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halte, mü treffenden Bemerkungen und originellen Ansichten geschichtlich d-rge-siellt. Als denkender Mann von leichtem, gewandtem Geiste und eindringendemScharfsinn, reich an Kenntnissen und aus dem Leben geschöpften Erfahrungen, fander Vergnügen und Erholung darin, s. Ideen niederzuschreiben. Don diesen Schriftten sind nach und nach 30 Bde. in franz. Sprache („Oeuvreg", 1807) erschienen; ihrInhalt lsi sehr gemischt, Verse und Prosa wechseln mit einander ab. Eine Auswahlvon Briefen und kurzen Aufsitzen hat Frau v. Stael herausgegeben (deutsch von'Mad. Spazier), der einige ähnliche Sammlungen gefolgt sind. Man erhält dar-aus eine Menge von Aufschlüssen über Personen und Begebenheiten und erblicktallenthalben einen unterrichteten, feingebildeten, zartfühlenden, scharfsinnigen, hei-tern Geist, der auf das Angenehmste unterhält und belehrt. Seine nachgelassenenSchriften hat der Buchhändler Cotta an sich gekauft. „Oeuvres z>osl1>u,»es cluprinev ,Ie lügne" (Wicn u. Dreöd. 1817,6 Bde.). Sein Wahlspruch war: „()uoreg cuiugue caüeut, seniler «tat lüneu rect:>".
Ligny (Schlachtbei), s. Quatrebras und Waterloo.
L i g u e. Was seit dem überwiegenden Einfluß der franz. Spracht bei allenCabinetöversammlungen Allianz genannt worden ist, bezeichnete man in demZeitraume von 1500 bis 1650, wo der spanisch-italienische Einfluß vorherrschendwar, meist mit dem Namen L ig u e, nach dem spanisch-ital. Worte Liga. EinigeBündnisse führen diesen Namen vorzugsweise. Dahin gehören 1) die Ligue vonCambrai, d. h. das Bündnis, welches Ludwig XII., König von Frankreich , 1508mit dem deutschen Kaiser Maximilian und dem König Ferdinand von Spanienhauptsächlich zur Demüthigung von Venedig schloß, und welchem sich bald darauf(1509) der Papst Julius II. beigesellte. Diese Ligue löste sich, wie viele solcheBündnisse, bei dem gegenseitigen Mißtrauen schon 1510 wieder auf und machte
2) der r.uii tu Platz, oder dem Vertrage zwischen dem Papste, dem KaiserMaximilian, Ferdinand von Spanien u. Venedig. Ihr Zweck war, Ludwig XII. ,dessen Bundesgenossen seine Feinde geworden waren, zu nöthigen, auf seine Er-oberungen in Italien zu verzichten, was auch erreicht wurde. Wir hätten in ihralso die ersie Erscheinung eines— heiligen Bundes in der Geschichte, der aber sei-nen Namen von der Theilnahme des Papstes erhielt. 30 Jahre später bildete sich
3) eine lA^'.i «unin in Deutschland . Als nämlich 1536 die vornehmsten Pro-testant. Fürsten zum Schutz ihres Religionsbekenntnisses in Schmalkalden ei» Bünd-nis geschlossen hatten, um dem Kaiser Karl V. die Sp tze zu bieten, so vereinigtensich die mißtrauischen kathcl. Fürsten in Nürnberg 1538 ebenfalls, den Fortschrittendes Protestantismus zu begegnen und die Anmaßungen der prolestant. Fürsten zubeschränken. Sie legten ihrem Bündnisse, weil es zum Schutze der kaihol. Kirchegeschah, den Namen eines heiligen bei. Eine 4. Ligue, ebenfalls die heiligegenannt, oder die katholische, ward 1576 in Frankreich vom Herzog Heinrich vonGuise gegen Heinrich I II. geschlossen. Der vorgegebene Zweck war Ausrechthaltung-er kathol. Religion. Allein der Herzog harte die geheime Absicht, da Heinrich III. ohne männliche Erben war, und der Thron bei seinem Absterben auf den ketzerischenHeinrich von Navarra überging, diesen von der Thronfolge auszuschließen und sichdesselben zu bemächtigen. Sein alle Herzen gewinnendes Benehmen machte dirAusführung des Planes leicht. Überall wurde er, als Paris das Beispiel gegebenhatte, in den Provinzen unterstützt. Der Papst und der König von Spanien er-kannten die Ligue förmlich an. Zwar wurde ihr Oberhaupt, Heinrich von Guise,nebst seinem Bruder, dein Cardinal Ludwig, zu Blois 1588 auf Veranstaltung desKönigs meuchelmörderisch hingerichtet; allein die Ligue ernannte den dritten Bruder,Herzog Karl von Mayenne, zum Generalstatthalter des Reichsund erklärte den Kö-nig Heinrich III. des Thrones verlustig. Dieser suchte nun im Lager seines bishe-rigen Feindes, Heinrichs v. Navarra , gegen den die Ligue dem Scheine nach haupt-sächlich gerichtet war, Hülfe. Hier traf ihn der Dolch eines Meuchelmörders 1589.