Band 
Siebenter Band. M bis N.
Seite
20
JPEG-Download
 

20 Magdalena Magdeburg

aus Marmor erbauten Kirche führt, zu deren Seiten Pavillons für die königl.Familie und den Patriarchen mit der hohen Geistlichkeit in« Auge fallen. Zud m gewaltigen Unifange dieses unerfreulichen Gebäudes, das 866 Zimmerund mehr als 2500 Thüren und Fenster enthalten soll, gehören das Augustiner-,kloster mit 300 Zellen, einer Bibliothek von 50,000 Bdn. und einem Natu-raliencabinet, die Schule, der Park und Thiergarten. Freunde der Kunst fin-den jedoch mehr in der Abtei Batalba. Dieses durch den engl. BaumeisterMurpby genauer bekannt gewordene Kloücr, leider noch unvollendet, gehört zuden wichtigsten Denkmälern der gothischen Baukunst. S. Murphy'S Prachtwerk(Lond. 1191, Fol.), dem als Text die geschichtlichen Erklärungen von Luis deSousa beigegeben und. 19.

Magdalena , oder Maria von Magdala , einer Stadt am galiläischenSee in Palästina, wird nach einem alten exegetische» Irrthume die Luc. 1. ohne An-gabe ihres Namens erwähnte Sünderin genannt, die für ihre Reue und Anhäng-lichkeit an Jesus der Vergebung ihrer S ündcn von ihm versichert ward. Weil siedurch Übermaß in der Liebe gesündigt hatte und aus einer Buhlerin eine Heiligewurde, ergriff die Andacht, und mit ihr die religiöse Poesie und Kunst, den ausihrer Bekekrung und den Lebensuniständen jener mit ihr verwechselten Maria vonMagdala (s. Maria) zusainmengesctztcn geschichtlichen Stoff, um sich das heiligeMagdalenenbild zu schaffen, das zu den anziehendsten Gegenständen der schönenKunst gehört, und wie cS die Frommen rührt, besonders gefallenen bußfertigenFrauen und Mädchen ungemein tröstlich ist. Mit der Hoffnung, wie Magdalenabegnadigt zu werden, vereinigten sich solche Bekehrte zu einem geistlichen Orden,der in Deutschland schon vor 1215 bestand und um solche Zeit in Frankreich, Ita-lien und Spanien viele Häuser erhielt. Sie nannten sich Klosterfrauen von derBiiße der Magdalena, Büßerinnen, Pönitentierinnen. in Frankreich Madelonet-te», nahmen die angebliche Regel des b. Augustinus an und theilten sich in mehredurch Farbe der Kleidung (weiß, grau oder schwarz) und mannigfaltige Grade derStrenge in ihrer Lebensart verschiedene Eongregationen. Dieser Orden, der an-fangs nur gefallene Mädchen und Buhlerinnen aufnahm, hat sich bis in beide In-dien verbreitet und, obgleich seine Rönnen, nur zu gemeinschaftlichen Andachts-übungen verpflichtet, sich sonst nicht gemeinnützig machen, auch durch Aufnahmeehrbarer Jungfrauen von ihrer ursprünglichen Bestimmung abgewichen sind, bisIN die neueste Zeit erhalten. Die in protestantischen Ländern noch übrigen katholi-sche» Magdalenenstifte haben sich zur Krankenpflege bequemen muffen, z. B. daszu Lauban in der Oberlausitz . U.

Magdeburg, berühmt als Festung und (seit Karl d.Gr.) Handelsplatz,Hauptst. des Herzogth. und des Regierungsbezirks gl. N., in der Provinz Sachsen ,hat enie hölzerne Elbbrücke und liegt 20 Meilen von Berlin in einer Ebene am lin-ke» Elbufer. Sie hatte sonst 5 Theile: Neumarkt und Altstadt, oder die eigentlicheFestung, die Landstädte Neustadt und Sutenburg, die Friedrichsstadt oder dieThurmschanze auf dem rechten Elbufer, und die 1680 auf einer Insel vor demBrückcnthore erbaute Citadelle, mit einem großen Proviant- und Zeughause undder kaih. Soldatenkirche. Unter den Außenwerken ist der Stern vor dem sudenbur-ger Thore mit s. vielen Casematren und Mine» merkwürdig. Diese Sternschanze,wo man das für Trenk eingerichtet gewesene Gefängniß zeigt, hat seit 1813 durchdas Fort Scharnhorst eine gesicherte Verbindung mit der Hauptfestung erhalten.Die Thurmschanze ist als Brückenkopf zu betrachten. Die Sudenburg und Neu-stadt, welchegegen 12,000 enthielten, lagen so nahe an den Merken, daß siedie Franzosen 1812 niederrissen. Seit 1818 wurde ein Theil der Neustadt, derunter den Kanonen der Festung liegt, wieder aufgebaut. M. mit seinen 16 Ba-stionen, vielen Außenwerken und einem zweiten bastionirtcn Wehrkreis (Lnceinlo)