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Marat
Marotten
sie, nach dem Tode ihres längst von ihr getrennten Mannes, ihren bisherigen Be-gleiter, Florio, gcheiraihet haben soll. Durch ten Brand von Moskau 1812 »er-lor sie ihr HauS und das von ihr gesammelte Vermögen. Sie ging daher in diedeutsch russ. Provinzen, besonders nach Reval , und gab daselbst Unterricbt. 1819reiste ste über Berlin nach London und 1821 über Kassel nach Esthland zurück.Der Ruhm dieser Sängerin gründet sich nicht bloß auf die Starke und Fülle ihresTons und auf ten außerordentlichen Umfang der Stimme (der sich vom eingestri-chenen 6 bis zum dreigestrichenen I' in völliger Gleichheit erstreckt), sondern auchauf die bewundernswürdige Leichtigkeit, Schnelligkeit und Rundung, womit sie dieschwierigsten Passagen vortrug, und endlich auf ihren einfachen und hinreißendenAusdruck im Adagio. Vorzüglich berühmt war ihr Vertrag Händel 'scher Arien,z. B. der Arie: „Ich weiß, daß mein Erlöser lebt'' (aus dem „Messias ").
Marar (Jean Paul ), Demagoge während der sranz. Revolution, geb.1164 zu Baudry in der Grafschaft Neufchatel, widmete sich der Arzneikunde undnaiurwissenschastl. Forschungen, und zeigte Talent und Kenntnisse. Gleich vomAnfange der Revolution zeigte er sich als einen der kühnsten und wildesten Dema-gogen; Haß, Ehrsucht, Neid, Blutgier verzerrten sein häßliches Gesicht noch mehr.Er wollte in Allem pöbelhaft und böse sein, und war es. Zuerst machte er sich inden Urversammlungen durch die Heftigkeit seiner Anträge bemerkbar, jedoch erschiener so unbedeutend, daß Mirabeau auf die Tagesordnung antrug, als er bei der Na-tionalversammlung angeklagt wurde, in seiner Zeitschrift: „l.'-nni ,In Wu,>!>-",vorgeschlagen zu haben, 800 Abgeordnete aufzuknüpfen und mit Mirabeau anzu-fangen. Diese Verachtung M.'s rächte sich furchtbar. Er ward der Abgott desniedrigste» PobelS, aus welchen er mit einer furchtbaren Kraft wirkte, und baldgalt er für die Geißel von ganz Frankreich. Er wurde in den von Danton gestifte-ten Clubb der Cordeliers eingeführt, der aus den wildeste» Köpfen zusammengesetztwar. M. aber überbot sie alle in den blutdürstigsten Anträgen, die durch seinescheußliche Zeitschrift die deftigsten Leidenschaften entstammten. An den Mordaus-tritten ii» Aug. und Sept. »ahm er den thätigsten Antheil, und als er zum Mit-gliede des NationalconventS ernannr war, kannte seine Unverschämtheit keineGren-zen mehr. Er zeigte diese auch in dem Processe Ludwigs XVI. Als die Girondi-sten, aus dem Convente verdrängt, in ganz Frankreich herumirrten, um der Guil-lotine zu entgehen, fand M. keinen Widerstand weiter, und ein wilder Vorschlagvon ihm überbot immer den andern. So rührte u. a. das Gesetz über die Verdäch-tigen, wodurch fast eine balbe Mill. Bürger in die Gefängnisse wanderte, ursprüng-lich von ihm her. Indessen nahte das Ende dieses polit. Ungeheuers. Eine heldcn-müthige, edle Jungfrau, Charlotte Cordav (s. d.), durchbohrte ihn am 13.Juli 1193 ii» Bade mit einem Dolche. Nach seinem Tote wurde sein Andenkenvon den Demagogen fast göttlich verehrt, ihm die Ehre des Pantheons zuerkannt,und sein Herz in die kostbarste Vase des königl. Gardemeuble verschlossen. Dieserpolit. Wahnsinn verbreitere sich über ganz Frankreich , und zahllose Opfer bluteten,wie man sagte, um M.'S Scharten zu versöhnen. Endlich führte der 9. Thermidorfür Frankreich eine andre Zeit herbei. In demselben Grade, als sein Andenken ver-göttert worden war, wurde es jetzt beschimpft und verspottet, sein Leichnam aus demPantheon weggeschafft, seine Dusten zerschlagen, eine ihn vorstellende Puppe öffent-lich verbrannt, die Asche in ein Nachtgeschirr gesammelt und in eine Cloake geworfen.
Marathon, Flecken in Attika, berühmt durch den Sieg, welchen hier, 490V. Chr., die Athenienser unter MiltiadeS (s. d.) über die Perser erfochten.
Marotten (Mahratten), Volk in Ostindien, auf der Halbinsel dies-seits des Ganges , das erst seit dem Anfange des vorigen Jahrh, uns bekannt undsiir etwa 50 I. berühmt geworden ist. Sie sollen von den RaSbutten, einem altenkriegerischen Volke, abstammen. Von den Mongolen aus den Provinzen Hmdo-