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Liguori
Die Ligue sehte den Krieg gegen Heinrich v. Navarra fort, bis dieser sich 1594 zumÜbertritt zur kathol. Kirche entschloß, woraufdie in sich schon uneinige Ligue 1595 sichunterwarf und auflöste. S. Migrier's „Illsi. <1« I-, " (Paris 1829, 5 Bde.).
Eine 5. Ligue, ebenfalls die katholische genannt, weil sie die Ausrechlhaltungder kathol. Religion zum Ziele hatte, finden wir im 17. Jahrh, in Deutschland . Der1555 geschlossene Religionsfriede hatte der Protestant. Religion zu wenig eingeräumtund der kathol. zu viel genommen. Beide beobachteten sich mißtrauisch. Jene klagteüber Eingriffe, diese über Anmaßungen. Da nun Heinrich I V. in Frankreich , umdas Haus Ostreich zu demüthigen, die Protestant. Fürsten auf alle Weise zu unter«stützen bereit war, so vereinigten sich diese, durch die der protestant. Reichsstadt Do«nauwerlh zugefügten Beeinträchtigungen gereizt, 1608 zu Ahausen in Franken,und bildeten die evangel. Union zum Schuh und Trutz jedes einzelnen Mitgliedes.Die kathol. Fürsten handelten jetzt wie nach dem Abschluß de,- schmalkaldischenBundes; ihren Verein beschleunigte 1610 besonders d? jülich -klevische Erbschaft.Die vornehmsten deutschen Fürsten machten auf die Länder des 1609 ohne Erbenverstarb. Herzogs Johann Wilhelm von Iülich-Kleve, Berg rc. Anspruch. Heimrich IV. nahm sich der protestant. an. Die kathol. schlössen daher in Würzburg 1610 unter einander jene Ligue, an deren Spitze der Herzog Maximilian vonBaiern stand. Der unvermulhete Tod Heinrichs I V. hemmte zwar den Kampf;allein die Union und die Ligue standen einander feindlich gegenüber, bis das Feuerdes drcißigjähr. Krieges aufloderte. Das Haupt der Union, Kurfürst Friedrich vonder Pfalz , nahm die böhm. Krone au. Darauf rückten die Unirten und die Liguistenins Feld. Die stanz. , östr.-bairisch-spanische Politik brachte es jedoch dahin, daßdie Union in dem Vergleiche zu Ulm , 3. Juli 1620, die böhm. Sache aufgab undsich, als die Waffen der Ligue dem Kaiser in Böhmen den Sieg verschafft hatten,1621 völlig auflöste. Maximilian v.Baiern und sein Feldherr Tilly , an der Spitzeder liguistischen Truppen, unterstützten dagegen die Plane des Kaisers und desKatholicismus so nachdrücklich, daß die protestant. Fürsten nur durch Gustav AdolfsBeistand vom Untergänge gerettet wurden.
Liguori (Alphonse Maria de), geb. den 26. Sept. 1696 zu Neapel , Stif«ter der Ligoristen oder Redemptoristen , hatte sich der Rechtswissenschaft gewidmet;da ihm aber 1722 ein unangenehmer Vorfall auf dieser Laufbahn begegnete, warder Priester. Bald schloß er sich an die in Neapel errichtete Glaubenspropagandaan und beschäftigte sich als Missionnair mit dem Unterrichte des unwissenden Land-volks. Hierauf stiftete er 1732 mit Genehmigung des Papstes in der EinsiedeleiSt.--Maria zu Villa-Scala (in dem l'rinclput» uitrH einen klösterlichen Verein,dessen Theilnehmer sich Glieder des Ordens vom Erlöser (i> »um r<-<1o,i,lc>>e)nannten, und deren Geschäft der Volksunterricht sein sollte. Schnell breitete sichdieser neue Orden über die beiden Sicilien aus, und die ersten Häuser desselben wa-ren zu Salerno, Conza, Nocera und Bovino. Lange hörte man von diesem Ne,benzweige der Loyoliten außer Italien nichts, bis sie 1811 in der aufgehobenen §ar.thaust zu Val-^aint im Eanton Freiburg , deren Bewohner, die Trappisten, ver,trieben worden waren, und später auch in den deutschen Etaaten des östreich. Kai-serhauses, selbst in der Hauptstadt Aufnahme fanden, wo sie nunmehr eine reichfundirre Stiftung besitze». L. ward 1762 von Clemens Xlll. zum Bischof vonSancta Agatha Gothici in dem Lrlnelputo ulira ernannt, von welchem Amte ihnPius VI. auf sein Ersuchen 1775 entband, indem er alt, kränklich, durch Fastenund Selbstpeinigungen erschöpft, seine Geschäfte als Bischof nicht mehr glaubteerfüllen zu können. Er zog sich in den Hauptsitz der von ihm gestifteten Congrega»tion zu Nocera de Pagani zurück und starb daselbst den 1. Aug. 1787 in dem hohenAlter von 90 I. Seit 1816 steht sein Name in dem Heiligencalender der rcm.Kirche. L.'s asketische Schriften find theils in Neapel, theils in Venedig erschienen.