Margarethe (v. Östreich) Margarethe (Königin v. England) 12Z
bischen Reiche auf ihr Haupt gesetzt hatte, dachte sie darauf, die Vereinigung der;selben dauernd zu machen. Sie berief die dänischen, schwedischen und norwegischenStände 1397 nach Kalmar zusammen und bewog sie, ein feierliches besetz zu ge-be», das alle 3 Königreiche zu einer einzigen Monarchie vereinigte. Diese Urkunde,die unter dem Namen der kalmarischen Union bekannt ist, berukte auf3 Hauptpunkten. Der König sollte ein Wahlkönig bleiben; der Regent sollte ver-pflichtet sein, abwechselnd in den 3 Reichen zu residiren; und jedes Reich sollteseinen Senat, seine Gesetze und seine Freiheiten behalten. Diese Verbindung der3 Reiche wurde die Quelle ihrer Unterdrückung und ihres Unglücks. M. selbst ver-letzte alle Bedingungen der Vereinigung und reizte besonders die Schweden zu ge-rechten Beschwerden. Nach ihrem Tode (1412) folgten langwierige Kriege, welcheendlich die Union vernichteten. Ihr nächster Nachfolger war ihr Neffe Erich XIII.,Herzog v. Pommern . M. vereinigte mit den Talenten einer Heldin einige Herrscher-eigenschaften. Sie ließ dasGesetz mit lobenüwerther Festigkeit beobachten, so langees nicht ihren Planen entgegen war. Ihre Politik war gewandt und oft ränkevoll.Ihre Sitten waren eben nicht streng; aber sie suchte die Meinung des Volks durchreiche Geschenke, die sie der Kirche machte, zu gewinnen. Ihr Geist würde sich wei-ter ausgedehnt haben, wenn er gebildeter gewesen wäre. Sie sprach mit Kraft undAnmuth, und bediente sich mit Vortheil der ihr von der Natur verliehenen Gaben,der weiblichen Schönheit und des männlichen Muths. Verschwenderisch in ihrenLustbarkeiten und prachtvoll an ihrem Hofe, hatte sie sich den Beinamen der nordi-schen ^emiramis erworben, Im Ganzen gebührt ihr mehr der Ruhm einer gro-ßen als einer tugendhaften Königin. S. C. F. Wichmann'S „Margarerha,Dronning til (Königin v.) Danmark, Norgc, Sverrig" (Kopenh. 182 t).
Margarethe von Ostreich, T. des Kaisers Maximilian >., wurde d. 10.Jan. 1480 geb. Nach dem Tode ihrer Mutter, Maria v. Burgund, wurde sienach Frankreich geschickt, um ain Hofe Ludwigs XI. erzogen zu werden, weil siedem Dauphin (nachher Karl VIII. ) zur Gemahlin bestimmt war. Allein dieser ver-mählte sich 1492 mit Anna, Erbin v. Bretagne. Vermöge des FriedensschsiisseSzwischen Karl Vl!I. und Kaiser Maximilian kam die Prinzessin an den Hof ihresVaters zurück und vermählte sich 1497 mit Johann, Infamen von Spanien , Aufder Seefahrt nach Spanien befiel ihr Schiff ein Sturm, der ihr den Untergangdrohte. Da dichtete die ebenso muntere als geistreiche Prinzessin, indeß die übrigeSchiffsgesellschaft betete oder arbeitete, und verfertigte sich folgende Grabschrift:„lsv pfil äliii^vt noble llenxnselle »leiix loi-, maru-oel inoi te pneelle". Ihreglückliche Ankunft machte dem Gemahl und allen Spaniern viel Freude, aber schonam 4. Oct. 1497 starb der Infam Johann. 1501 heirathete sie den Herzog Phi-libert II. von Lavoyen, welcher auch schon 1504 starb. Ihr Vater ernannte sienun zur Statthalterin der Niederlande: eine Würde, die sie mit Ruhm, angebetetvon den vorher sehr unruhigen Niederländern, bekleidete. Jean le Maire sammelteihre klugen Reden, bald im Hofzirkel, bald vor den Ständen gesprochen, in der 1549herausgkg. „('.»„rniiuc äl->,p^r'itbju«:", sowie manche Gedichte und Witzspikle die-ser Fürstin, nebst ihrem „s)i8roui8 el« ses inioriunez et elv 8.a vie". Sie starb zuMecheln den 1. Dec. 1530.
Margarethe von Anjou , Tochter Rene's von Anjou, Königs von Si-cilien, und seit 1443 Gemahlin Heinrichs VI., Kömgs von England. DieseFürstin vereinigte einen männlichen Charakter und großen Verstand mit seltenerL)chönheit. Sie verband sich eng mit der Parkei, die sie auf den Thron berufenhatte; dagegen ward sie eine Feindin des Herzogs von Glocester, und kam sogarin den Verdacht, in die Ermordung desselben, 1447, gewilligt zu haben. InFolge einer geheimen Bedingung bei der Vermählung Margarethens wurde ihrOheim, Karl von Anjou, wieder in den Besitz der Grafschaft Maine gesetzt, die in