Band 
Siebenter Band. M bis N.
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122 Marczoll Margarethe (Königin von Norwegen )

1814 das Ministerium dem Herzoge v, Vicenza zu überlassen, Napoleon brauchteihn nun zu verschiedenen Privatunierhandlungen, bis er im April mit diesem von»Schauplatz abtreten mußte und erst bei dessen Rückkehr 1815 wieder Minister-Staaissecretair und Pair von Frankreich wart. Er war mehr Hofmann alSStaatg-niann, und weniger ein guter Minister als ein guter iLecretair. Er ivar der unbe-dingte Diener des Gewalthabers und verließ ihn erst nach der letzten Katastrophe inFonkainebleau, qls Alles für ihn verloren war. Die königl. Verordnung vorn 24.Juni 1816 verbannte ihn aus Frankreich , und eine von Naulflanc unter». Ordon-nanz strich ihn aus der Reihe der Mitglieder des Instituts. Während Decazes ander Spitze der Verwaltung stand, erhielt er die Erlaubniß zur Rückkehr. SeineGemahlin war bei der Kaiserin Louise Palastkame.

Marezoll (Johann Gottlob ), 4>. der Theol., Consistorialrath und Su-perintendent in Jena, einer der ersten Kanzelretner Deutschlands , geb. zu Planen imVoigtlande den25. Dec. 1761. Er studirte auf der Schule daselbst, dann in Leipzig von 1779—83, bestand in Dresden das Candidaturexamen und ward hierauf1783 Hauslehrer bei einem Oberförster an der sächs. und böhm, Grenze. Hier lebteer mitten im Walde, in der tiefsten Einsamkeit, bei dem spärlichen Gehalte von 30Thlr. jährlich, 3 Jahre lang woblgemuth seiner Pflicht und den Wissenschaften. Erverband mit der Theologie die Philologie, und s. Wunsch war ein Schulamt. In-zwischen fand eine Predigt, die erhielt, Beifall, und ermunterte ikn den Versuch zuwiederholen und mit unermüdetem Fleiße besser, als es damals in Leipzig geschehenkonnte, sich selbst Zum Prediger auszubilden. Erarbeitete ui s. Übung eine Mengevon Predigten aus, sandte 1786 einige derselben an Zollikofer, und win de von die-sem aufg muntert, ein Bmdchen Predigten drucken zu lassen, mit derErlaubniß, inder Vorrede Zollikofer'S Namen zu nennen, Zugleich erschien von M. in demselbenVerlage ,,tas Ekristenthum ohne Geschichte und Einkleidung", ohne den Namendes VfS., der jedoch bald bekannt wurde. Da nun beide Schriften, besonders diePredigten, in den „Gelehrten Angeigen" günstig beurtheilt wurden, und in der„Allgem. Lüeraturzeitung" der Wunsch ausgesprochen war, daß derDs. in die Lageeines Hof- und UniverinatSpredigerS kommen mochte , so wurde er bald darauf alsIlniverftkäksprediger nach Gortingen berufen. Kur; vorder hakte M. noch das „An-dachtSbuch für das weibliche Geschlecht" geschrieben (4. Aufl. 1817. mehrmalsnachgedruckt, auch ins Schwet., Dän, und Holländ. übersetzt). Nach 5jähr.Aufenthalt in Göttingen wurde II, M. an l). Münker'S Stelle als Hauptpastoran der deutschen Pelrikirche in Kopenhagen gewählt, und ging 1794 dahin ab.Aufeiner Reise nach Deutschland, 1802, wurde ihm von Herder in Weimar dieSuperintendentur Jena angetragen, die er im folg. I. antrat. Noch in Gök-tingen gab M. „Die Bestimmung des Kanzelredners" heraus. Außerdem hat ereinzelne Kanzelvorrräge in dem „Magazin für Prediger" und 9 Bde. Predigtendrucken lassen. ^

Marforio, eine ziemlich große, etwas verstümmelte, steinerne L'taiue,welche in dem Hofe des einen Flügels von Campidvzlio an der Wand steht, undan w lcher sonst häusig, wie am Pasguino, allerlei Pasquinaden angeheftet wur-den. (S. Pasguill.)

Marga reihe, Waldemar's lll„ Königs von Dänemark , Tochter, undHakon's Vlll., Königsv.Norwegen, Gemahlin, bestieg 1387, nach ihres SohnesOlausTode, der Norwegen und Dänemark in s. Person vereinigt hatte, 34 I. alt,den Thron beider Königreiche. Da noch von WaldemarS Zeiten her Dänemark mitSchweden in Krieg verwickelt war, setzte sie, von den unzufriedenen Ständen diesesReichs aufgefodert, denselben fort und war so glücklich, den schweb. König Albrechtzu besiegen und in der Schlacht bei Falkoping (1388) gefangen zu nehmen, woraufsie 1384 auch den Thron von Schweden einnahm. Als sie so die Kronen der 3 nor-