Band 
Sechster Band. K bis L.
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Liechtenstein (das füestl. Hans)

und „Emilie Galotti", von der Großmann'sehen Gesellschaft auf der Bühne auf-fuhren sehen, als er sich zum Theater hingezogen fühlte. ZndeßPetzte er in Mainz und Passat, s. Studien fort; an dem letztern Orte trat er in denSchulkomödien mitgroßemBeifall auf. Als der Schauspieldirekror Roland durch Abgang eines Schau-spielers in Verlegenheit gerieih, das erledigte Fach zu besehen, schlug der Fürstbischofselbst dazu L. vor und stellte ihn mit 400 Gldn. Gehalt an. Er machte große Fort-schritte, ward bald Inspicient, sogar Regisseur, nachdem SchopfDircctor gewordenwar, dessen Freundschaft und Unterricht er s. Ausbildung verdankte. Nach der Sä-kularisation des Stifts begab sich L. nach Laibach, dann nach Trier . 1795—>97spielte er wieder in Laibach und Passau . 1798 begleitete er den zur Direktion desTheaters nach Prag berufenen Schöpf als Regisseur. Er ward bald der LieblingPrags ; AdelundBürgerstand wetteiferten, ihn in ihreKreisezu ziehen. 1806 war)er von den bohm. Ständen zum Di e>tor dcsTheaters ernannt, und mehre Großeerleichterten ihm diese Unternehmung durch Geldvorschüsse. Auch das Publikumunterstützte sein rastloses Streben, das deutsche Theater, das bisher der ikal. Opernachstehen mußte, in Flor zu bringen. L.'s Haus war ein gastfreier Sammelplatz ge-bildcterMenschen aus allcnStänden und ein Asyl für »othleidende Kunstverwandte.Durch Herzlichkeit gewann er alle Gemüther, und es gelang ihm. seine Bühne aufeine Höhe wie nie zuvor zu bringen, sodaß von 1812— 15 das prager Theater zuden vorzüglichsten Deutschlands gehörte. L.'s Meisterschaft und Vielseitigkeit alsKünstler ist anerkannt. Gleich schätzenswerth war er alsMcnsch und Bürger. UnterAndern gründete er ein Pensums,nstitut für die Schauspieler und Sänger des stän-dischen Theaters. Er starb den 22. Dec. 1816.

Liechtenstein (das fürstliche Haus), ein altes Geschlecht, ausgezeichnetin Östreichs Geschichte durch Männer von Verdienst. Um 1206 kommt ein Herrv. Liechtenstein , Namens Ditmar, vor, den man für einen Abkömmling des Hau-ses Este hält. Hartmanns O'., Grafen v. Liechtenstein (st. 1b85), -Löhne, Karlund Gundakar, stifteten 2 Linien, die 1618 und 1623 in den Fürstenstand er-hoben wurden. Karl erhielt vom Kaiser Rudolf U. die Fürstenihümer Troppau und Zägerndorf in Schlesien . Sein Enkel Johann Adam kaufte 1699 und 1708von den Grafen v. Hohenembs die reichsunmittelbaren Herrschaften Lchellenbergund Daduß. Mit ihm starb 1712 diese Linie aus, und das Majorat nebst allenBesitzungen derselben siel an Gundakars Enkel, Anton Florian , der 1713 für sichund 1723 für seine Nachkommen Litz und Stimme auf dem Reichstage erhielt,nachdem Kaiser Karl VI. Schelle,iberg und Dadutz unter dem Namen Liechtenstein zu einem unmittelbaren Reichsfüruenihum erhoben hatte. Anton Florians Nach-kommen starben aus 1748, worauf dessen Neffe — der Sohn Philipps Erasmus,des Stammvaters der noch blühenden 2 Linien (er war Ant. Florians jung. Bruderund starb 1704)—, der berühmte Joseph Wenzel, dem Maria Theresia als demSchöpfer der östr.Artillerie ein Denkmal errichtete, das Majorat und die Güter desHauses erbte, welche nach seinem kinderlosen Tode, 1772, an die Söhne s. BrudersEmanuel fielen. Der älteste, Franz Joseph (st. 1781), und sein jung. Bruder, KarlBorromäus (st. 1789), stifteten die beiden jetzt blühenden Linien. Die ältere besikrdasFürstenlhum Liechtenstein, nebst dem größtenTheile der Güter inÖstreich undSchlesien ; die jüngere besitzt das zweite oder Karl'sche Majorat als Lecundo-genilur. Der jetzt regier. Fürst Johann, von der ältern Linie, geb. den 26. Juni1760, schloß 1805 den Frieden zu Presburg und überließ 1806, weil man ihnohne sein Wissen zu Paris in den Rheinbund mit aufgenommen hatte, das Für-stenthum Liechtenstein seinem 3. Lohne , ^jn der Folge trat er den 3. Juli 1815dem deutschen und >817 dem heil. Bunde bei. Er ist k. k. östr. Kämmerer undGeneralfeldmai schall, und lebt zu Wien . Er heißt „Regierender Fürst von Liech-tenstein, Herr von Nickolsburg, Herzog cn Troppau und Zägerndorf, Graf