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Magie
Erbrechen erfolgte, worauf man die Bürste wieder herauszog, und wenn nochnicht genug ausgeleert war, dieselbe Operation wiederholte. Dieses Instrumentund sein (Gebrauch war schon ji» Anfange des 11. Jahrh, und vielleicht nochfrüherin italienischen Klöstern bekannt und ist wahrscheinlich eine Erfindung der Mönche,welche in jenen Zeiten stch sehr mit der Arm stunde beschäftigten. II.
Magie. Maja, die ewige Mutter der Dinge, ist in der Mythologie derJndier zugleich (Göttin der geistigen sowol als der sinnlichen Liebe. In einer andernBedeutung ist sie Muse, Mtiin der Weissagung und der Dichtkunst, aber auchGöttin der Täuschung und des Truges. Verwandt mit jener mehrseitigen Wurzelerscheint in Hinsicht aus seine ursprüngliche Bedeutung das Wort Magie. Medien,Bersten und seine vormals durch Sternkunde und Astrologie berühmten Nachbar-länder werden uns vorzüglich als die Heimath jener Magier genannt, deren Lehrezum Theil aus den ältesten Zeiten fortgeerbt scheint. Nach jener alten Lehre desNazismus war der Gegensatz, oder wie stch Heraklit ausdrückt, der Streit,Vater und Urgrund aller Dinge. Nachdem sich einmal der Gegensatz zwischen Lichtund Finsterniß — Ormuzd und Ahriman — entzündet, geht aus ihrem Kampfedie ganze Reihe der endlichen Wesen, die ganze Sinnenwelt hervor, indem sicheiner segensreichen Schöpfung des Lichts immer auf der andern Seite eine Schö-pfung der Finsterniß entgegenstellt. Der Wechsel zwischen Tag und Nacht, Licht»nd Finsterniß, die ganze Aufeinanderfolge der Zeiten ist ein Abbild des unaufhör-lichen KampftS zwischen den Kräften des Gute» und des Bösen, eines Kampfes,in welchem der Sieg bald auf der einen Seite, bald auf der andern erscheint, biszuletzt das Licht auf immer über die Finsterniß siegt. Und nicht bloß Abbild jenesKampfeS ist der Wechsel der Zeilen, sonder» die Zeit entsteht in einem höhernSinne selbst aus jenem Kampfe und besteht durch denselben. Entgehen konnte eSeinem tiefer in die Natur eindringenden Alterthume nicht, inwieweit alles End-liche in Hinsicht auf Form und Wesen von dein Einflüsse der Zeit, in welcher esentstanden und gebildet worden, abhänge. Beobachtungen dieser Art können dasEntstehen der Astrologie und des alten Sterndienstes in etwas begreiflich machen,welcher mit der Magie aufs engste zusammenhängt. Es hat allerdings eine höhereund bessere Magie gegeben als jene, die der übrigens treffliche De Haen noch inneuerer Zeit in Schuh genommen. Jene bessere Magie gründete sich auf den Sah:daß der Mensch, Mithilfe und im engen Verein mit seinem höhern und göttlichenUrsprung, in sich und außer sich einer höhern Wirksamkeit fähig werde, dieihn zum Herrscher über seine eigne und die äußere Natur mache. Die Waffen-rststung des bessern Magiers war (man sehe Kleuker in seinem Anhange zum Zend-avesta) das Gebet; Gebet und die Kraft des lebendigen Wortes sind es, durchwelche der Mensch mit zwingender und lösender Gewalt auf das Gebiet der höhernund niedern Natur zu wirken vermag; ohne jene Waffenrüstung, welche der wach-same Magier niemals von sich legt, vermag derselbe nichts, mit ihr hilft er alstreuer Streiter dem väterlichen Lichte das Reich der Finsterniß bestreiken, wird Ret-ter und segnender Schützer der Zeiten und Völker. Noch in jenem bessern Sinnescheinen die spätern Essäer das aufgehende Gestirn jedes neuen Tages mit Gebetbegrüßt und se neu Lauf mit Gebet begleitet zu haben; und in diesem Sinne, nichtim niedern , waren wol auch Pylhagvras und andre Weise jener Zeiten Magier.Indessen ist es nicht zu läugnen, daß schon von den ältesten Zeiten, zugleich mitjener höhern Magie, eine niedere und schlechtere entstanden, an welcher sich übri-gens die bessere Abstammung nicht verkennen läßt. Wenn nach dem Vorhergehen-den alle endliche Dinge unter dem Einflüsse erhaltender und zerstörender Natur-krafte, unter dem Einflüsse der Zeit und des Gestirns stehen, so darf der Menschnur stch zum Herrscher seiner Kräfte, die man gute und böse Dämonen nannte,machen, um mittelst derselben auf die unter ihrem Einflüsse stehenden Dinge zu wir-
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