Marotten
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stau«, wo sie wohnten, vertrieben, siüchteten sie sich in die Gebirge, die sich vonSurate bis Goa erstrecken. Die verschiedenen Völkerschaften, au- denen sie be-standen, wurden in einen monarchische» Staat vereinigt, dessen Stifter ^ewadschi(Lewagi) war, der 1680 starb. Die Hauptstadt des Reich- war L eirarah. Inchren Gebirgen abgehärtet gegen alle Beschwerden des Krieg-, au geringe Nah-rung, Rei- und Wasser, gewohnt, mit trefflichen Säbeln bewaffnet, bildeten siennt ihren unansehnlichen, aber dauerhaften Pferden, gleich den K osacken, eine Rei-terei , die ihren Nachbarn, IN deren Gebiete sie öftere L kreisereien unternahmen,siirchtbar wurde. Als Aurengzeyb (s. d.) die Küste Koromaudel angiiff, riefendie Bewohner dieses Landstrichs die Maratren zu Hülfe, und jener furchtbare Er-oberer fand es gerathen, mir diesen Marotten einen für sie vortheilhasten Vertragzu schließen. Sie benutzten die nach Aurengzeyb'S Tode entstandenen Unruhen,welche das mongolische Reich erschütterten, und breiteten ihre Besitzungen weiterau-., Ihr Staat, freilich meistens unangebaut, umfaßte gegen 28,000 deurschessIM. Aber die Beherrscher tiefer mächtigen Monarchie, -Lewadschi's Nachkom-men, die den Titel Maha Rajah (Großfürst) führten, überließen die Regierungihren Ministern und wurden von diesen als Staatsgefangene gehalten. Als derletzte Abkömmling der regierenden Familie, Ram Rajah, 1110 in einem Altervon 8 I. aus den Thron kam, benutzte sein erster Minister, der Peifchwah «.Groß.Vesier) Bajirow, die Minderjährigkeit des Regenten, bemächtigte sich zugleich miteinem andern Minister, Rajojei, der Regierung, und hielt den Ram Rajah biszu seinem Tode (1111) als einen Gefangenen, ließ ihm jedoch einen schein derWürde. Diese wurde nun völlig aufgehoben, und Bajirow theilte da? Reich mitseinem Gehülfen, behielt die westlichen Provinzen für sich und »ahm seinen Sitzzu Punah . Man nennt dieses das Reich der Punah-Maratken. Rajojei bemäch-tigte sich der östlichen Provinzen, machte Naugpur zu seiner Residenz und gründetedas Reich der Berar-Mararren. Bajirow, der 1150 starb, machte die Würdeeine-Peifchwah in seiner Familie erblich. Doch bildete sich 1111 ein aus 12 Bra-mmen bestehender Regierung-rath, welcher dem Pesschwah nur noch die vollzie-hende Gewalt ließ. Jene Theilung des ganzen Marattenstaates konnte mehr ohneEinwilligung der vornehmste» Statthalter geschehen; man befriedigte diese durchgrößere Macht und mehre Einkünfte. Daher sind mehre Marattenfürsten ent-standen, von denen einige nur zum Schein von den Regenten der gröüern Landerabhängen, fast sowie in frühern Jahrhunderten die Fürsten Deutschland - von demKaiser: 1) Der Staat der Punah-Maratten nahm die ganze Küste von Goabis Kamboja ein, und war von Mysore, Golkonda , Berar und den maratrischenFürstenthümer» Guzerate, Ugein und Endore umgeben. In denselben lagen dievornehmsten Besitzungen der Präsidentschaft Bombay . Die jährlichen Eink. desPeifchwah betrugen über 30 Mill. Thlr. Bajirow'- Sohn, Ballagi, der ihm1159 folgte, sehte des Vaters Eroberungen bis zu den Ufern des Indus fort. Aberdadurch kam der Punahstaat in Berührung mir den von Abdullah, einem vormal.Generale Nadw-Shah'S, regierten Landern. Als nun der Peifchwah alleMoham-medaner zu vertreiben und die Marattenherrschast über ganz Indien zu verbreitenbeschloß, theilte sich das ganze Land (1159 — 61) in zwei Parteien: die Moham-medaner schlössen sich an Abdullah an und erschienen 150,000 M. stark in denEbene» von Karnawl und Pannipur; die Marotten, in Verbindung mit den Iat'S,führten 200,000 M. dahin. Nach langem, mörderischem Kampfe wichen die Letz-ter», und mit dieser Schlacht verloren sie die Oberherrschaft über Indien , wonachsie strebten. Ballagi starb darauf; sein Sohn Maderow ward schon 1112, undsein Enkel, Narain Row, 1113 von seinem Oheim Ragobah ermordet, Dochgelangte dieser nicht zur Peischwahwürde, weil der Knabe, den die Witwe des er-mordeten Narain nach seinem Tode geboren haben sollte, für dessen Sohn erkannt