Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Mariana

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wußte sie es dahin zu dringen, den stürmischen Sinn ihres Gemahls, der anfängtsich sogar in thätliche Beleidigungen gegen sie ausbrach, sich lliiterthäliig zu i»a-chcn und selbst den spanischen Hoszwang so z» mildern, daß sie sich dem Könige zujeder Zeit nahen durfte. Von Allem, was i» Staatsangelegenheiten vorging, warsie bald gut unterrichtet; oft wohnte sie der Ausfertigung geheimer Staats, etenim geheimen Rache bei, und nicht selten mußten die Minister Btförderungödecrete,welche zur Unterschrift schon bereit lagen, zurücknehmen, wenn sie eine» Andernernannt wissen wollte. Sie war nämlich klug genug, ihre Günstlinge nur von sol-chen Seiten zu empfehlen, die den König am meisten einnahmen, und auch dannerst sich öffentlich zu dem Empfohlenen hinzuneigen, wenn Karl IV . ihm schon seineGunst geschenkt hatte, und sie also nur dem Befehle ihres Gemahls und Gebierel>SGehorsam zu leisten schien, wenn sie den von ihm Begnadigten gleichfalls aus-zeichnete. Auf diesem Wege erhielt sie völlige Herrschaft über ihren Gemahl, un-schön als Prinzessin v. Asturie» hatte sie ein Verständniß mit dem ältern G»doy.'Allein dieser mußte auf Befehl des KonigS Karl lll., der das Liebesverhältniß sei-,»er Schwiegertochter entdeckte, Madrid verlassen. Bald kam jedoch in die offeneStelle sein jüngere, Bruder, Don Manuel Godoy. (S. A lcndia.) Maria Louise wußte ihre neue Liebe dem scharfsichtigen Schwiegervater zuverhchlen und den DonManuel bei ihrem Gemahl dergestalt in Gunst zu setzen, daß er bald dessen ersterLiebling wurde. Nachdem Karl I >. den Thron s. Vaters bestiegen, rückte Godoy schnell von einer Stufe der Macht zur andern. Maria Louise und er regierten Spa-nieii unumschränkt; ihr beiderseitiges Streben ging daraus bin, d» KronprinzenFerdinand beim alten Könige verdächtig zu machen. Aug diesen Hossänken, an webchen unläugbar Maria Louise , aus unnatürlichem Widerwill.n gegen ihren eignenSohn, thätigen Antheil nahm, entspann sich der Proceß vom Escorial vorn 29. Oet.1807. (S. Ferdinand Vll.) Bald nachher (18. März 1808) brach die Revo-lution von Araujuez aus. Karl IV. tankte ab; sei» Sohn bestieg den Thron undschien entschlossen, seiner Mutter Aufführung einer strengern Untersuchung zu un.terwersen. Maria Louise hatte jetzt, da Godoy verhaftet und der wildesten Volks,wüth preisgegeben war, keinen andern Rückweg, als sich Napoleon und seinemDberfeldherrn, Joachim Murat, der schon mit einem Heere Madrid besetzt hielt, i»die Arme zu werfen. Karl IV. mußte daher insgeheim (21. März) seiner Thron:enksagung widersprechen, und durch Murak's Adjutanten, Demouthion, wurde je-ner berüchtigte Briefwechsel mit Murat geführt, der u. a. eine» von Adaria Louiseeigenhändig am 18. März geschriebenen Brief enthält, worin sie ihren Sohn be.schuldigte, er habe ein sehr schlechtes Her;, sei blutdürstig und habe Vater und Mut-,ter nie geliebt, während sie in den zärtlichsten Ausdrücke» für den geliebten GodoySchuh ersteht. Murat mußte mit Gewalt den Liebling der Königin aus den Hamden s. Feinte retten. Karl IV., Maria Louise und Godoy erschienen, von franz. Trup-pen begleitet, zu Bavonne vor Napoleon als Ankläger Ferdinands Vll., der durchTodesdrohung zur Entsagung des spanische» Throns zu Gunsten der Verfügung Na -poleons gezwungen und als Gefangener nach Valeimav abgeführt ward; Karl IV .,Maria Louise, Godoy und die Königin von Etrurien aber wurden mit königl. Pompeanfangs nachCompiegne geführt, lebten dann zu Marseille und zu Nizza , und gin-gen endlich nach Rom, wo Maria LouisezüAnfang 1819 starb. (S. Karl IV .)

Mariana (Juan), einer der ersten span. Geschichtschreiber, geb. zu Ta-lavera 1536, widmete sich dem geistlichen Ntande und trat in den Jesuitenorden. Aufder Universität Alcala erwarb er sich jenen reinen Geschmack und jene Beredtsamkeit,welche man in seinen Schriften wahrnimmt. Er ging sodann aus Reisen und lehrte13 I. lang die Theologie mit Auszeichnung in Rom, Sicilien und Paris . Da je-doch das Klima letzterer Stadt, noch mehr aber der anhaltende Fleiß, womit erarbeitete, seine Gesundheit erschütterten, kehrte er 1571 in daü Jesuitencollegium