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Masse»
zu den schönsten der ital. Poesie. Seit Kaspar Ziegker '(geb. zu Leipzig 1621), wel-cher der erste deutsche Madrigalendichter ist, behandelten diese Form unter den Deut-schen mit bcfonderm Glücke Hagedorn, Goß, Götter, Voß, Manso, Gothe, A. W.Schlegel (in f. „Blumensträußen") u. A.
Maffei. Ein auch durch mehre Gelehrte berühmtes Geschlecht aus Ve-rona, das sich durch mehrp Gegenden Italiens verbreitet. 1) Alessnn dro (Mar-chese), geb. 1662 zu Verona, kam als Edelknabe an den Hof des Kurf. FerdinandMaria v. Baiern, seines Pathen. Er machte unter Maximilian Emanuel die Feld-züge gegen die Türken und gegen Frankreich , diente mit Ruhm im span. Erbfolge-kriege, ward nach dem Siege bei Belgrad (1717) , wozu er viel beitrug, Feldmar-schall, und starb 1730 in München . Das ital. Original der unter s. Namen er-schienenen und ins Franz-(Haag 1740, 2 Bde., 12.) übers. „Denkwürdigkeiten"(Verona 1737) ist von seinem Bruder Scipio.2) Bernardino, geb. zuRom 1514 und in Padua erzogen - ward im 35- Jahre Cardinal, und starb im 40.Er besaß eine von einem s. Vorfahren gegründete, unermeßliche Sammlung vonMünze», die er in s. verloren gegangenen „Geschichte nach den Münzen" trefflichbenutzte. Andre zugleich angefangene Werke blieben Bruchstücke-; man besitzt bloßeinige in verschiedenen Sammlungen zerstreute Briefe von ihm, aber die meisten f.gelehrten Zeitgenossen spendeten ihm große Lvbsprüche. —3) Francesco Sci-pio (Marchese), den 1. Juni 1675 zu Verona geb., studirte im Iesuitencollegiumzu Parma und ging 1698 nach Rom , wo er sich der Dichtkunst widmete und unterdie Arkadier aufgenommen wurde. Später nahm er Kriegsdienste, machte unters. Bruder Alexander im span. Erbfolgekrieg einige Feldzüge in Italien und Deutsch-land mit, und wohnte 1704 der Schlacht von Donauwvrth als Freiwilliger bei.Die Liebe zu den Wissenschaften rief ihn bald wieder nach Italien zurück. Hierschrieb er bei Gelegenheit eines Streites, worein sein ältester Bruder verwickeltwurde, ein Buch („11ell,i seienr» elii.irnuw covslleresekl", Rom 1710, 4.) vollgelehrter Untersuchungen über die Gebräuche der Alten, die Streitigkeiten zwischenPrivatpersonen zu schlichten, in welchem er datsthut, daß das Duell der Religion, dergesunden Vernunft und dem Interesse des bürgerlichen Lebens zuwider sei. Um derLiteratur seines Vaterlandes, deren Verfall ihn betrübte, aufzuhelfen, unternahmer mit Apostolo Zeno und Vallisnieri eine Zeitschrift, deren Zweck war, den Schrift-stellern die Mängel ihrer Werke aufzudecken und sie mit der Literatur des übrigenEuropa bekanntzumachen. Zu gleicher Zeit richtete er s. Aufmerksamkeit auf dasTheater s. Vaterlandes, welches er sowol durch eine Sammlung der besten ital.Lust- und Trauerspiele („Icatro ikslisno", 1723, 3 Bde.), als auch durch s.„Merope" bereicherte. (S. Italienisches Theater.) Kaum hat eine Tra-gödie je einen so glänzenden und dauernden Beifall gefunden, obgleich sie nur einverständiger Versuch wak, die Vorzüge der griech. und franz. Tragödie zu verbinden.Auch s. Lustspiel „I,!< oeremonia" würde mit Erfolg auf die Bühne gebracht. Inder Absicht, das vernachlässigte Studium der griech. Sprache unter s. Landsleutenzu beleben, berief er geschickte Lehrer, dieer aufs. Kosten in Verona unterhielt. DieEntdeckung einiger wichtigen Handschriften in der Dömkirche s. Vaterstadt gab sei-ner gelehrten Beschäftigung eine neue Richtung. Er widmete sich der Diplomatik.Eine reife Frucht dieser Studien war s. „Geschichte von Verona ". M.'S Ruhmwar allgemein anerkannt, als er 1732 sich nach Frankreich begab. Er besuchte so-dann England, Holland und kehrte über Wien , wo Karl Vli Anlauf das schmeichel-hafteste aufnahm, nach Italien zurück. M. beschloß sein döch Wissenschaften undder Poesie gewidmetes Leben den 11. Febr. 1755 in s. Vaterstadt, die ihm üuSDankbarkeit ein Ehrcndenkmal sehen ließ. Unter s. zahlreichen Schriften sind nochauszuzeichnen: 1) „Ilims e prose" (Venedig 1719, 4.); 2) »Merope" (Mo-dena 1713); 3) „lstoria cliplomatica"; 4) „llegli auüteatli 6 siliAolarmoute