L22 Lithographie Liturg
zirks von Gumbinnen der Provinz Ostpreußen bildet, ist fruchtbar und gutangebaut.
Lithographie, s. Steindruck.
Lithochromie, die Kunst, mit Ölfarben aufStein zu malen und dannauf Leinwand Gemälde abzudrucken. Dieses Verfahren, welches die Meisterwerkeder Malerei vervielfältigen soll, wurde vor einigen Jahren in Paris vonMalapeauerfunden, der ein Erfindungspatent erhielt und ein Magazin von solchen Stein--truckölgemälden angelegt hat, die seit 1823 in Frankreich viel Beifall finden.Für das Copiren der Portraits ist die Lithochromie ein Ersatzmittel; außerdem ge-währt sie eine wohlfeile Verzierung der Wände. Rafael's Madonna di S.-Sistoz. B. (4 Fuß Höhe, 3 Fuß 1 Zoll Breite) kostet 100 Fr. Das Portrait Lud-wigs XV111. nach Girard (24 Z. hoch, 20 Z. breit) kostet 50 Fr. Ein l-o re„-sler-vous ckv cborsc (7 Z. hoch, 9 Z. breit) kostet 8 Fr. u. s. f. Indeß befindetsich diese von allen franz. Blättern gepriesene Erfindung noch im Zustande derKindheit. Malapeau beschäftigt in seiner Werkstatt junge Künstler, welche nachdem Abdruck der Steinplatten die Retouchen machen, oder auch, wie man glaubt,auf dem Steine selbst die platten Tinten und allgemeinen Töne durch Mittellinienverschmelzen und in Übereinstimmung bringen. Die bisher ausgestellten litho-chromischen Gemälde stehen an Kunstwerlh weit unter den schwächsten Copien.Eine ähnliche, aber, wie es scheint, vorzüglichere Erfindung hatSennfelder gemachtund nennt sie Mosaikdruck.
Lithotrilie, eine.chirurgische Operation, mittelst eines Instruments denStein in der Urinblase zu zerbröckeln. Das Instrument und die Operation hatI). Civiale in Paris 1826 erfunden und darüber geschrieben.
Lithurgik, d. i. ökonomische Mineralogie. Vgl. das Werk von Brard:,ch1i,w,nle>uio uzipliguöl! au.x ai ls", und II. K. Naumann's „Entwurf einer Li-thurgik" (LpZ. 1826).
Litotis oder Litotes wird in der Rhetorik die Verkleinerung einesGegenstandes durch den wörtlichen Ausdruck genannt; namentlich aber wollenviele Rhetoriker dadurch eine scheinbare, besonders aus Bescheidenheit hervorgehendeVerkleinerung oder Herabsetzung eines Gegenstandes verstehen, wodurch eben der-selbe uni so mehr erhöht wird. Letzteres ist jedoch nicht allgemein anwendbar.Er ist nicht ungeschickt z. B„ heißt nicht überall: er ist sehr geschickt. Vonden Worten: „Die schlechtsten Früchte sind es nicht, woran die Wespen na-gen", gilt es allerdings. Die Litotes ist an sich zweideutig und daher zu vermei-den, wo man bestimmt sprechen will, und wo der Gegenstand nicht unbestritten ist.Sie gehört besonders einem gewissen gemäßigten Ausdruck an.
Litre, s. Französisches Decimalsystem.
Litorale, jedes Küstenland, besonders das ungarische Küstenland amadriatischen Meere, oder die drei Städte Fiume , Buccari und Porto-Re mit ihremGebiete an der nördlichsten Küste Dalmatiens . Es gehörte zu dem Militairdistrictevon Kroatien; Kaiser Joseph II. schlug es 1776 zu Ungarn und übergab es einerCivilregierung, um den Handel und den Abzug der ungarischen Landeserzeugnisse zubefördern. Der Bezirk hatte 1787, auf6;sHM., 19,928 Einw. Von 1809 —14machte es einen Theil der illyrischen Provinzen aus, kam aber 1814 wieder unteröstr. Herrschaft und wurde 1822 mit den Provinzen der Krone Ungarn wieder ver-einigt. Das königl. Gubernium ist zu Fiume (s. d.).
Liturg, bei den Griechen, Derjenige, der ein öffentliches Werk verrichtete.Das Wort ging von den Prytaneen in die Tempel über; später brauchte man esausschließend im kirchlichen Sinne; daher Liturgie: die Einrichtung des öffentl.Gottesdienstes in christl.Kirchen. In einem engern Sinne werden auch solche Bücheründ Formulare Liturgien genannt, welche das bei dein öffentl. Gottesdienste von den