Band 
Sechster Band. K bis L.
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Lindau

LigurikN

Ligurien, bei den Römern derjenige Theil des nördlichen Italiens , dersich an der Küste des mittelländischen Meeres von der Grenze Galliens bis nacb demjetzigen Livorno erstreckte, und nördlich durch den Po begrenzt wurde. 1797 gabBonaparte der bis dahin bestandenen aristokratischen Republik Genua (22. Mai)eine demokrat. Verfassung und den Namen der ligurisehen Republik. DieseVerfassung und der Name hörten jedoch 1805 wieder auf, da Genua (25. Mai)dem franz. Kaiserreiche einverleibt wurde. Seit 1814 gehört das Herzogthuin Ge-nua dem König von Sardinien.

Lille (niederländisch Ryssel), seit 1667 Hauptstadt des franz. Flandern undaller franz. Niederlande , liegt an der schiffbaren Deule, welche durch die Stadtstießt, hat vortreffliche Umgebungen, 11,300 Häuser mit 61,500 Einw., und isteine der wichtigsten Festungen in ganz Europa. Die Citadelle, das Werk Vauban's ist ein Meisterstück der BefestigungSkunst. Unter den öffentlichen Plätzen zeichnetsich der Paradeplatz aus, und unter den breiten, gut gepflasterten, des Nachts er-leuchteten Straßen würde die Königsstraße jeder Stadt zur Zierde gereichen. Wirnennen noch die Stephans - und Peterskirche, das schöne Rathhaus, die prächtigeKornhalle, das große Hospital, das Schauspielhaus, das Zeughaus, die schöneHauptwache rc. Lille hat eine Börse, eine Münze, eine Gesellschaft der schönenKünste, eine Zeichnen , und Malerschule, eine schöne Bibliothek, einen botanischenGarten, eine Gemäldegalerie und wichtige Fabriken von wollenen Zeuchen, Lein-wand, Spitzen, Baumwolle, Taback, Leder, Glas, Fayance, Zuckerraffinerien,große Baumwollenspinnereien, Cattundruckereien und treffliche Garn - und Lein-wandbleichcn. Bei derStadt befinden sich mehr als hundert Ölmühlen. Der Han-del ist bedeutend; die Tulpenzucht wird hier beinahe so stark wie inHarlem getrieben.Spargel u. Melonen werden bis Paris versandt. 1708 eroberte Prinz Eugen L. inFolge einer hartnäckigen Belagerung; 1792 beschossen es dieÖstreicher ohne Erfolg.Jetzt ist L. die Hauplst. des Deport. >1u dlo, <1 und eines Bezirks desselben, der Sitzeines Handelsgerichts und des commandirenden Generals der 16. Militairdivision.

L i m a, Hauplst. der Republik Peru im südl. Amerika , ehemals der Sitz desspan. Vicekönigs, am Flusse gl. N., in einem schönen und sehr fruchtbaren, 2 Mei-len breiten Thale , 2 Stunden vom Meere und 30 St. von den CordilleraS ent-fernt, wurde 1585 von den Spaniern erbaut. Ein Erdbeben (28. Oct. 1746)verm utete in wenigen Stunden die ganze Stadt, alle aufder Rhede liegende Schiffeund unermeßliche Schätze. Die Hafenstadt Callas ward vom Meere verschlungen;von 4000 Menschen retteten sich nur 2. Die Häuser sind jetzt wegen der Erdbebenvon Holz und nur ein Stockwerk hoch, die Straßen regelmäßig, sehr rein und gutgepflastert, und die Gegend Heruni mit Landhäusern besetzt. Unter 70,000 E. sindein Dritttheil Spanier, die ehemals allein den Handel mit Mex.co, Chile und Spa-nien treiben durften. Es herrscht in Lima , besonders unter d-mi weiblichen Ge-schlecht, ein großer Luxus. Die Stadt ist eine Münzstadt und der Sitz des Con-gresses der Regierung, eines Erzbischofs, einer von Karl V. gestifteten Universität,einer Bergwerks-, einer Navigationsschule, einer naturforschenden Gesellschaftu. s. w. Auch gibt es hier einige Manufacturen. Der Hafen Callao oder Bon-visia, 6 St. von der Stadt, wird durch 2 große Castelle vertheidigt. Noch immerist von dort aus der Handel nach dem nördl. und südl. Amerika mit Gold und Sil-ber und mit Landes-und europäisches! Waaren sehr bedeutend.

Lindau, ehemalige freie Reichsstadt in Schwaben, seit 1806 zu Baiern gehörig, auf 3 Inseln im Bodensee , von welchen die größte mittelst euier 290Schritte langen hölzernen Brücke mit dem festen Lande zusammenhängt. Diekleinste har nur Weinberge, Gärten und Fischerhäuser. Die Lage im Bodensee hat der Sradt den Namen Schwäbisch-Denedig verschafft. Die Zahl der Einwoh-ner ist 3000, welche in 700 Häusern wohnen. Sie sind meist lutherisch, we-