Band 
Siebenter Band. M bis N.
Seite
26
JPEG-Download
 

26

Magie, natürliche

Verwundungen und PluWffe«, und andre noch jetzt »um Theil gebräuchlichesympathetische Arzneimittel, noch mehr jenes geglaubte Vermögen der Zauberer,sich unsichtbar zu machen oder in andre Gestalten zu verwandeln, die Wirksam-keit der Amulette, die Gewalt über einen andern Menschen, dessen wächsernes Ab-bild der Zauberer besitzt, gehören zum großen Theil in jene dunkle Kammer derMagie, wo'es wie in Lucian'S Märchen gar leicht möglich ist, die falsche Büchsezu finden, die uns, statt in einen leichten scharfsichtigen Vogel, in einen Esil ver-wandeln könnte, Wer dieses Gebiet der Magie von seiner poetischen Seite kennenlernen will, der lese „Tausend und eine Nacht " und andre orientalische Märchen,Öhlenschlüger'S „Aladdin" und de la Motte Fouguä's Dichtungen. Uebrigens gibtauch die Geschichte des thierischen DMagnetismus über einige jener Gegenständebefriedigende Auskunft, und es bleibt wyhl eine ausgemachte Thatsache, daß diealte Magie sich zum großen Theil auf eine tiefere Kenntniß der Naturkräfte grün-dete, als vielleicht die glauben nzöchlen welche so gern Alles der Art für bloßeGaukelei halten wollen. Nicht bloß gehört die Geschichte des Magnets , wie schonder Name Xlo^»,!, oder Zauberst«» in seiner Verwandtschaft mit Magie zeigt, indas Gebiet dieser Lehre, und mit ihr, wie es scheint, eine Menge verwandter Er-scheinungen,. besonders erinnern das Schlagen der metallenen Becken, dessen sichdie Magier bei sehr verschiedenen Gelegenheiten bedienten ^ das Verschränken derFinger mtd Hände, das starre Anblicken Dessen, auf welchen der Magier wirkenwill, der Gebrauch der Ruthen (s, Rha bd o man zie) an gewisse, aus der Lehredes Galvanismu» und des thierischen Magnetismus bekannte Erscheinungen. M.s. Kleuker'S „Zendavesta" und noch mehr sein „Magikon", welches die Hieschichteder meisten Geheimlehren bis herunter aus die der Freimaurerei enthält; fernerDas, was Creuzer in seiner ..Symbolik und Mythologie" über diesen Gegenstandgesagt hat; Windischmann's ^Untersuchungen über Astrologie, Alchemie und Ma-gie" (Frankfurt 1818); und Georg Konr. Horst; „Von der alten und neuen Ma-gie Ursprung, Idee, Umfang und Geschichte", «übst dessen „Zauberbibliothek" (6Thle., Mainz 182V—25). Auch Schubert's „Symbolik des Traums" enthältjm letzten Abschnitte einige Beispiele der höhern und echten Magie.

Magie, die natürliche, beschreibt die physikalischen, mechanischen undchemischen Kunststücke, welche den Ununterrichteten in Erstaunen sitzen können.Insofern ist eine solche natürliche Magie verschieden von der Magie der Natur, de-ren zum Theil im vorhergehenden Artikel erwähnt worden, und wohin z. B. dieunwillkürlich herbeiziehende Wirkung der Klapperschlange auskkcinere Thiere u.s.f.gehört, Wiegleb, Funk, Eberhard, Rosenihal, Halle, Hellmuth u. A. habenin ihren Werken über natürliche Magie den Liebhabern eine Menge solcher Kunst-stücke erzählt, von denen viele unter den Handgriffen der Taschenspieler bekanntsind, Im vorigen Jahrh, machte z. B. in Paris ein Chemiker großes Aufsehen,»velcher eine Wiedergeburt ganz verbrannter Naturkörper aus ihrer Asche i» festverschlossenen, durchsichtigen Gesäßen als möglich zeigen wollte. Die natürlicheMagie lehrt theiltveisi dieses Kunststück nachmachen, tvenn die Nachahmung gleichettvas hinkt. Der angebliche Magicus hält nämlich auf einem dazu gefertigtenBretchen einige Abbildungen von natürlichen Körpern (z, B. Blumen, Pfianzen-blätkern u, f. f.) bereit, welche verbrannt und dann aus ihrer Asche wieder erzeugtwerden sollen. Jene Abbildungen sind mit einer fürs erste unsichtbaren, klebrige»,sympathetischen Dinte gefertigt, und unter dem Bretchen, worauf sie stehen, befinde»sich verborgene Magnete. Haben die Umstehenden aus jenen Naturkörpern eine»ausgewählt, der verbrannt und wiedergeboren werden soll, so sammelt der Taschen-spieler die Asche des verbrannten Körpers, mischt sie nun unter Eisenfeilspäne, rücktdie Magnete unter die Abbildung des verbrannten Körpers, und setzt nun im Hinab-fireuen und Umschütteln hie Eisenfeilspäne in die Lage, von den Magneten ange-