Band 
Sechster Band. K bis L.
Seite
606
JPEG-Download
 

K 06 Lipogrammatische Aufsätze Lippe

des Publicums in zweiDoppekconcerten. Seitdem machte L. mehre Ausflüge nachRußland, 1821 eine Kunstreise durch das nördliche Deutschland, 1826 nach Pa-ris, dann nach Warschau , wo Paganini 1829 auch eintraf.— L.'s Spiel beruhtauf einem aus der Wurzel der Violine gezogenen Silberton, der auch in den schwer«sten Stellen an Schönheit nicht verliert, und auf der reinsten Intonation in Dop«pelgriffen. Sein All'gro ist kühn, und das Adagio ausdrucksvoll; übrigens neigtsich sein Vertrag zum Erhabenen, weßhalb ihm die Compositionen von Viotti vor,züglich zusagen. Von seinen eignen Compositionen führen wir die Capricen unddie Variationen (Leipzig bei Peters) an.

Lipogrammatische Aufsä he sind solche, in welchen gewisse Buch-staben absichtlich vermieden werden. So schneb Lope de Vega eine Novelle ohneL und A.

Lippe (das Fürstenthum) erhielt seinen Namen wahrscheinlich von, FlusseLippe, an welchem im 12. Jahrh, die Stadt Lippe erbaut wurde. Die Vorfahrendes jetzigen Fürstenhauses gehörten bereits im 12. und 13. Jahrh, unter die pri,».-,-I<5 XVi'stziluiIorum, welche als Dynasten oder edle Herren ansehnliche Länder erb-lich besaßen. Bernhard von der Lippe besaß 1129 die Stadt Lemgo ; er und seinBruder Hermann erscheinen zum ersten Male in einer Urkunde von 1129 mit demBeinamen: von der Lippe. Bernhard II. , dessen Sohn, war ein Freund Hein-richs des Löwen; er fand sich mit einem zahlreichen Gefolge wohlbewaffneter Rit-ter auf dem vom Kaiser Friedrich I. 1184 zu Mainz gehaltenen Reichstage ein.Bernhard III. (1230) erwarb mit seiner Gemahlin die Herrschaft Rheda. Si-mon I. , dessen Enkel (im 14. Jahrh.), erbte einen Theil der Grafschaft Schwalen-berg. Lnmon III., welcher die Grafschaft Slernberg erwarb, errichtete 1368 dasjis^iun, puais, nach welchem der erstgeboreneSohn allein regieren sollte. ErstBern«hard VIII., welcher 1563 starb, nannte sich einen Grafen von der Lippe . SeinSohn, Simon VI. , ist der nächste Stammvater des jetzigen Lippe'schen Hauses. Ertheilte seine Besitzungen unter seine drei Söhne, von denen Simon Vll. die LinieDeunold, Otto die Linie Bracke, und Philipp die Linie Bückeburg oder Schauen-burg stiftete. 1)Detmold . Friedrich Adolf (regierte von 1697 bis 1718) nahm,nachdem die Bracke'sche Linie 1709 erloschen war, die Länder derselben in Besitz,ohne auf die Rechte der Bückeburgischen Linie Rücksicht zu nehmen, und verband siemit den Deimoldischen Ländern. Sein Sohn, Simon Heini ich Adolf, erhielt 1720von, Kaiser Karl VI. die reichsfürstl. Würde, die dessen Enkel, Friedrich WilhelmLeopold, 1789 vom Kaiser Joseph II. förmlich bestätigt wurde. Er starb am4. April 1802. Sein minderjähriger Sohn, Paul Alexander Leopold, geb. am6. Nov. 1796, stand unter der Vormundschaft seiner Mutter Pauline (s. d.),geb. Prinzessin von Anhalt - Bernburg , welche am 8. Juni 1819 dem Lande eineliberale Verfassung gab, in welcher auch der Bauernstand repräfentirt werden sollte;allein sie fand bei der Ritterschaft solchen Widerspruch, daß bei dem deutschen Bun-destage darüber verhandelt werden mußte. Am 3. Juli 1820 übertrug sie demSohne die Regierung. Der Fürst hat 490,000 Gld. Einkünfte. Das Tonringent,600 Mann, stößt zur 1. Division des 10. Corps. Bei dem deutschen Bundes-tage hat der Fürst eine Stimme, und im engern Rathe Theil an der 16. Stimme.Diese Hauprlinie bat zwei paragirke gräfliche Nebenlinien: L. - Biesterfeld undL.-Weissenfelt (zu Barulh in der .Niederlausitz ). Das Füistemhum Lippe-Detmoldenthält an 23 s)M. und 80,000 Einw., 6 Städte, 5 Flecken und 145 Dguer-schaflen. Detmcld, Haupt- und Residenzstadt, hat 2400 Einw. in 325 Häusern;Lippstadt an der Lippe (2700 Einw. in 570 H.) gehöne ehemals zur Hälfte denGrafen von der Mark . Dieser Antheil ist jedoch aus der jüüch'schen Erbschaftdem kurbrandenburgischen Hause zugefallen, welches sonach Müharr der Stadt istund das Desatzungsrecht nebst dem Postweftn allein hat. Es wird hier ein bedeu-