Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Maria Theresia Maria Louise (Crzh. v. Osir.) 133

lingen, die je einen Thron umgaben, hingab. Der Tod des Marschalls, der aufBefehl Ludwigs Xlll. ermordek winde, erstickle^den Bürgerkrieg. Alaria rom denact> BlotS verwiesen, von wo sie nack. Angoulöme ging. Richelieu , damals Bisckofvon Lrwon, veisohnre 1619 die Mutter und den Lohn. Aber Maria, unzufriedenmit der Nichtvollziehung des Vertrags, entzündete einen neuen Krieg, mußte sichjedoch bald unterwerfen. Nach dem Tode des Connctable de LiwneS, ihres Ver-folgers, stand sie an der Spitze des SiaatSraihs. Um ihr Ansehen zu befestigen,führte sie Richelieu , ihre» Günstling und Oberiiirendanten, in denselben ei».Kaum aber hatte der Cardinal den Gipfel der Größe erreicht, als er seiner Wohl-thäterin zeigte, dass er nicht mehr von ihr abhänge. Diese versäumte n cht, ihnwieder zu stürzen, und als Ludwig X III. zu Lyon gefährlich krank geworden, enl.riß sie ihm das Versprechen, den Cardinal zu entfernen. Um sich diesem Verspre-chen zu entziehen, suchte der König nach seiner Genesung Beide zu vei söhnen. Mariawar nicht zu bewegen. Diese Hartnäckigkeit mißfiel dem Könige, welcher einwil-ligte, sie aufzuopfern. Es wurde ein gehliiner StoatSraih gehalten, .dessen Seeleder Cardinal war. Dieser zeigte in einer langen Rede, daß entweder die Kcnizinoder er entfernt werte» müsse; dann sprach er von den Gefahren, welche demStaate von Aussen und Innen drohten, und wußte dem Könige so bange zu machen,daß sich dieser ohne die Stütze seines ersten Ministers für verloren hielt. Alle, dieder Berathschlag! ng beiwohnten, bestärkien theils a»S Schmeichele,, ibcils ausFurcht den König in seiner Meinung, welcher auch um so feste! darin beharrie,da der Cardinal >bm vorgespiegelt halte, daß seine Mutter ihren zweiten Sohn,Gasten, auf den Thron heben wolle. Demzufolge ward ihr 16F1 das Schloßzu Compiegne zum Aufenthaltsorte angewiesen, alle ihre Anhänger aber verbanntoder in die Bastille gesetzt. Sie fühlte bald, daß sie zu Compiegne in einer wah-ren Gefangenschaft lebe, entfloh noch in demselben Jahre »ach Brüisel, lodertemehre Male vorn Parlamente Gerechtigkeit und starb 1642 in großer Dürftigkeitzu Köln. Paris verdankt ihr das prächtige Palais Lupembourg, schöne Wasserlei-tungen und die öffentliche Promenade CourS-la-Reine. Das Mißgeschick dieserFürstin entsprang aus ihrem eifersüchtigen, hartnäckigen und ehrgeizigen Charak-ter. Sie war unter Heinrich IX'. nicht glücklicher gewesen als unter Ludwig XIII .Die Liebschaften ihres Gemahls verursachten ihr den größten Kummer, und dieEifersucht führte oft die heftigsten Scenen herbei. Mit einer unbegrenzten Leiden-schaftlichkeit verband sie alle Schwächen des Weibes. Sie war ehrgeizig aus Eitel-keit, vertrauend aus Mangel an Einsicht, rachsüchtig aus Eigensinn, und geiztemehr nach Ansehen als nach Macht. Ihre Lebensgeschichte ist 1114 zu Paris in3 Bdn. erschienen.

Maria Theresia , s. Theresia (Maria).

Maria Anloinerte, s. Ankoinette (Maria).

Maria L o u i s e Leopoldine Carsline , Erzherzogin von Östreich, anfLe-benszeir Herzogin von Parma, älteste Tochter des Kaisers Franz I. aus zweiter Ehemit Maria Theresia, Tochter des Königs Ferdinand von Neapel , geb. den 12. Dec.1191, vermählt zu Paris mit dem Kaiser Napoleon den 1. April 1810, Witweden 5. Mai 1821. Diese Verbindung schien Napoleons Glück und den Conliucn-talfrieden zu befestigen. Ihr Gemahl führte sie gleichsam im Triumph durch dieProvinzen seines Reichs. Am 20. März 1811 gebar Maria Louise eine» Sohn,dem Napoleon schon vor der Geburt den Titel König von Rom ertheilt hatte. DerHofstaat der Kaiserin wurde nun noch glänzender als zuvor; er zählte allein 26Palastdamen u. s. f. Im folg. I. begleitete Maria Louise ihren Genialst nach Dres-den , von wo sie mit ihren kaiserl. Aeltern die geliebte Heimath besuchte. Dann kehrte sienach Paris zurück, wo unter den sich drängenden Siegesberichken von der großenArmee Malless verfehlter Contre-Revolutionsversuch und die Erscheinung des 29.