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Lips
„Daktyliothek", lind in dem Augenblicke erscheinend, wo Winckelmann's Schrif-ten Bewunderung erregten, außerdem durch Christ'S lat. Register dazu dem gelehr-ten Publicum empfohlen, fanden sie im In - und Auslande Beifall und Abneh-mer. Der Beifall würde noch allgemeiner gewesen sein, wäre L. wohlfeiler gewe-sen, hätte er kritischer gewählt und immer Abgüsse nach ersten Abdrücken gegeben.Manches Unechte lief mit unter. Raspe wies 300 als verdächtig nach unter den3149 Abdrücke», die, in 57 Tabletten und in 3 Btn.vertheilt, die Daktyliothekausmachen. (Die ersten beiden Tausende, mit dem latein. Katalog von Christ,erschienen Leipzig 1755 und 1750, das dritte Supplementtausend, mit dem Re-gister von Heyne, Leipzig 1762, die deutsche Übers. des Registers, vom Guben-schen Rector Thierbach besorgt, Leipzig 1767 in 2 Bdn. 4,, und das Supplement1768.) Das Verdienst, welches sich L. durch dies Unternehmen erwarb, bleibtunbestritten, obgleich seine Masse in der Folge vom ehemal. Aufwärter beim k. An-tikencabinet zu Dresden , Rabenstein, aufs Neue erfunden und noch verbessert, dirAnzahl der bekanntgemachten Steine aber durch Tassie bedeutend vermehrt ward.Vielleicht würde L. in spätern Jahren, wo er durch fortgesetztes Studium Viele«anders anzusehen gelernt hatte, Manches besser gegeben haben, aber der Verlust derAuelage scheint ihn abgeschreckt zu haben. Mit Recht konnte Hagedorn ihn 1764zum Pros. der Antiken bei der Akademie der Künste vorschlagen. Doch scheint dieseStelle mehr ein Titel gewesen zu fein. Fortwährend gewann sein Unternehmen anAusdehnung. Mir Schulden hatte er angefangen, und doch hinterließ er seiner ein-zigen Tochter, außer dem Geheimniß der Mischung, das mit ihr 1807 und zumzweiten Male mit Rabenstein abgestorben ist, bei seinem am 28. März 1785 er-folgten Tode, ein anständige« Vermögen, dabei ein eigne« Haus, wodurch derlebensheitere Greis einen Wunsch seiner Zeigend erfüllt sah. Dankbar bezeichnet es(in der Königsstraße in Neustadt - Dresden ) als Ort der Ruhe, die er dem bestenFürsten verdanke, eine daran befindliche Inschrift. Als Beleg zu der von ihm übers.„Erklärung von Schaumünzen, deren Gepräge eine Reihe von Begebenheiten ausder römischen Geschichte darstellen". (Leipz. 1763; aus dem Franz, des Z. Dossier),gab er Abdrücke in seiner Masse, die das Studium der Numismatik gefördert ha-ben. Weniger werthvoll waren die Abdrücke der zu ihrer Zeit überschätzten, eigent-lich ganz unbedeutenden Hedlinger'schen Münzreihen, deren Ansehen sich durch L.zum Theil zu lange erhalten hat. Auch in Obsidianglas seiner Erfindung machteL. Abdrücke; eine Sammlung der besten Stücke seiner Daktyliothek in dieserGlasmasse befindet sich mit einem großen Theile seines artistischen Nachlasses nochin Privaihänden zu Dresden .
Lips (Johann Heinrich), Maler, Zeichner und Kupferstecher zu Zürich , war »1758 zu Klorhen in der Nähe dieser Stakt geb, und anfangs zum Dorfbarbier,was sein Vater war, darauf zum Landmann bestimmt. Da er jedoch Geist verrieth,gab der dasige Pfarrer ihm Unterricht in der lat. Sprache, Geschichte und Mytho-logie. Während dessen entwickelte sich seine Neigung zum Zeichnen. Endlich ver-wendete sich Lavater , der von des Knaben Anlagen Beweise erhalten hakte und ausdenselben vorhersagte, daß er einst einer der größten Kupferstecher werden würde, fürseinen Unterricht. Schon im ersten Jahre lieferte LipS gute Arbeiten. Seine Ver-suche im Ölmalen fielen nicht minder glücklich aus. Lavater bediente sich des jungenKun^'et's hei der Herausgabe seiner „Physiognom . Fragmente". Als diese Arbeitbeendigt wak'. ging Lips nach Rom , um sich daselbst noch weiter auszubilden. Nachs. Zurückkunft ward er als Profi der Zeichncnakademie nach Weimar berufen, gabdiese Stelle jedoch nach kurzer Zeit wieder auf und kehrte in sein Vaterland zurück.
S eine zahlreichen Blätter, unter denen s. Marter des heil. Sebastian nach van Dykund die Anbetuna der Hirten (oder Geburt Christi) nach Carracci vorzüglich ausge-zeichnet sind, haben sich in ganz Europa verbreitet. Er starb 1818,