Band 
Sechster Band. K bis L.
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Locke

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hohen Preis abgekauft wurden. Kurz darauf verließ er sein Vaterland von Neuemund lies; sich als Privatmann bei Huy an derMaaü nieder, wie es schien, mit Aus-arbeitung mehrer Schriften beschäftigt. Hier überraschte ihn der Tod (den 19. Zum1783), und sogleich erschien ein engl.Commissair, der, unter dem Dorwande einerSchuldfoderung, s.sämmil. Papiere in Beschlag nahm, unter denen sich ein völligausgearbeiteter und höchst durchdachter Plan zu einer möglichst leichten Landungfremder Truppen in England befand. Dennoch ist sowol dieses Werk, wie nocheinige andrevonL-, später in Druck erschienen, auch zum Theil in andre Sprachenüberseht worden. Zomini hat in seinem ,,'l'r.«ich <1es xr.inciosopeialinu^niililLi-

L.'S Memoiren über den siebenjähr. Krieg (deren Schluß, sowie s.Geschichtedes KriegSin Flandern , in Folge der oben angedeuteten Maßregeln bei seinem Tode,leider nie erschien, die jedoch, so weit sie heraus sind, an Tempelhoff einen Über-setzer ins Deutsche fanden) zum Grunde seiner Darstellung mit benutzt.

Locke (John), einer der scharfsinnigsten Denker, welche England hervorge-bracht hat, geb. 1032 zu Wrington, studirte seit 1651 zu Oxford , gab aber diespitzfindige scholastische Philosophie, welche damals heischte, auf, und zog dasStudium der Classikcr vor. Descartes's Werke gaben ihm ein neues Licht in derPhilosophie, Die Schwäche seiner Gesundheit nöthigte ihn, das eifrig betriebeneStudium der Medici » auszugeben; doch theilte er in der Folge die von ihm auf-gesetzte» Bemerkungen dem Pierre Coste mit, welcher sie 1725 durch AnkonistSCochi, in dessen Werke über die Bäder von Pisa , zum Drucke befördern ließ. Nach-dem L. zwei Reisen, eine nach Deutschland , dieandrenachFrankreich gemacht hatte,übernahm er die Erziehung des nachmaligen Grafen Shaftesbury. Dieser, der inder Folge Großkanzler von England ward, beförderte L. zu einem ansehnlichenPosten, den der Philosoph verlor, als jener 1673 in Ungnade siel. Seiner Ge-sundheit wegen begab sich L. 1677 nach Montpellier und von da nach Paris , woman ihn mit großer Auszeichnung aufnahm. Hier vollendete er s. „Versuch überden menschlichen Verstand", ein Werk, welches von dem tiefsten Studium der geiifügen Natur des Menschen zeugt, und mit dessen Ausarbeitung er 9 Jahre zuge-bracht hatte. Um die menschliche Seele, ihre Begriffe und Affecten kennen zulernen, suchte er weder bei den alten Philosophen noch bei den neuen Rath. Erverfuhr wie Malebranche , ging in sich selbst zurück und gab dann, nachdem er langesein eigner Beschauer gewesen, der Welt den Spiegel, in welchem er sich selbst be-trachtet hatte, Da er aber die menschliche Vernunft entwickeln wollte, wie der Ana-tom jeden einzelnen Theil deü menschlichen Körpers zerschneidet, und alle Begriffeaus der innern und äußern Erfahrung herleitete, so hat er den Materialismus mehrgefördert, als er selbst glaubte. Sein Satz: „Gott kann durch seine Allmacht dieMaterie denkend machen si ist für eineder Religion gefährliche Behauptung gehal-ten worden. Übrigenozeichnet sich L.'S Werk auch durch die Methode, mit welcheres angeordnet ist, und durch die Deutlichkeit der Darstellung aus. Es soll einerzufälligen Veranlassung seine Entstehung zu verdanken haben. Einige denkendeKöpft stritten sich, wie man sagt, über einen Gegenstand, ohne sich vereinigen zukönnen. L-, der stillschweigend zuhörte, bemerkte, daß jener Streit auf einemMißverständnisse der Worte beruhe. Er erhob diese Bemerkung zu einem allgemei-nen Sahe, stieg bis zu dem Ursprünge der Ideen wie zur ersten Ursache hinan, un-tersuchte die Gedanken in ihrer ersten Entstehung und zeigte dann den Einfluß, wel-chen ein falscher Gebrauch der Sprache aufunsre Schlüsse ausübt. Durch den Ein-fluß dieses Werkes ward die empirische Richtung herrschend in der damaligen Philo-sophie, und die Psychologie ihreGrundlagc; obwol es zuerst Gegner wie Henry Leeund NorriS (in Oxford) fand. In Frankreich nahm seine Ansicht vorzüglich JeanLeclerc an, und Gravesand verbreitete sie späterhin durch Eompendien in Holland .L. hatte England kaum ein Jahr verlassen, als man ihn dort beschuldigte, in