronischem Husten,Bleichsucht, Menstruationsbeschwcrden, Hvpochondrie, Nervenschwäche, hysteri-schen Krämpfen, Magenlähmungen, auch Gicht, hartnäckigen Rheumatismen, chro-nischen Hautausschlägen ic. Unter dem Schauspielhause sind 7 Bäder angelegt,Die nöthigen Bedürfnisse während der Badezeit werden entweder hierher gebracht,oder man läßt sich dieselben aus den benachbarten Städten Salzungen, Schmak-kalden, Eisenach, Gorha oder Meiningen holen. Weitere Partien macht man nachder Altensteiner Höhle bei Glücksbrunn, in welcher man den unterirdischen See be-schißst; oder nach Altenstein mit seiner gothischen Capelle, der Teufeksbrücke, derHerzogin Denkmal und dem Hohlenstein; oder nach der Buche in, Thüringer-walde, bei welcher Luther gefangen und nach der Wartburg gebracht ward; oderendlich auf den wegen seiner weiten 'Aussicht bekannten Inselsberg und das groß-herzogl. weimarische Lustschloß Wilhelmschal.
Liebenstein (August, Freih. v.), ein Mann von seltener Kraft, vielemWissen und hohem Freimuth, in der Mitte eines gemeinnützigen Lebens seinemDaterkande den 26. März 1824 zu früh entrissen, stammle aus einer adeligen,nicht sehr wohlhabenden Familie zu Emmendinqen im BreiSgau . Er studirte inJena und Göttingen ; doch hatte b-i ihm dasEtudium der Dichter und Rednerden Vorzug vor der eigentlichen Rechtsgelehrsamkeit, daher sein blühender Stylund die Beredtsamkeit, welche ihn in der badischen Depulirtenkammer auszeichnete.— Weil seinem lebhaften Geiste der gerichtliche Staatsdienst als Assessor des Hof-gerichtg zu Manheim weniger entsprach, so verfitzte man ihn in der Qrganisätions-epoche 1810 als Rath zu einem der neuen Kreisdirectorien, welche scheinbare Be-förderung er aber nicht annahm, weil ihm ein nach dem Vorbilde der sranz. Prä-fecturräkhe gemodeltes Verhältniß der bureaukratischen Kreisräthe in Baden zu-wider sein mochte. Nach einiger Zeit wurde er Amtmann in Hornberg , und balddarauf nach Lahr als Qberamtmann versetzt. Hier machte er sich der deutschen Na-tion bekannt durch s. Rede zur Feier des achtzehnten Octobers. Dann zum Mit-glied« der zweiten badischen Kammer gewählt, hat er auf dem ersten badischcn Land-.