Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Maria von Medici

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der Papst ihr gesandt hakte. Als die Commissarien eintraten, dankte sie ihnen fürihre Sorgfalt und setzte hin;»: „Die Engländer haben mehr als ein Mal ihreHände in das Blut ihrer Könige getaucht. Ich bin aus demselben Blute; so istdenn in meinem Tode und ihrem Betragen nichts Ungewöhnliches". Man führtesie ,n einen Saal, wo ein schwarz auSgeschlageneS Blutgerüste aufgerichtet war.Die Zuschauer sahen mit Erstaunen die Fassung dieser Königin, die in einer so viel-jähr gen Äefangeuschaft noch einen Theil ihrer Schönheit behalten hakte. Sie er-laubte nicht, daß der Scharsrichter sie entkleidete. Nachdem sie gebetet hatte, botsie ihren Hals dar, ohne die mindeste Furcht;u zeigen. Erst auf den zweiten Streichfiel ihr Haupt, das der Scharfrichter von dem Blutgerüste herab zeigte, als dasHaupt einer Verbrechern'. Dies war das tragische Ente einer der schönsten Für-stinnen Europas , die fast die Hälfte ihrer Lebenszeit im Gefängnisse geschmachtethar'e. Außer ihrem einzigen Sohne, dem nachmaligen König von England, Jä-te d I., hinterließ sie von ihrem dritten Gemahl, Botkwell, eine Tochter, die inNokre-Tame von Soissons Nonne wurde. Ihre Anhänglichkeit an die katholischeReligion und ihre Rechte auf den enzl. Thron waren in Elisabeths Augen ihreHauptoerbrechen. Ihre Schönheit, ihre Talente, der iL chutz, den sie den Wissen-schaften »»gedeihen ließ, der Erfolg, womit sie selbst sich ihnen widmete, ihre Fe-stigkeit in ihren letzten Augenblicken, ihre Frömmigkeit haben über ihre Fehler ei-ne» Schleier gezogen. Maria'S Geschichte ist durch den Einfluß des Parteihassesverimstultet worden; daher sind die Urtheile der Geschichtschreiber über sie sehr ver-schieden. Der gelehrte Schottländer Buchanan, der unter dem Einflüsse derMachthaber schrieb, schildert sie mit feindseliger Gesinnung; in zu voriheilhaftemLichte hingegen zeigen sie katholische Geistliche und ihr Vertheidiger Leslie, Bischofvon Roß. Eine gründliche Würdigung ihrer Geschichte gibt Malcolm Laing im1. und 2. Bd. seiner trefflichen „Geschichte von Schottland ", und was er über ih-ren Antheil an ihres Gatten Ermordung sagt, wird weder durch Whüaker's meistgegen Robertson gerichtete, aber freilich parteiliche und keineswegs auf gründlicheForschung gebaute Schutzschrift („älurv fiucei, osMotl.incl viirclioAtecl", London 1187, 3 Bde.), noch auch durch Chalmers in seinem „last- <>l' älorv, tzueen c>kN-ot;" sLondon 1818, 2 Bde., 4.; 2. A. in 3 Bdn.; deutsch eine ÄuSg. von Be-cker, Halberst. 1824) widerlegt. Campbell hat ihre wahrscheinlich echten Liebes-briefe an Bokhwell ic. nebst ihren Liebessonetten berausgeg. (auch deutsch, Leipzig 1826, 2 Thle.). Eine treffliche Darstellung ihres Lebens und ihres Charaktershat Fr. Gentz in dem Taschenbuch bei Vieweg 1199 versucht. Einen Abschnittihrer frühern Gesch. vor ihrer Flucht nach England hat der Verf. des „Waverley"seinem Roman: „Der Abt", zum Grunde gelegt. Miß Beuger bat in ihren „!ile-ninirr os tbe lile c>s llurv. Huoen of(Lond. 1823, 2 Bde.) eine Hand-schrift des brit. Museunis benutzt. Über die dramatische Benutzung dieses Stoffs,namentlich von Schiller, ffiehe das Taschenbuch „Minerva", I. 1813.

Mariu von Medici , Tochter Franz I I. von Medici, Großherzogsvon Toscana, geb. zu Florenz 1513, wurde 1606 an Heinrich N., König von Frank-reich , vermählt. Nach dessen Tode trat sie 1610 als Regeutin an die Spitze desKönigreichs. Der Herzog von Epernon hatte das Parlament gezwungen, ihr dieRegentschaft zu ertheilen, ein Recht, das bisher nur die Generalstände gehabt hat-ten. Maria, zugleich Regentin und Vormündcrin ihres minderjährigen Sohnes,Ludwigs Xlll., verabschiedete den großen Sulla und ließ sich von ital. und span.Günstlingen leiten. Der Staat verlor sein Ansehen von Außen und wurde im In-nern von den mächtigen Großen zerrüttet. Ein 1614 geschlossener Vertrag bewilligteden Mißvergnügten Alles, was sie federten: dennoch erwachte der Parteigeist auf«Neue, da man allgemein mit dem Betragen Maria'S unzufrieden war, die sich ganzdem Marschall d'Ancre und seitter Gemahlin Galigai , den unverschämtesten Gunst-