wissen nur, daß er 1759 oder 1760 zu Eilenburg in Sachsen , wie man sagt, imGe-sängnisse starb. L., einer der geistreichsten Schriftsteller seines Zeitalters, hat dieprosaische Satyre der Deutschen begründet. Seine Vorgänger übertrifft er durcheine bewegliche und lebendige Sprachfertigkeit, Leichtigkeit und schneidende Ironie.Doch fehlte ihm die Tiefe dc« Geistes, welche das Leben vorurtheilSsrei überstehtund sich dem gemüthlichen Spott ohne persönliche Fesseln hingibt. Seine Schreib-art ist voll Kraft lind männlicher Stärke, dabei höchst rein, sein Witz d-rb, abertreffend. Seine Schriften, die er immer anonym herausgab, sind von ihm selbstgesammelt u. d. T.: „Sammlung satyrischer und ernsthafter Schriften", Franks,u. Leipzig (Hamburg 1739). Müchler veranstaltete die 3. Aueg. in 8 Bdn. (Ber-lin 1806). Unter allen L.'schen Schriften hat vielleicht seine 1736 geschriebeneSatyre: „Die Vortrefflichkeir und Nothwendigkeit elender Scribenten gründlicherwiesen," die keinen eigentlich persönlichen Bezug hat, am meisten dazu beigetra-gen, seinen Namen in ehrenvollem Andenken zu erhalten.
Lissabon, Lisboa, Hauptstadt von Portugal und Residenz, in der Pro-vinz Estremadura, am rechten Ufer des hier i; Meil. breiten Tejo , unweit seinerMündung, liegt auf 3 Hügeln in einer romantischen Gegend und gewährt von derSeeseite einen großen Anblick. Sie ist mit den Vorstädten Iunqueira und Alcan-lara über eine Meile lang und - breit. Man findet hier 10 Pfarrkirchen, 60 Klö-ster, überhaupt 300 Kirchen und Capcllen, 44,000 H. und vor 1807 300,000,jetzt kaum 200,000 Einw., worunter viele Ausländer, Neger, Mulatten, Kreo-len und 30,000 Gallegos oder Galicier, die aus dem spanischen Galicien hicherkommen, Last-und Wasserträger sind und überhaupt alle grobe Arbeiten verrich-ten. Dir Stadt ist offen, ohne Mauern und Thore, und hat bloß auf dem höch-sten Hügel ein jetzt verfallenes Casiell; dagegen wird der schöne, breite und sichereHafen durch 4 an dem Flusse liegende starke Forts (St.-Iuliauo, St.-Bugio, derThurm von Delem w.) beschützt. Viele Straßen der Stadt sind wegen der bergi-gen Lage sehr uneben; die schönsten laufen längs des Tejo. Prachtgebäude findetman unter den Privatgebäuden nicht; die Wohnungen der Großen zeichnen sich nurdurch ihren weiten Umfang aus. Der westl. Theil der Stadt, o Mejo, ist seit demErdbeben (1. Nov. 1756), wodurch die Hälfte von Lissabon zerstört wurde und an80,000 Menschen umkamen, schön wieder aufgebaut; er hat gerade und regelmä-ßige Straßen, schöne Häuser und prächtige Plätze; dagegen hat der ösil. Theil, dervon dem Erdbeben verschont blieb, sein finsteres Ansehen behalten, wo man krummeund winklige Gassen und 5 bis 6 Stockwerk hohe, allmodische Häuser findet.Sonst war Lissabon wegen der Unsicherheit und Unreinlichkeit seiner Straßen be-rüchtigt, aber in neuern Zeiten ist für die öffentliche Sicherheit gesorgt und Stra-ßenbeleuchtung eingeführt worden. Man hat ferner durch Wegschaffung des seitdem Erdbeben liegen gebliebenen Schuttes und durch das Verbot des Auswersensalles Unraths und todter Hunde und Katzen aus die Straßen es dahin gebracht, daßLissabon jetzt zu den reinlichsten Städten gehört. Unter den öffentlichen Plätzenzeichnen sich aus: der Eommerzplatz und der Rocio oder Roscioplah; beide sinddurch gleichlaufende, schöne, breite und gerade Straßen verbunden. Der ersterePlatz, auf welchem sonst der eingestürzte königl. Palast stand, liegt am Ufer desTejo, am Landungsplätze des Hafens, ist viereckig, 615 Schritte lang und 550breit, und auf 3 Seiten (die vierte gegen den Fluß hin ist offen) mit ansehnlichenGebäuden umgeben. In der Mitte steht die bronzene Bildsäule des Königs Jo-seph I. Der Rocio, wo sonst die Autos da Fr gehalten wurden, ist ein regelmäßi-ges längliches, 1800 Fuß langes und 1400 Fuß breites Viereck, dessen eine Seiteder in neuem Style erbaute Znquisitionopalast einnimmt. Auf diesem treffen 10Straßen zusammen. Unter den Kirchen ist die sogen, neue Kirche die schönste unddas prächtigste von allen Gebäuden, die seit dem Erdbeben aufgeführt worden sind.