Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Mainzer Ceiitralcominis>ron Maistre (Joseph de—Tarier de) 57

schwörung in Rußland auch noch in Verbindung mit der Aufgabe der Mainzer Een-tralcommission gebracht worden. Indessen iss Das. worauf die russ. Verschwöre-,ncn ausgingen: eine aristokratische Regierung der Vornebineu. von der ?lrt. daßzwischen ihnen und den revoliitionnairen Schwindeleien deutscher Ultra- (odcrPseu-do-) Liberalen wol nicht an eine Verbindung gedacht werden kann. 37.

M a i n ze r C e n t r a l c o m m i ssi o n für dieRheinfchisffahrt,s. d. und Handel.

Maistre (die Grafen Joseph und Davier de), zwei Schriftsteller, die einsehr verschiedenes Publicum haben und oft mit einander verwechselt werden, sindBruder und stammen aus Languedoc . I osep h. k. sardinischer StaatSministcrund Mitglied der königl. Akademie der Wissenschaften zu Turin , geb. zu Tham-bery 1753, anfangs Gutsbesitzer in Savoyen und seit 1787 piemontesischcr Se-nator, wanderte aus, als Savoyen 1792 von den Franzosen in Besitz genommenward, folgte später seinem Könige nach Sardinien und ging 1894 als k. sardin.Gesandter nach Petersburg, das er 1817 wieder verließ, um zu Turin das Mini-sterium zu übernehmen. Hier starb er den 25. Febr. 1821. Er war vertrautmit der griechischen und römischen Literatur; ein denkender Sprachforscher, dabeiein Feind des Protestantismus und aller Schriftsteller, die nicht dem System deralten Scholastik und Politik folgten. Als Diplomat war er wirksam beflissen, sei-nem Souverän! den Wiederbesitz seiner alten Staaten und das Herzogth.mi Genua zu verschaffen. Als politischer Schriftsteller hat er sich zuerst durch sein „schalleVieMr ,V>>,-i<Is'e III" (Lyon 1775), dann durch die geschätzten „<',.»G>l>

5»r i.i I'i.iucc" (1796, 2. Aufl. 1797, 3. Allst. 1814, und 3 Ausgaben dessel-ben Werks, Pari-1814) bekanntgemacht. Hierauf schrieb er zu Petersburg 181!)den ,,1.88i,i 8»I le Principe issiiiN'-itcnr <Ie<i >:k)i,>.>iiniion>i pnlii'npi,", < i ." (neueAuflage, Paris 1814, ins Deutsche übersetzt von Albert von Haza), um zu be-weisen, daß alle Herrschaft auf der Erde von Gott ausgehe. Diese Ansicht ent-wickelte er noch genauer in seinen „8o>ivcr >Ia 8t.-IAlei>I>i>i>>u, nu cn!r>'>icn,°iruir lc ANII verneinen t tenipnre! ile lii pinvnlcneo ele." (Ausgabe nach seinemTode, Paris 1821, 5 Bde.), eine Nachahmung der Platonischen Abendge-spräche, voll scholastischer Metaphysik zur Vertheidigung des Glaubens an kirchlicheTraditionen. In einem andern tief mystischen Werke: „Dir lb,pv'' (18!9 fg.,3 Bde.), wollte er zeigen, wie Gott durch den Papst der Unsittlichkeit und Un-christlichkeit der letzten Jahrh, entgegengewirkt habe; auch entwickelte er dann dasVerhältniß des päpstlichen Stuhls zu der gallicamschen Kirche. Noch nennt manihn als Verfasser der Schrift: „Du ,Iv Ilu-Moli", an welcher auch der

Abbe de Prakt Antheil gehabt haben soll. Obgleich befangen und einseitig, ver-räth er dennoch in seinen Schriften (die in verschiedenen Sprachen gedruckt sind undvon religiösen Gesellschaften unentgeltlich vertheilt werden) viel G.ist und Kennt-nisse. — Sein jüngerer Bruder, Z-avicr, geb. zu Ebam'ery 1764, kaiserl.russischer Generalmajor und Mitglied der königl. Akademie der Wissenschaften zuTuri», diente anfangs in dem sardinischen Heere, dann folgte er nach dem Feld-zuge 1799 dem Feldmarschall Suworoff nach Rußland und blieb bei ,l,m bis andessen Tod; hierauf trat er in russische Dienste und lebte 1826 als russischer Gene-ralmajor in Petersburg . In den Abhandlungen der turiner Akademie befinden sichvon ihm mehre Aufsätze chemischen Inhalts. Er ist ein trefflicher Landschaftmalerund witziger Dichter, vorzüglich bekannt durch die anonyme, in mehre Sprachenübersetzte Schrift: „Vov-ip'r nutone <le „>-> cliainlnc" (1794 , Petersburg 1814und Paris 1823), worin er so viel heitere Laune und philosophischen Geist gezeigthat, daß man ihn den feinern Sterne nannte, und durch die Schrift: ,,I.e l.-'prenxclo I» <ui>: ll'Ao8tn" (1811, neue Auflage, Paris 1817. und von Mad. O. C.,Paris 1824); er stellt darin mit ebenso viel Talent als Gefühl, nur zu düster und