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LiebeSumhle Licbich
tage (1819 und 1820) durch s. Anträge auf Trennung der Justiz von der Admini-stration, auf die Einführung des öffentlichen Verfahrens, auf die Verantwortlichkeitder Minister und Sraatediener w. die wichtigsten Erörterungen veranlaßt. SeineReden, unter welchen wir die über Herstellung der Freiheit der Presse und überDer-werfung des badischen AdelsedickS vom 10. April 1819 auszeichnen, beurkundeneinen Reichthum von Idee», die, in der blühendsten Sprache kräftig ausgedrückt,olle Vorurtheilfreie für f.Ansichten gewinnen mußten. L. sprach oft gegen dasMi-nisterium, allein nicht als Wortführer einer-Opposition; denn unter den badischenLandständen gab es keine solche Verbindung. Jeder folgte der eignen Überzeugungvom Bessern. L.'s Fassungskraft, Gegenwart des Geistes, Scharfsinn, Heller Blick,und die frische Laune, mit der er f. ernsten Reden zu würzen verstand, sicherte» ihmfast immer den Sieg über die ministeriellen Redner.— Die Regierung versetzte ihndaher in die oberste Justizstelle, das Oberhofgerichk zu Manheim , und bald nachherals geh. Referendair in das Ministerium des Innern, wo er auch das Ritterkreuzdes Zähringer Ordens erhielt. Damit war jedoch die widernatürliche Stellung ver-bunden, zu gleicher Zeit als Bolksdeputirter und als RegierungScommissair aus dem2. Landtage s. ehrenvollen Ruf eines nur nach Überzeugung sprechenden Volks-vertreters auf das Spiel zu sitzen. L. that, was in einer so widersprechenden Lagemöglich war. Er mußte inzwischen in der öffentlichen Meinung doch verlieren, weiler persönlichen Vortheilen s. landstüntische Freiheit unterordnete. Jeder Unparteii-sche wird dessenungeachtet zugestehen, daß L. so wenig wie möglich von s. Systemabging, und daher,als RegierungScommissair eine ziemlich liberale Gemeinde-ordnung, sowie die Öffentlichkeit der Verhandlungen bei Anklagen der Minister inVorschlag brachte. Der von ihm vorgelegte Entwurf über die Studienfreiheit er-hielt Gesetzeskraft. So bewies er in kritischen Verhältnissen den reinen Willen fürdas Gute, auch wie er aus demMinisteruim des Innern zu einem Kreisdirectoriumversetzt wurde. — (Vgl, die Verhandl. der badischen Landstande im „Hermes",1821, Bd. I X. u. X, und das „Archiv für landständ. Angelegenheiten im Groß-herzegthum Baden".)
viebeSmahle, Agapen, wurden in der ersten christl. Kirche die gemein-schaftlichen Mahlzeiten genannt, die der Feier des heiligen Abendmahls (s. d )vorangingen. Menschen von allen Ständen speisten dabei zum Zeichen der christl.Bruderliebe unter und mit einander. Zeder trug dazu nach Vermögen das Seinigebei, und die Reichen hielten die Armen frei. Diese von den Aposteln angeordneteund den Geist der Gemeinschaft in der entstehenden Christenheit schön bezeichnendeSitte mußte indeß beim Anwachse der Gemeinde bald beschwerlich, und wegen derdabei eingerissenen Unordnungen, um den Ruf der Christen zu schonen, durch Eyn-odalbeschlüsse im 4. Jahrh. abgeschafft werden. Die Brüdergemeinde (s. d.)hat die Liebesmahle erneuert und hält sie bei feierlichen Gelegenheiten unter Gesangund Gebet mit mäßigem Genusse von Thee und Weizenbror (Liebeöbrot genannt)in ihren Verfammlungssiilcn.
Liebestränke (MiU,-,). Don den ältesten Zeiten her hat sich die Mei-nung unter dem Volke erhalten, daß es Mittel gäbe, wodurch die Liebe nicht nurüberhaupt erregt, sondern auch auf einen bestimmten Gegenstand gerichtet werdenkönne. Theils abergläubische, theils ekelhafte, theils aber auch schädliche Substan-zen aus dem Thier - und Pflanzenreiche wurden zu diesem Behuf angewendet. DasWahre an der Sache ist, daß man wol den physischen Trieb durch Mittel erregenkann, welche eine specifische Wirkung haben und deßhalb Aphrodisiaca genanntwerden, daß aber die Neigung durch physisch wirkende Mittel niemals auf einenbestimmten Gegenstand gewendet werden kann.
Liebich (Johann Karl), Unternehmer und Director des ständischen Thea-ters zu Prag, geb. 1773 zu Mainz , hatte kaum die ersten Stücke, „Waltron"