Band 
Sechster Band. K bis L.
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Linsengläser Ltntharbrittri

Gesellsch., der petersbnrger Akad., der kondner Societät, ferner eine Beschreib,des NaturaliencabinetS des Königs, der Königin und des Grafen Tessin ; vorzüg-lich aber beschäftigte ihn die Ausarbeitung und Vollendung s. Hauptwerks, der„dft>ecic8 »„>", der „Plnlv5i>z>l>üi bnlüllic.i" und der „äliitcrii, II, e,

In den spätern Jahren s. Lebens entzog er sich mehr und mehr den akademischenGeschäften; ,'a er hielt sogar 1772 um s. Entlassung an. Diese ward ihm aber inden ehrenvollsten Ausdrücken verweigert; der König schenkte ihm ein Gut und gabihm die Erlaubniß, so oft e« ihm beliebte, seinen Aufenthalt daselbst zu nehmen.1774 ward er von einem Schlagfiusse getroffen, der nach 2 I. wiederkehrte undeine traurige Schwäche des Geistes und Körpers hinterließ, welche den 10. Jan.1778 sich mit dem Tode endigte. Vielleicht kommen in der Geschichte der Wissen-schaften wenig Männer vor, die mit einem so außerordentlichen Scharfsinne so vielKlarheit und Ordnung der Begriffe, so viel Muth und Beharrlichkeit und so vieltreffenden Witz verbunden hätten. König Karl X l V. ließ ihm 1819 an seinem Ge,burtsorte ein Denkmal errichten, und zu Upsala wurde in Linn, 'S Garten s. Büste,von Byström verfertigt, aufgestellt. — S. „Linnv s eigenhändige Aufzeichnun-gen über sich selbst, mit Anm. und Zusätzen von Afzeliucü', a. d. Schwcd. übers.von K. Lappe (Berlin 1826).

Linsengläser (Glaslinsen) sind kreisrunde, linsenförmig geschliffene Glä-ser, entweder auf beiden Seiten concav oder convex (s. d.), oder auf einer Seiteeben, auf der andern concav oder convex, also planconcav oder planconvex, oder end-lich auf der einen Seile hohl, auf der andern erhaben, Meniskus (Mond) genannt.Bei allen Linsengläsern heißt die gerade Linie, welche durch den Mittelpunkt gehtund auf den gekrümmten oder ebenen Flächen der beiden Seiten senkrecht sieht, dieAre der Linse. Trifft sie auf das geradeste durch die Mitte, so ist, wie man mit ei-nem Kunstausdrucke sagt, das Glas richtig centrirt. Durch den Gebrauch der Lin-sengläser in den Fernröhren und Mikroskopen ist die Sternenwelt und das Natur-reich unsern Blicken erst zugänglich geworden. Die Brillen gehören ebenfalls zu denLinsengläsern. DieWirkung derselben, welche besonders aufDrechung, Zerstreuungund Wiedervereinigung der Lichtstrahlen beruht, war längst aus der Erfahrung be-kannt, aber die Theorie derselben ist eine Erfindung der neuern Zeiten.

Lintharbeiten, eine der größten hydrotechnischen Unternehmungen.Der Wallensee und der Zürichersee waren ursprünglich vereint. Die Linth,welche von GlaruS herunterkommt, fällt von der Seite in den See, und da sieungemein viel Geschiebe mit sich führt, so dämmte sie ihn zu. Hierdurch ent-stand da, wo sonst See war, das Thal zwischen Wesen und Uznach , welchesbald angebaut wurde. Die Linth hatte im Laufe des letzten Jahrhunderts,indem sie immerfort bei großen Überschwemmungen Geschiebe zuführte, ihr Bettso angehöht, daß die Maag, welche der Abfluß des Wallensee« in den Züricher-see ist, sich stemmte, und der Wallensee um 10 Fuß höher wurde. Die beidenOrte, Wesen am untern Ende und Wallenstadt am obern Ende, konnten nichtmehr bewohnt werden, da das Wasser auf den Straßen und in den Häusern stand.Die ganze Gegend zwischen beiden Seen ward ein Sumpf, dessen Ausdünstun-gen bösartige Fieber veranlaßten, die sich schyn bis gegen Zürich erstreckten.5000 Morgen Wiesen und Feld waren theils ganz ertrunken, theils halb ver-sumpft. Diesem abzuhelfen, schlug Escher vor, man solle der Linth ein neuesBett durch den Felsen sprengen und sie in den Wallensee leiten. Indem sie nungenöthigt werde, sich in diesem engen Bette mit reißender Geschwindigkeit zu be-wegen, so müsse sie ihr Geschiebe mit bis zum See nehnien und diesen nach undnach theilweise zufüllen. Die Tagsatzung nahm 1805 diesen Vorschlag anund ernannt« eine Commission, an deren Spitze der verdienstvolle Esther stand.