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Lithauen
um lange bestehen zu können. 9) Seit 182' erscheinen, von Berlin aus redigirt,bei Cotta die „Jahrbücher für wissenschaftliche Kritik" (eine Unternehmung aufAc-tien), welche sehr ausführliche Beurtheilungen von genannten Vers. enthalten, die einVorsitzender Verein vor der Ausnahme prüft. Diese „Societät" verspricht die wahreliterar. Kritik herzustellen (ob im Geiste und in der Sprache der Hegel'schen Schu-le??). Durch alle diese, ursprünglich nur wissenschaftliche Zwecke beabsichtigendedeutsche Zeitschriften war allmähltg auch unter dem nicht eigentlich gelehrten, abergebildeten deutschen Publicum ein Interesse an literarischer Kritik geweckt worden,welche? zur Entstehung einer besondern Gattung populansirender kritischer BlätterVeranlassung gab. Eins der ersten derselben: das, dem tübinger „Morgenblatte"beigegebene „Literakurblatt", ist reich an kurzen, oft geistreichen und treffenden Kri-tiken; es war jedoch eine Zeit lang nur zu sehr das einseitige Tribunal eines Indi-viduums, welche« 1828 von der Redaction abtrat. Den Gegensatz zu der scharfenPolemik desselben bildet die Höflichkeit des „Literarischen Wegweisers" bei derdresdner „Abendzeitung". Unter den selbständig erscheinenden kritischen Blätterndieser Art behaupteten die „Blätter für lit. Unterhaltung", früher das „Literari-sche Conversationsblakt", welche die dem Kotzebue'schen „Literarischer, Wochenblatt"zum Grunde liegende Idee mit entschiedenem Glück veredelt und erweitert haben,ohne Zweifel den ersten Rang. Ähnliche seitdem entstandene sind zum Theil baldeingegangen. So ist die deutsche Kritik jetzt in einer Thätigkeit begriffen, welcheweder an Jntension noch an Extcnsion irgend einer ausländischen nachtrilt. Dieeiner besondern Wissenschaft oder einem einzelnen Lande gewidmeten kritischenZeitschriften können hier nicht angeführt werden. (Dgl. Zeitungen.)
Lithauen (in der Sprache des Landes Lirwa), ehemals ein für sich beste-hendes Großherzogthum (über 5000 b)M.), ward 1589 mit Polen vereinigt.Seit 1773, 1793 und 1795 ist es fast ganz mit Rußland vereinigt und besteht ausden Statthalterschaften Mohilew, Witepsk, Minsk, Wilna und Grodno . Da«Klima ist gemäßigt und gesund, der Boden eben, nur von unbedeutenden Anhöhendurchschnitten, theils rhonig und sandig, theils sumpfig und waldig, aber überallwo er angebaut wird, ergiebig. Die wichtigsten Flüsse sind die Düna , der Dnieper,der Niemen, der Prypiz und Bug; es giebt auch viele Seen, Sumpfe und Mo-räste. Lithauen hat bedeutende Viehzucht und ist reich an Getreide, Flachs, Hanf,Holz, Honig und Wachs. Das Mineralreich ist arm, koch liefert es Eisen undTorf. In den Wäldern ist viel Wildpret. In dem kaiserl. Walde von Bialowicza(Gouvernement Grodno), der einen Umfang von 25 Meilen (42° 29'— 51° N.B.) hat, und in welchem nur 3 kleine Dörfer liegen, Hausen Elenthiere und Auer-ochsen (derBison oder Wisent) herdenweis. Ein Theil von 15,000 Morgen ist nochjetzt undurchdringlich. (S. des Bar. v. Brücken „älem. zur tnx'r
>1,' 1>u>I<i« w/n" (Warschau 1826). Das Land treibt mit Korn, Wachs,Honig, Wolfs- und Bärenfellen, Leder, Wolle, auch sehr gute», wiewol kleinenPferden einen ansehnlichen Handel. Die Gewerbe beschränken sich auf einige Eisen-und Glashütten, Gerbereien und zahlreiche Branntweinbrennereien. Die Lithauer,welche ursprünglich zu den Letten (s. Liefland ) gehören, wurden im 11. Jahrh,zu den zinsbaren Völkern der russischen Monarchie gezählt. Sie machten sich, alsRußland unter Wladimir« Nachfolgern getheilt und zerrüttet wurde, von der rus-sischen Obergewalt frei und ihren Nachbarn furchtbar. Ringold führte 1235 schonden Titel eines Großherzogs, und unter s. Lohne Mendog und dessen Nachfolgernkam das ganze lithauische Rußland von Großrußland ab. Gedemin machte sichKiew unterwürfig, und Wlatislaw Jagcllo, der sich 1386 taufen ließ, verband,durch seine Vermählung mit der polnischen Königin Hedwig, Lithauen und die er-oberten russischen Provinzen mit dem polnischen Staate. Ein Theil von Lithauen(315 m M.) mir fast 400,000 Einw., welcher jetzt einen Theil des Regierungsb^