Margarethe von Frankreich Margarethe von Valois 125
gen und blieb im Handgemenge. An demselben Tage landeten M. und ihr 18jäh-riger Sohn mit Hülfstruppen zu Weymouth . Ihr Muth verließ sie zum erstenMale, als sie Warwick'S Niederlage und Tod erfuhr. Als indeß die Trümmer ihrerPartei sich um sie sammelten, fing sie wieder an zu hoffen. Es kam bei Tewkes-bury zur Schlacht. M. ward geschlagen und nebst ihrem Sohne gefangen. Derjunge Prinz wurde fast unter ihren Auge» von Eduard'S Brudern durchbohrt, sieaber in den Tower gesetzt, wo einige Tage darauf ihr Gemahl von Morde, Händenstarb. Nach 4 Jahren erlangte M. durch den Vertrag von Pecguigny ihre Frei-heit wieder; Ludwig XI. löste sie mit 50,000 Thlr., und sie kehrte nach Frankreich zurück, wo sie 1482 starb, nachdem sie als Königin, Gattin und Mutter großesUnglück mit bewundernswürdiger Standhafligkeit ertragen und bekämpft hatte.S. Prevot's „Geschichte der Königin Margarethe von England aus dem HauseAnjou", übersetzt von Schmidt-Phiseldek (Altenb. 1183).
Margarethe vonFrankrci ch (Valois),TochterHeinrichsll.,geb. 1552, wurde 1572 a» den Prinzen von B>'arn, später berühmt unter dem Na-men Heinrich I V., vermählt. Diese mit Pracht vollzogene Vermählung war derVorläufer der schrecklichen Bartholomäusnacht, die mitten unter den Lustbarkeitenverabredet wurde. Die junge Fürstin war danials in der Blüthe der Jahre undReize; aber nicht ihr Gemahl, sondern der Herzog von Guise besaß ihr Herz. Hein-rich schenkte das seinige verschiedenen Geliebten. Zwei Gatten von solcherDenkartkonnte» nicht in gutem Einverständniß leben. M., die 1582 wieder an den Hofvon Frankreich gekommen war, überließ sich frei der Galanterie. Die Mißbilli-gung ihres Bruders, Karls IX., bewog sie jedoch, sich für einige Zeit zu mäßigen.Heinrich verbarg seine Gesinnungen nicht gegen eine Frau, die er ihrer Zügellosig-keit wegen verachtete. M. dagegen nahm te» von Sixtus V. gegen ihren Ge-mahl geschleuderten Kirchenbann zum Vorwand und l>eß sich zu Aachen nieder,von wo sie, ihrer Sittenlosigkeit und ihrer Bedrückungen wegen, verjagt wurde.Sie floh nach Auvergne und führte ein unstetes, unregelmäßiges Leben, bis sieauf dem Schlosse Usson festgesetzt wurde, dessen sie sich jedoch bemächtigte, nach-dem sie das Herz des MarguiS von Canillac, der sie daselbst festgenommen, gewon-nen hatte. Nachdem Heinrich König geworden, ließ er ihr vorschlagen, ihre kin-derlose Ehe trennen zu lassen. Sie willigte unter der Bedingung ei», daß ihreSchulden bezahlt und ihr ein anständiges Iahrgcld ausgesetzt würde. Die Tren-nung geschah 1599 durch Clemens IX . M. verließ Usson 1605 und ließ sich inPari? nieder, wo sie in derRue dc Seine e,n großes Schloß mit weitläufigen Gär-ten l. iigs des Flusses erbaute. Hier lebte sie im Umgänge mit Gelehrten und infrommen Übungen, und starb 1615 als der letzte Sprößling des Hauses Valois.Abgelesen von ihren jugendlichen Derirrungen, hatte M. ein cdlesHerz, viel Ver-stand und seltene Reize. Sie schrieb und sprach besser als irgend eine Frau ihrerZeit. Ihr Haus war der Sammelplatz der schönen Geister, die sie mit Wohltha-ten überhäufte. Aber oft war sie ungerecht, um großmütbiz zu sein; sie borgte,obne zu bezahlen, und hinterließ ungeheure Schulden, -rsie hatte zu Paris dasKloster der PekitS-AugustinS erbaut und ausgestattet; in der Kirche desselben wurdeihr Hwz beigesetzt^ Wir besitzen von ihr Poesien und Memoiren von 1565— 82(AuSc, 1628). i^ie schildert sich in letzter» als eine-Vestalin. Der Styl ist naivund angenehm, und die Anekdoten anziehend und unterhaltend. Frau von Souzaund Länalie von Helvig haben Anekdoten daraus romantisch bearbeitet.
Margarethe vonValois (früher von Angouldme),Königin vonNavama, Lächwesier Franz I. und Tochter Karls von Orleans, Herzogs von Angou-löme, und Louisens von Savoyen , geb. zu Angoulkme 1492 , vermählte sich 1509mit Karl, letztem Herzog von Aleiwon, erstem Prinzen von Geblüt und Conne-kable son Frankreich, der zu Lyon nach der Schlacht von Pavia 1525 starb. Sie